Peter Kohl kritisiert in seinen Tops und Flops vom Brasilien-GP die Vorstellung von Mercedes. Sutil erhält Extralob.

[image id="75202389-6464-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

TOP

Red Bull: Der passende Abschluss einer überragenden Saison. Der Doppelsieg und die Doppelpole verdeutlichen noch einmal die Dominanz der Truppe aus Milton Keynes. Kein Gegner war der Leistungsstärke des RB7, eines Adrian Newey oder Sebastian Vettel gewachsen.

Jenson Button: Der Weltmeister von 2009 aus Frome hat erneut unter Beweis gestellt, dass er ein cleverer, taktisch geschickter Spitzenfahrer ist. Der erneute Podestrang war verdient.

Fernando Alonso: So lange der auf den weichen Reifen fahren durfte, war er richtig schnell und hatte Button im Griff. Dass die härtere Mischung bei Ferrari überhaupt nicht funktioniert, dafür kann er nichts. Der Spanier hat einmal mehr alles aus dem Auto rausgeholt, was ging, Teamkollege Massa erneut am Nasenring durch die Manege geführt...

Lewis Hamilton: Seine Quali und sein Rennen waren nicht überragend - o.k. - aber sein Duell mit Massa war sehenswert, und dass er nach dem Rennen den Brasilianer in den Arm genommen und mit ihm Versöhnung gefeiert hat, zeigt, dass er in die richtige Spur zurück findet. Das beweisen auch die überaus selbstkritischen Interviews zu seiner Saisonleistung während des Sao Paulo Wochenendes. Die Botschaft lautet: Ich habe verstanden. Auf ein Neues 2012 - da sehen wir hoffentlich wieder den Championfahrer Hamilton?

Force India: Respekt, die Mannschaft hat bis zum Schluss Gas gegeben, sich in der zweiten Saisonhälfte stetig weiterentwickelt. Nico Hülkenberg meinte vor der Qualifikation: beide Autos in den Top Ten ist derweil Pflicht - Paul di Resta hat das nicht ganz geschafft, dafür lieferte er ein Top-Ten-Resultat im Rennen, ebenso wie Adrian Sutil.

[kaltura id="0_dnuokcxq" class="full_size" title="Eine Runde in Sao Paulo"]

Adrian Sutil: Ein Extralob für den Fighter aus Gräfelfing. Seine Überholmanöver, vor allem das gegen Rosberg, waren klasse, Platz sechs die verdiente Belohnung für ein ganz starkes Rennen. Es müsste doch mit dem Teufel zugehen, wenn er kein Cockpit für 2012 finden würde. Ich jedenfalls gönne es ihm!

Kamui Kobayashi: Der Japaner hatte ein echt übles Leistungsloch mit sieben Rennen ohne Punkte, bevor er mit Rang zehn in Abu Dhabi endlich wieder Flagge zeigte. Die Quali in Sao Paulo war gewohnt schlecht - der Sauber C30 ist ganz offensichtlich kein Auto für eine schnelle Runde. Umso wertvoller sein neunter Platz im Rennen: Sauber ist dadurch Siebter in der Konstrukteurswertung geworden, Toro Rosso wurde geschlagen - das bringt Millionen aus dem Prämientopf. Somit hat sich Kung-Fu-Kamui seine schon frühzeitig bekannt gegebene Vertragsverlängerung am Ende doch noch redlich verdient?

VERBESSERUNGSWÜRDIG

Mercedes Grand Prix: Ohne Wenn und Aber - der letzte GP des Jahres war Spiegelbild einer enttäuschenden Saison. Der unfallbedingte Rückschlag für Michael Schumacher kaschiert nicht, dass die Leistung auch in Sao Paulo mager ausfiel. Rosberg wurde nicht nur von Mercedes-Kundenpilot Adrian Sutil geschlagen, sondern auch noch überrundet. Nur Mitrollen ist einfach zu wenig!

Bruno Senna: Top Qualifikation, Übermut im Rennen - am Ende ein Auftritt, der eine Weiterverpflichtung nicht zwingend erscheinen lässt. Nur wenige werden ihn in der Formel 1 vermissen.

Start Barrichello: Rang 12 in der Qualifikation war mit dieser Williams-Gurke wirklich beachtlich. Aber der Brasilianer warf bereits auf den ersten Metern im Rennen alles weg, fast das komplette Verfolgerfeld flog an ihm vorbei, womit die vermeintliche F1-Abschiedsgala des Methusalems vergeigt war, bevor sie richtig los ging - seine anschließende Aufholjagd war allerdings sehenswert?

Boxencrew Marussia-Virgin: Nicht auszudenken, was hätte passieren können, wenn das wegfliegende Rad von Glocks Auto nach dem Boxenstopp über die niedrige Leitplanke Richtung Strecke gegangen wäre? Jungs, ÜBEN, ÜBEN, ÜBEN! Die 5000 Euro sind eine glimpfliche Strafe für dieses Versagen!

Daniel Ricciardo: Supertalent? Davon war in Interlagos nichts zu sehen. Im Rennen gegen Teamkollege Liuzzi chancenlos bis der ausgefallen ist, und der Italiener ist wahrlich kein Zauberer?

Pastor Maldonado: Durch einen Anfängerfehler nach Dreher mit abgestorbenem Motor ausgeschieden. Kein gutes Ende für eine an sich solide Premierensaison in der Formel 1 für den Mann aus Venezuela.

Toro Rosso: Viel vorgenommen, nichts erreicht - zurecht den Kürzeren gegen Sauber gezogen.

Ferrari: Lernt endlich, mit beiden Reifenmischungen zurechtzukommen - andere schaffen das ja auch! Ein echtes Spitzenteam muss das einfach hinkriegen?..

Nach dem Rennen ist vor dem Rennen! Die Saison 2011 war aufregend, obwohl die Entscheidungen um die Titel früh gefallen sind. Wir haben viele spannende Rennen gesehen. Auf ein Neues 2012!

Bis dahin,Ihr Peter Kohl

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel