Mein Leben für die Formel 1
Von wegen die Formel 1 ist schnell. Die Formel 1 kann sooo langsam sein. So unglaublich langsam, dass es fast schon körperliche Schmerzen bereitet.
Sie kennen das Gefühl. Haben Sie schon einmal quälende Stunden auf einem Bahnhof verbracht, weil Ihnen der Zug vor der Nase davongefahren ist.
Oder einen halben Tag auf dem Amt - eines wichtigen Dokuments wegen.
Dann kennen Sie das unsägliche Gefühl, Lebenszeit zu vergeuden. Das dann noch viel mehr bohrt, weil anschließend die nächsten Termine drängen, oder - schlimmer noch - einer nach dem anderen platzen.
Die Formel 1 kann das auch. Glauben Sie's mir! Ich habe es selbst erlebt.
In Hockenheim, beim Deutschland-Grand-Prix, habe ich es erduldet, ach was, durchstanden, durchlitten.
Es ging um den Zugangspass zum elitären PS-Zirkel. Ohne geht gar nix.
Drum sorgfältig sein und ja pünktlich beim Einhalten der Fristen. Sonst drehen die Boliden ihre Kreise ohne einen.
Haben wir alles gemacht, penibelst auf das kleinste Komma geachtet. Und dann die Dokumente schon einen Monat vorher verschickt - per Einschreiben.
Was für ein seliges Gefühl, als der Auto-Weltverband antwortet: Du darfst rein, du bist dabei.
Doch dann vor Ort, der kalte Schock.
Kein Pass für Herrn Ellerich, jedenfalls nicht jetzt. Warum, das weiß der Teufel, aber nicht der arme Kerl an der Ausgabestelle.
Und so warten wir und warten. Stunde um Stunde. Der Interview-Termin mit dem finnischen Iceman rückt näher und näher.
Und mit jeder Zeigerumdrehung tickt sie die Lebenszeit, verrinnt ungenutzt. Und die grauen Haare werden immer mehr.