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Jenson Button (M.) rast in Spa zu seiner ersten Pole Position seit über drei Jahren © getty

Während der McLaren-Pilot das Qualifying in Spa dominiert, kommt Vettel nicht in Q3. Schumi startet aus dem Mittelfeld.

Spa - Sebastian Vettel konnte es nicht fassen. Der Weltmeister schüttelte beim Blick auf den Zeitenmonitor immer wieder den Kopf:

Doch der Computer bestätigte nur die Gewissheit, dass der Red-Bull-Pilot nach einem völlig verkorksten Qualifying zum Großen Preis von Belgien am Sonntag (ab 13.45 Uhr im LIVE-TICKER) nur von Platz zehn ins erste Rennen nach der Sommerpause geht.

Die Pole Position für das Traditionsrennen in Spa sicherte sich Jenson Button im McLaren vor dem überraschend starken Sauber-Piloten Kamui Kobayashi (Japan).

Strafe für Maldonado

Dritter wurde Pastor Maldonado im Williams, der allerdings von den FIA-Rennkommisaren nachträglich um drei Posiitionen strafversetzt wurde. (DATENCENTER: Das Qualifying-Ergebnis).

Der Venezolaner hatte nach Meinung der Regelhüter im ersten Qualifikationsabschnitt Nico Hülkenberg bei dessen schneller Runde behindert.

Premiere für Button

Für den ehemaligen Weltmeister Button war es die erste Pole überhaupt für McLaren und die achte seiner Karriere. Der WM-Spitzenreiter Fernando Alonso startet von Rang fünf, Kimi Räikkönen im Lotus geht von Platz drei ins Rennen. Lewis Hamilton im zweiten McLaren steht auf Startplatz sieben (607144DIASHOW: Die Bilder des Qualifyings).

"Wir waren einfach zu langsam, ich würde auch gern wissen warum", sagte ein sichtlich angefressener Vettel. "Ich habe viel probiert, aber die Zeit kam nicht. Ich weiß, dass ich mich steigern kann. Morgen kann viel passieren, dann zählt es. Heute werden noch keine Punkte vergeben."

Schwarze Tag für deutsche Asse

Den schwarzen Samstag für die deutschen Fahrer machten die Mercedes-Piloten Michael Schumacher und Nico Rosberg perfekt. Rekordweltmeister Schumacher, der in Spa seinen 300. Rennen bestreiten wird, kam nicht über Rang 13 hinaus (BERICHT: Schumi und Spa - Besser als im Film).

Rosberg geht sogar nur als 23. und Vorletzter ins Rennen. Der 27-Jährige wurde nach seinem 18. Platz im Qualifying wegen eines Getriebewechsels um fünf Plätze nach hinten versetzt. Hülkenberg eroberte mit seinem Force-India-Mercedes Rang elf, Marussia-Pilot Timo Glock geht als 20. ins Rennen.

"Ich denke, die deutschen Hoffnungen sind heute ins Wasser gefallen. Es war nicht mehr drin. Ich war mit meiner Runde zufrieden, mehr konnte ich nicht rausquetschen", sagte Schumacher, "Fakt ist, dass wir zu langsam sind. Ich weiß noch nicht, was uns morgen nach vorne spülen soll."

Vettel hat noch Glück

Einen noch geknickteren Eindruck als Schumacher hinterließ Vettel. Und dabei hatte der 25-Jährige noch Glück: Weil sein Teamkollege Mark Webber wie Rosberg wegen eines Getriebewechsel fünf Startplätze verlor, muss der Heppenheimer nicht von Rang elf starten.

Der Titelverteidiger hatte eigentlich wie zuletzt in China die letzte Qualifikationsrunde verpasst. Der WM-Zweite Webber war auf Platz sieben gefahren, muss aber von Platz zwölf starten. Vettel versuchte sich vor dem Rennen selbst Mut zuzusprechen: "Ich denke man kann hier ganz gut überholen, wir müssen abwarten."

Im letzten Jahr noch dominant

Im vergangenen Jahr war Vettel auf der "Ardennen-Achterbahn" noch auf die Pole gerast und hatte anschließend auch das Rennen gewonnen (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer).

Und nach einer insgesamt bisher nicht gut verlaufenden Saison, wollte er auf der 7,004 Kilometer langen Berg- und Talfahrt in Spa eigentlich die Wende im Kampf um die WM-Krone einleiten und unbedingt Punkte auf Alonso gutmachen - um im Kampf um den Titel nicht den Anschluss zu verlieren.

Vor den letzten neun Rennen der Saison liegt er 42 Zähler hinter dem Spanier. Der Beatles-Liebhaber muss angesichts der starken Konkurrenz jetzt regelmäßig punkten, wenn er seinen Traum vom dritten WM-Triumph noch nicht abschreiben will.

Verlorene Leichtigkeit

Allerdings hat der Dominator des Vorjahres seine Leichtigkeit besonders im Qualifying verloren.

"Wir müssen uns steigern, um bis zum Schluss um den Titel mitreden zu können", sagte Vettel. "Wenn ich 43 Punkte Rückstand hätte, wäre es schlimmer. Wenn ich 41 Punkte weniger hätte, wäre es besser. Wir haben noch viele Rennen. Wir sollten jetzt mehr Punkte holen als alle anderen - mindestens 42 mehr als Fernando."

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