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Sebastian Vettel begann seine Formel-1-Karriere 2007 bei BMW Sauber © getty

Der Weltmeister weiß nach der Spa-Quali nicht, warum der Speed fehlt. Schumi kennt keinen Grund, warum "wir weiter vorne sein sollten".

Von Felix Götz

München - Während McLaren-Pilot Jenson Button seine Pole-Position feierte, trat Sebastian Vettel nach dem Qualifying zum Belgien-Grand-Prix mit finsterer Miene vor die Kameras.(BERICHT: Button holt die Pole)

Der Red-Bull-Star wollte in Spa eigentlich die Aufholjagd auf den WM-Leader Fernando Alonso starten, doch nun geht er von Startplatz zehn aus in das Ardennen-Rennen (So., ab 13.45 Uhr im LIVE-TICKER) .

"Wir waren einfach zu langsam. Ich würde auch gerne wissen warum. Es schien nichts zusammenzulaufen", sagte der 25-Jährige.

Dabei profitierte der Weltmeister sogar noch davon, dass sein Teamkollege Mark Webber aufgrund eines Getriebewechsels um fünf Plätze zurückgestuft wurde.

Sonst wäre Vettel, der bereits in Q2 die Segel streichen musste, am Sonntag von Rang elf aus in den zwölften Grand Prix der Saison gestartet.

"Ich habe viel probiert"

Auf die Frage, warum es an Speed fehlte, antwortete er mit einem Achselzucken.

Er habe keinen Fehler gemacht, das Auto sei eigentlich gut gewesen und auch das Timing hätte gepasst.(DATENCENTER: Das Qualifying-Ergebnis)

"Ich habe viel probiert, aber die Zeit kam nicht. Es war eine Überraschung, weil ich am Morgen noch ein gutes Gefühl hatte", sagte der Heppenheimer.

Vettels Ziel ist der Sieg

Trotz allem Ärger glaubt er noch immer an ein erfolgreiches Rennen:

"Ich weiß, dass ich mich steigern kann. Es kann viel passieren. Im Qualifying werden keine Punkte vergeben. Das Ziel ist es, zu gewinnen."

Will Vettel den Anschluss nicht verlieren, dann muss auf der Rennstrecke Spa-Francorchamps ein starkes Ergebnis her.

Alonso hat nämlich bereits 42 Zähler Vorsprung auf den jüngsten Doppel-Champion der Formel-1-Historie und startet vom fünften Platz. (NEWS: Maldonado verliert Startplatz drei)

Vettel muss blechen

Zu allem Überfluss bekam Vettel von der FIA auch noch eine 10.000-Euro-Geldstrafe aufgebrummt.

Wie auf anderen Strecken üblich, übte er am Ende der Boxenausfahrt einen Start. In Spa fehlt dafür allerdings der Platz, deshalb ist es verboten.

Vettel hielt sich nicht daran und hatte sogar noch Glück, dass die Strafe nicht noch drastischer ausfiel.

"Die Tatsache, dass Team und Fahrer den Fehler sofort erkannt und selbst an den Rennleiter gemeldet haben, wirkt sich strafmildernd aus", teilte die FIA mit.

Schumi erreicht Grenze

Einen schlechten Tag erwischte auch Michael Schumacher.

Der Rekord-Weltmeister muss sich bei seinem 300. Rennen in der Königsklasse mit Startplatz 13 zufrieden geben.

"Ich habe das Gas bis zum Anschlag durchgetreten, mehr ging da einfach nicht", erklärte der 43-Jährige. (607144DIASHOW: Die Bilder des Qualifyings)

Und weiter: "Fakt ist, dass das gerade unsere Grenze ist, mehr gibt das Auto derzeit nicht her. Mit der Zeit habe ich die Grenze fast schon überboten."

Persönlich sei er sehr zufrieden mit der Runde: "Aber es reicht halt leider nicht für mehr."

"Es ist nicht viel passiert"

Eigentlich sollte bei Mercedes nach der Sommerpause alles besser werden, doch davon war in Spa nichts zu sehen.

"Die Updates, die wir bekommen, werden leider erst später kommen", gab Schumi desillusioniert zu Protokoll: "Und am Auto selber ist nicht viel passiert. Dann gibt es eben auch keine Gründe, warum wir weiter vorne sein sollten."

Deshalb macht sich Schumacher auch für das Rennen nicht sonderlich große Hoffnungen. Er wisse nicht, ob er "weiter nach vorne fahren kann".

Rosberg startet als Vorletzter

Noch miserabler ist die Ausgangslage bei Teamkollege Nico Rosberg.

Der 27-Jährige scheiterte als 18. bereits in Q1 und wurde wie Webber aufgrund eines Getriebewechsels um fünf Plätze nach hinten versetzt.

Das macht den vorletzten Rang - vor Narain Karthikeyan im HRT.

"Ein enttäuschender Tag"

"Es war ein enttäuschender Tag für uns", sagte Teamchef Ross Brawn. "Insgesamt ziemlich durchwachsen", bewertete Rosberg seine Leistung selbstkritisch.

Ob im Rennen noch was geht?

"Wir brauchen einen super Start und eine super Strategie. Es kann sicher um einiges nach vorne gehen, ob es für die Punkte reicht, weiß ich aber nicht", sagte Rosberg.

Hülkenberg auf Rang zwölf

Nico Hülkenberg im Force India (Platz zwölf) und Marussia-Pilot Timo Glock (Rang 21) rundeten das unter dem Strich schwache Abschneiden der deutschen Piloten ab - kein einziger schaffte es ins Quali-Finale.(DATENCENTER: WM-Stand Fahrer)

"Die deutschen Hoffnungen sind ins Wasser gefallen", zog Schumacher Bilanz.

Und das bei strahlendem Sonnenschein.

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