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Sebastian Vettel sicherte sich beim Großen Preis von Abu Dhabi die 14. Pole der Saison © dapd

Sebastian Vettel rast in Abu Dhabi in letzter Sekunde auf Startplatz eins. Mit 14. Poles stellt er Mansells Rekord ein.

Abu Dhabi - Als Sebastian Vettel wieder einmal in letzter Sekunde eine Pole-Position aus dem Hut gezaubert hatte (Zusammenfassung, ab 17.15 Uhr im TV auf SPORT1) , wurde er von seinem Team ganz ungewohnt begrüßt.

"Guten Abend, Mister Mansell", schallte es ihm sofort aus dem Boxenfunk entgegen, nachdem er in Abu Dhabi mit seiner 14. Pole in dieser Saison die Bestmarke des Briten Nigel Mansell aus dem Jahr 1992 eingestellt und selbst sein musikalisches Idol Sir Paul McCartney beeindruckt hatte.

"Ich mag ihn sehr, aber im Rennen soll er bitte mal die britischen Jungs gewinnen lassen", sagte der Ex-Beatle lächelnd mit Blick auf das am Samstag von Vettel wieder einmal geschlagene McLaren-Duo Lewis Hamilton/Jenson Button.

"Zu einem Großen aufgeschlossen"

Red-Bull-Teamchef Christian Horner, auch Engländer, hält es da natürlich lieber mit Vettel.

"Jetzt hast Du zu einem ganz Großen aufgeschlossen", lobte Horner den Champion nach der "vielleicht besten Quali-Runde, die Sebastian je gefahren ist" (Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko).

Mansell gratuliert

Mansell selbst hatte schon zuletzt nach Vettels Sieg in Indien einen Glückwunschbrief an den 24-Jährigen geschrieben, als dieser ihn als Rekordhalter mit meisten Führungsrunden in einem Jahr abgelöst hatte.

"Das war eine nette Geste und hat mich mehr gefreut als die Rekorde an sich", sagte Vettel und ergänzte schmunzelnd: "Aber natürlich hat er auch darauf hingewiesen, dass er nur 16 Rennen gebraucht hat und ich 17."

Schumi-Rekord in Reichweite

Vettel hat aber noch weitere Rekorde im Visier.

Sollte er im Rennen am Sonntag (ab 13.45 Uhr im LIVE-TICKER) seinen 12. Saisonsieg feiern, bräuchte er beim Saisonfinale in Sao Paulo nur noch einen achten Rang, um die bislang beste Punktausbeute von Michael Schumacher aus dem Jahr 2002 (84,71 Prozent der möglichen Punkte) aus den Bestenlisten zu streichen.

[kaltura id="0_3mw5zbnf" class="full_size" title="Streckenvorstellung Abu Dhabi"]

Mit zwei Siegen würde er dessen Rekord der meisten Saisonsiege aus dem Jahr 2004 einstellen.

Hamilton bleibt nur das Nachsehen

An der Stätte seines ersten WM-Triumphes in Abu Dhabi war Vettel wieder im richtigen Moment zur Stelle.

In allen drei Trainingseinheiten sowie den ersten beiden Qualifyings-Abschnitten waren die McLaren-Piloten die Bestzeiten gefahren, doch am Ende verwies Vettel Hamilton und Button doch wieder auf die Plätze zwei und drei.

Kein Interesse an Rekorden

"Oh ja, das war ein hartes Stück Arbeit", sagte Vettel, der nach der Zieldurchfahrt direkt nach rechts oben auf eine Videowand schaute und anschließend die Faust in die Luft reckte: "Vorher war ich nicht so zufrieden an diesem Wochenende. Aber du musst hier alles in eine Runde legen. Es war richtig eng, aber wir haben's dennoch geschafft."

Unterdessen beteuerte der 24-Jährige, dass ihm die Rekorde egal seien.

"Alle zerbrechen sich den Kopf darüber - außer uns", sagte er: "Wir waren einfach nur froh, die Pole geholt zu haben."

Keine Motivationsprobleme

So oder so: Obwohl er bereits seit fünf Wochen als erneuter Weltmeister feststeht, lässt Vettel keinerlei Motivationsprobleme erkennen.

Am Sonntag will er den Abu-Dhabi-Hattrick holen, dazu kann er auch Schumachers Bestmarke von 17 Podiumsplatzierungen (2002) und Nick Heidfelds Marke von 18 Zielankünften in einem Jahr (2008) einstellen.

Ein zehnter Sieg von der Pole-Position würde einen weiteren alleinigen Rekord darstellen.

Mercedes spart Reifen

Das Mercedes-Duo Nico Rosberg und Michael Schumacher steht auf den Startpositionen sieben und acht.

Mercedes-Sportchef Norbert Haug freute sich über den "bestmöglichen Job, den wir heute machen konnten" und zeigte sich optimistisch für das Rennen: "Wir haben im Qualifying Reifen gespart, was uns morgen im Rennen helfen sollte."

Sutil: Falsche Taktik

Adrian Sutil, der um einen Platz für 2012 kämpft, überzeugte als Neunter und war dennoch etwas verärgert.

"Wir haben vielleicht die falsche Taktik gewählt. Ich hätte im dritten Teil etwas früher rausgewollt, dann hätten wir Mercedes vielleicht noch kriegen können."

Timo Glock geht von Rang 19 ins Rennen und war zufrieden: "Trotz einigen Problemen mit den Bremsen habe ich eine ganz gute Runde hinbekommen."

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