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Mark Webber (v.) belegt in der WM-Wertung mit 167 Punkten den zweiten Rang © imago

Der Teamchef zollt Webber für sein Überholmanöver gegen Alonso Respekt. Vettels Fahrt lobt er als "sehr erwachsen".

Von Olaf Mehlhose

München - Red Bull hat die Spitze zurückerobert.

Nach drei Grands Prix ohne Sieg sorgte die Weltmeister-Equipe beim Belgien-Grand-Prix, dem ersten Rennen nach der Sommerpause, wieder für klare Verhältnisse. (447008DIASHOW: Die Bilder des Rennens)

Mit dem eindrucksvollen Doppelerfolg von Sebastian Vettel und Mark Webber (Bericht), auf dem Circuit de Spa-Francorchamps zementierte das englisch-österreichische Team seine Vormachtstellung in der "Königsklasse".

Allerdings fiel der Gipfelsturm den "Bullen" in Spa keinesfalls einfach. (DATENCENTER: WM-Stand Teams)

Horner: Perfektes Teamwork

Möglich gemacht wurde die Leistung durch ein perfekt funktionierendes Team, wie Teamchef Christian Horner nach dem Bravourstück von Spa hervorhob.

"Die Fahrer, die Stopps, der Kommandostand, die Leistung des Autos, das war ein starkes Wochenende für uns. Das zeigt, wie viel Teamwork wert ist", sagte der Brite dem "Motorsport-Magazin".

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Webber tollkühn

Respekt zollte Horner nicht nur Sieger Vettel, sondern auch dem zweitplatzierten Webber. (DATENCENTER: Das Rennergebnis)

Der Aussie präsentierte sich auf der Strecke ähnlich tollkühn wie sein Team, das sich trotz Blasenbildung an den Vordereifen über die Setup-Empfehlungen von Reifenersteller Pirelli hinweggesetzt hatte, und sicherte sich Platz zwei dank eines atemberaubenden Überholmanövers gegen Fernando Alonso. (BERICHT: Reifenzoff! Pirelli droht Red Bull)

Eingangs der Hochgeschwindigkeitskurve Eau Rouge zog der 35-Jährige bei rund 290 Stundenkilometern außen an dem Ferrari-Star vorbei, die beiden Kontrahenten befanden sich für Sekundenbruchteile genau nebeneinander, bis Alonso, der sich auf der etwas schlechteren Linie befand, zurückzog.

Geniestreich dank Alonso

"Der Junge muss Eier haben, um so etwas zu tun", zeigte sich Horner vom Schneid seines Piloten beeindruckt: "Auf der Außenseite, in die Eau Rouge rein? phänomenal. Aber wir haben alle unsere Augen geschlossen, als wir ihm in die Eau Rouge folgten."

Webber selbst sprach vom besten Manöver der Saison, gab aber zu bedenken, dass der Geniestreich nur dank des Einlenkens von Alonso möglich gewesen sei.

"Er ist ein Weltklassefahrer, aber er weiß auch, wann es genug ist. Ich habe trotzdem den Atem angehalten", schilderte Webber sein Husarenstück: "Bei einem anderen Fahrer hätte ich das vielleicht nicht gewagt. Wer weiß, vielleicht macht er in Monza das Gleiche mit mir."

Lob für Vettel

Vettel, der das Feld von der Spitze weg kontrollierte, kam hingegen ohne solch spektakuläre Aktionen aus.

Nach dem siebten Saisonsieg im zwölften Rennen scheint dem 24-Jährigen der erneute Titelgewinn kaum noch zu nehmen. (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer)

Horner attestierte seinem Superstar "sehr erwachsen" gefahren zu sein: "Man vergisst manchmal, dass er sich mit seinen Ingenieuren bespricht, während er an der Spitze eines Grand Prix' fährt." (Nachbericht: Vettel kann den Sekt kaltstellen)

"Keine Selbstzufriedenheit "

Gedanken an einen WM-Titel verschwendete der 37-Jährige hingegen noch nicht.

"Wenn es für die anderen unmöglich ist zu gewinnen!", antwortete Horner bei "ESPN" auf die Frage, wann die Weltmeisterschaft entschieden sei: "Wir ändern unseren Ansatz nicht. Es wird keine Selbstzufriedenheit geben. Wir denken immer nur ans nächste Rennen."

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