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Weltmeister Sebastian Vettel beendete das Freie Training in Abu Dhabi auf Rang sechs © dapd

Der Champ crasht im Freien Training - kehrt aber auf die Strecke zurück. Auch Alonso fliegt ab. Hamilton fährt die Top-Zeit.

Abu Dhabi - Sebastian Vettel riss sich den Helm vom Kopf, beobachtete mit verschränkten Armen die Konkurrenz und ärgerte sich, als ginge es noch um die Weltmeisterschaft.

Ein selbst verschuldeter Unfall bescherte dem Champion beim Freien Training in Abu Dhabi (Qualifying, Sa., ab 13.45 Uhr im LIVE-TICKER) eine 30-minütige Zwangspause.

Obwohl die Titel-Entscheidung längst gefallen ist, Vettel unverletzt blieb und er das Training kurz vor Schluss sogar wieder aufnehmen konnte, war der am Ende auf Platz sechs geführte Hesse offensichtlich stocksauer auf sich selbst.

"Ich war zu frech"

"Da war ich wohl ein bisschen zu frech", sagte Vettel rund eine Stunde später schon wieder gelöst.

Nachdem er wegen eines Verbremsers aus der Linkskurve geschlittert und bis in die Schaumstoff-Begrenzung gerutscht war, hatte er das Training zunächst minutenlang mit finsterer Miene hinter dem Begrenzungszaun verfolgt.

Weder der Zuspruch von Streckenposten noch die Tatsache, dass auch Vize-Weltmeister Fernando Alonso eine Viertelstunde später in derselben Kurve abflog, konnten ihn zunächst trösten.

Dank ans Team

Ein wenig versöhnlich wirkte aber, dass er in den letzten sechs Minuten wieder auf die Strecke durfte, auch wenn er keine Verbesserung mehr erzielte.

"Ich hatte nicht mehr damit gerechnet, dass ich nochmal fahren kann", meinte Vettel: "In der Garage habe ich dann erfahren, dass es nochmal klappt. Das war wichtig für uns, vielen Dank an die Jungs, die alles so schnell wieder zusammengeschraubt haben."

[kaltura id="0_3mw5zbnf" class="full_size" title="Streckenvorstellung Abu Dhabi"]

Vettel selbstkritisch

Beim Unfall sei er "zu weit außen gewesen, dann hab ich die Hinterachse verloren und es gab kein Zurück mehr".

Obwohl die Streckenpassage in Alonso ein weiteres weltmeisterliches "Opfer" fand, sei es "eigentlich gar keine so knifflige Kurve. Dann versucht man es auch mal im dritten oder vierten Gang, und manchmal geht es eben in die Hose."

Chrompfeile dominieren

Sehr stark waren am Freitag nicht nur nach Ansicht des Weltmeisters die McLaren.

Die Tagesbestzeit holte Lewis Hamilton (1:39,586 Minuten) vor seinem Teamkollegen Jenson Button. Michael Schumacher wurde im Mercedes Siebter, Adrian Sutil im Force-India-Mercedes Achter.

Nico Rosberg kam einen Tag nach seiner vorzeitigen Vertragsverlängerung im zweiten Silberpfeil auf Platz 15.

"Guter Tag" für Schumi

Der 26-Jährige sah dennoch einen "positiven Start ins Wochenende, da wir einige wichtige Informationen bekommen haben". Schumacher sprach von "einem guten Tag".

Timo Glock, der nach Informationen des Motorsport-Magazins 2012 im Franzosen Charles Pic einen neuen Teamkollegen bekommen wird, belegte im Virgin-Cosworth Rang 23.

Rekordjagd geht weiter

Schon am Samstag kämpft Vettel um zwei weitere Rekorde.

Zum einen kann er Nigel Mansells Bestmarke von Pole Positionen in einer Saison (14 in 1992) einstellen, zum anderen zum 17. Mal einen Startplatz in der ersten Reihe holen und damit alleiniger Spitzenreiter werden.

Bestmarken kein Antrieb

Rekorde sind nach eigenem Bekunden aber nichts Vettel Antrieb.

"Rekorde zu jagen, hört sich schön an, aber der beste Weg ist, sich auf das zu konzentrieren, was grad anliegt", sagte er: "Nur darauf zu schauen, diesen oder jenen Rekord zu schlagen, geht in die Hose. Man soll nicht versuchen, zu schlau zu sein und zu viele Dinge auf einmal zu machen."

Am Freitag war Vettel zwar nicht zu schlau, dafür aber zu frech.

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