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Red Bull Racing holte 2012 insgesamt 27 Podiumspltätze © dapd

Sebastian Vettel gibt sich nach dem Sieg seines Teamkollegen in Sao Paulo generös, die Konkurrenz ist froh, dass es endlich vorbei ist.

Von Julian Meißner

München - Es war nicht exakt der Saisonabschluss, den Sebastian Vettel sich gewünscht hatte.

Und dennoch war der Weltmeister äußerst versöhnlich gestimmt nach dem Großen Preis von Brasilien, der das Ende eines unglaublichen Jahres für den 24-jährigen Heppenheimer markierte (BERICHT: Doppelsieg für Red Bull).

"Es wäre vermessen, enttäuscht zu sein. Es war eine unglaubliche Saison, die wir mit einem Doppelsieg für das Team abgeschlossen haben", resümierte der seit langem feststehende Weltmeister.

Sein Stallgefährte Mark Webber hatte im 19. und letzten Rennen des Jahres von Getriebeproblemen an Vettels Boliden profitiert und sich seinen ersten Sieg 2011 gesichert (DATENCENTER: Ergebnis Rennen).

"Ich habe ihn vorbeigelassen"

"Mark hat den Sieg verdient, er ist ein fantastisches Rennen gefahren", lobte der zweitplatzierte Vettel. Gleichwohl betonte er, dass er das Rennen unter normalen Umständen wohl gewonnen hätte.

Nach starkem Start war Vettel von der Pole-Position zunächst davongezogen, bis "nach fünf, sechs Runden über Funk die ersten Meldungen kamen, dass das Getriebe Probleme macht."

Es sei dann "immer schlimmer" geworden, sagte Vettel und erklärte generös: "Ich wollte dem Team und Mark nicht im Weg stehen und habe ihn vorbeigelassen."

Psycho-Boost für Webber

Und so feierte Webber mit seinem siebten Formel-1-Sieg ein versöhnliches Ende eines für ihn schwierigen Jahres. "Es war nicht die beste Saison für mich, aber auch nicht die schlechteste", fasste der Australier zusammen und kündigte an, von diesem Sieg den Winter über zehren zu wollen, um dann noch einmal anzugreifen.

Rein psychologische Wirkung hatte auch die schnellste Rennrunde, die Webber noch im letzten Umlauf des Rennens in Vettel-Manier verbuchte - eine Randnotiz ebenso wie die Tatsache, dass sich McLaren-Pilot Jenson Button Rang drei und damit den zweiten Platz in der Fahrer-WM sicherte.

Sein Teamkollege Lewis Hamilton, der in Sao Paulo mit einem technischen Defekt ausrollte, war am Ende der Mammutsaison 2011 einfach nur "froh, dass es vorbei ist".

Ferrari und Mercedes hadern

Ähnlich dürfte es den Ferrari-Piloten Fernando Alonso und Felipe Massa gegangen sein. Sie verpassten einmal mehr beide das Podium, was Alonso zu dem Schluss brachte, er brauche in Zukunft "einfach ein Auto, das fünf oder sechs Zehntel schneller ist".

Auch beim leidgeprüften Mercedes-Team waren die Fahrer nicht zufrieden mit dem Final-Rennen in Interlagos. Nico Rosberg beklagte: "Das war kein perfekter Abschluss für diese Saison. Ich habe weitere Punkte erzielt, hatte aber ein besseres Resultat als Platz sieben erwartet."

Und Michael Schumacher kommentierte die frühe Kollision mit Renault-Pilot Bruno Senna, die sein Rennen zerstörte: "Schade, aber so etwas passiert manchmal." (488560DIASHOW: Bilder des Rennens)

Show-Event zum Ausklang

Wirklich positiv war die Stimmungslage nur bei Red Bull. "Es wird noch ein bisschen Zeit brauchen, bis wir alle verstehen, was wir in diesem Jahr erreicht haben", meinte Vettel.

Um das Ende seiner fantastischen Saison gebührend zu begehen, werden er und Webber am 10. Dezember am Red-Bull-Teamsitz im britischen Milton Keynes noch einen Showrun absolvieren.

Der Doppel-Weltmeister richtete den Blick aber auch schon auf 2012: "Im Winter können wir die Batterien aufladen, um hoffentlich genau so stark wie in diesem Jahr in die neue Saison zu gehen."

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