Vettel: "Das war dumm" - Hamilton: "Unreif"
Vom Hockenheimring berichtet Marc Ellerich
Hockenheim - Sebastian Vettel und McLaren, das war beim Deutschland-Grand-Prix in Hockenheim eine ganz spezielle Geschichte ( BERICHT: Glücklos in der Heimat).
Die Engländer wird der deutsche Titelverteidiger nach dem verdorbenen Auftritt in der Heimat kaum noch auf seiner persönlichen "I Like"-Liste führen.
Zunächst trafen sich der Red-Bull-Pilot und McLarens schriller Fahrer Lewis Hamilton zu einem Stelldichein, das der Deutsche sicher gerne vermieden hätte (DIASHOW: Das Rennen in Bildern).
In der 36. Runde raste der zu diesem Zeitpunkt wegen einer Reifenpanne in der Frühphase des Rennens längst überrundete Engländer plötzlich an Vettel vorbei und schob sich zwischen den Red-Bull-Piloten und den führenden Fernando Alonso.
Vettels Autofahrer-Gruß
Für den Spanier war das, wie er später feststellte, "eine gute Sache, Hamilton zwischen mir und Vettel zu haben".
Der Grund war simpel: Vettel verlor Zeit auf den Führenden, zweieinhalb Sekunden waren es nach Alonsos Rechnung ( DATENCENTER: Das Rennergebnis).
Vettel schäumte vor Wut. Noch im Cockpit zeigte er dem chancenlosen Engländer den Autofahrer-Gruß.
"Das sagt alles"
Und nach dem Rennen attackierte er Hamilton: "Es ist ein bisschen dumm, die Führenden zu stören. Was sollte das, er war überrundet?"
Hamiltons Retourkutsche tags darauf ließ nicht lange auf sich warten.
"Es ist mir egal, was er sagt", behauptete der Engländer, der seinen 100. Grand Prix später sogar aufgegeben hatte: "Aber ich denke, das sagt alles über seine Reife."
"Heulsuse" Vettel
Ausgerechnet Hamilton, der zuletzt durch eine wilde Party Schlagzeilen gemacht hatte, fügte dann noch hinzu: "Ich habe nichts Dummes getan. Ich hatte nichts zu verschenken, ich gebe nie auf."
Im englischen Boulevard-Blatt "Mirror" musste sich Red Bulls Weltmeister als "Heulsuse" verspotten lassen.
Dabei war die Szene mit Hamilton für Vettel sogar rennentscheidend. Durch das Manöver des McLaren-Stars wurde er aufgehalten, kam zu spät zum zweiten Stopp - und verlor seinen zweiten Platz an Jenson Button.
Illegaler Angriff auf Button
Den versuchte er sich auf verhängnisvolle Art und Weise zwei Runden vor Schluss zurückzuerobern.
Vettels Überholmanöver gegen Button bewerteten die Stewards nach dem Grand Prix als illegal, der Deutsche wurde mit einer 20-Sekunden-Strafe belegt, die ihn auf Platz fünf zurückwarf.
Button hatte sich über Funk bei seinem Team über Vettels Manöver beschwert. Ganz in der Manier einer "Heulsuse".