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Wer hat in Silverstone die Nase vorn? McLaren oder Lotus? © getty

McLaren, Lotus und Williams kämpfen in England um den Heim-Triumph. Button steht unter Druck, Maldonado gibt den Reifen-Flüsterer.

Von Björn Seitner

München - Drei Teams, drei Lokalmatadore.

Mit McLaren, Lotus und Williams gehen in Silverstone (1. Freies Training, Fr., ab 11 Uhr im LIVE-TICKER) drei potenzielle Siegkandidaten bei ihrem Heimrennen an den Start.

Die britische Nationalmannschaft McLaren um die Piloten Lewis Hamilton und Jenson Button, ist nach dem schwachen Abschneiden und nur vier WM-Punkten in Valencia beim neunten Grand Prix des Jahres gefordert.

Vor allem Button steht nach dem schlechtesten Saisonstart seit 2008 unter Druck.

Die beiden Briten geben sich jedoch optimistisch: "Unser Auto sollte in Silverstone funktionieren", erklären Button und Hamilton unisono (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer).

SPORT1 beleuchtet die Situation bei den drei englischen Teams vor dem Rennen in Silverstone:

McLaren:

Buttons Formkurve zeigte beim Europa-GP zwar wieder leicht nach oben (Bericht), ist aber kein Vergleich zu den vorherigen Jahren.

"Die vergangenen Rennen waren wie verhext, daher hoffe ich nun, dass ich bei meinem Heimrennen das Glück auf meiner Seite habe", so der 32-Jährige im "Guardian".

Allerdings scheint der Heimvorteil für Button in Silverstone eher ein Heimfluch zu sein: Bei zwölf Starts schaffte es der Mann aus Somerset noch nicht einmal auf das Podium.

"Werden die Upgrades brauchen"

Button lässt sich aber nicht entmutigen und hofft auf die Stärken seines MP4-27: "Die schnellen Kurven, der Abtrieb bei hoher Geschwindigkeit und das Tempo auf den Geraden - daher sollte unser Auto auf einer Strecke wie Silverstone funktionieren."

Auch Teamkollege Hamilton glaubt, dass McLaren auf schnellen Strecken einen Vorteil habe.

Für zusätzlichen Optimismus sorgen "einige Upgrades", die die Briten für den Heim-Grand-Prix auf Lager haben. "Wir werden sie brauchen, denn andere Teams haben entscheidend große Schritte nach vorne gemacht", weiß Hamilton.

Lotus:

Direkter Verfolger von McLaren (137 Punkte) in der Konstrukteurs-WM ist das Team aus Enstone (126). (DATENCENTER: WM-Stand Teams)

Während Romain Grosjean in Valencia aufgrund einer defekten Lichtmaschine in aussichtsreicher Podiumsposition ausschied, fuhr Kimi Räikkönen knapp hinter Sieger Fernando Alonso auf Rang zwei.

Lotus ist der Aufsteiger der Saison und immer für einen Sieg gut. Das weiß auch Grosjean: "Ich muss geduldig sein und bin überzeugt, dass es bald klappt."

Lotus in einer Reihe mit den Großen?

Auch der Franzose und der Finne reisen mit Upgrades auf die Insel: "Ich freue mich, unsere Verbesserungen in Silverstone in der Qualifikation umzusetzen", sagt Grosjean, der sein Team sogar schon auf Augenhöhe mit Red Bull und Co. sieht:

"Wir stehen nun mit ihnen in einer Reihe. Es ist toll, gegen Weltmeister zu kämpfen - gegen großartige Teams."

Der Iceman, der 2007 in Silverstone mit Ferrari den Sieg erringen konnte, denkt sogar schon an einen möglichen Sieg: "Es wäre fantastisch wieder zu gewinnen, vor allem weil unsere Fabrik gleich in der Nähe ist. Ich bin mir sicher, wir hätten eine fantastische Feier."

Williams:

Das dritte britische Team im Bunde liegt mit 45 Punkten zwar nur auf Rang sieben der Team-Wertung, ist aber immer für eine Überraschung gut. Das bewies Pastor Maldonado eindrucksvoll mit seinem Sieg beim Spanien-Rennen.

Seitdem konnte der Venezolaner zwar keine weiteren Zähler mehr einfahren, seinen Optimismus schmälert das aber nicht.

"Ich verstehe die Reifen ganz gut, zumindest viel besser als im Vorjahr. Ich weiß ganz genau, was ich tun muss, wie ich mit den Reifen umgehen muss, um sie im Rennen länger am Leben zu erhalten", so Maldonado.

"Mit Williams Weltmeister werden"

Der 27-Jährige erklärt aber auch, was Williams noch verbessern müssen: "Wir müssen uns weiter steigern - das Auto, auch unser Fahrstil muss noch konstanter werden, um ständig in der Spitzengruppe mit zu fahren, um dann auch wieder zu gewinnen."

Und dann blickt Maldonado noch ganz weit in die Zukunft: "Es ist mein großer Traum, mit Williams einmal Weltmeister zu werden, bevor ich wechsle."

Ob der nächste Schritt in diese Richtung in Silverstone folgt?

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