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Jenson Button (vorne) begann seine Formel-1-Karriere 2000 bei Williams © getty

Schwerer Crash in Spa, Hamilton und Alonso fliegen raus. Button siegt vor Vettel - auch Hülk überzeugt. Grosjean wird gesperrt.

Spa - Weltmeister Sebastian Vettel hat den spektakulären Unfall des WM-Spitzenreiters Fernando Alonso genutzt und ist wieder mittendrin im Kampf um den Titel. (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer)

Auch Michael Schumacher zeigte in seinem 300. Rennen eine beeindruckende Leistung, doch Jenson Button war beim Großen Preis von Belgien einfach nicht zuschlagen. (DATENCENTER: Das Renn-Ergebnis)

Der Brite nutzte seine erste Pole für McLaren und fuhr seinem zweiten Saisonsieg ungefährdet entgegen.

"Die Strecke ist etwas Besonderes. Hier einen Start-Ziel-Sieg einzufahren, ist sehr speziell", sagte Button.

Hinter dem Weltmeister von 2009 belohnte sich Vettel mit einer grandiosen Aufholjagd mit Rang zwei, Dritter wurde Lotus-Pilot Kimi Räikkönen.

Schumi auf Rang sieben

Schumacher steuerte seinen Mercedes bei seinem Jubiläum als Siebter durchs Ziel.

Nico Hülkenberg im Force-India sorgte mit seinem sensationellen Platz vier für ein hervorragendes deutsches Ergebnis im zwölften von 20 Saisonrennen.

Nico Rosberg im zweiten Silberpfeil wurde Elfter, Marussia-Mann Timo Glock kam auf Rang 15.

Alonso und WM-Mitfavorit Lewis Hamilton (McLaren) waren zu Beginn des Rennens nach einem Crash ausgeschieden. (607536DIASHOW: Die Bilder des Rennens)

Vierkampf um den Titel?

In den restlichen acht Saisonrennen zeichnet sich jetzt ein Vierkampf um den Titel ab: Obwohl Ferrari-Pilot Alonso ohne Punkte blieb, führt der Spanier die Gesamtwertung weiter 164 Punkten an.

Vettel machte mit seinem zweiten Platz 18 Punkte gut und liegt als WM-Zweiter jetzt nur noch 24 Zähler zurück.

Sein Red-Bull-Teamkollege Mark Webber (Australien/132) rangiert auf Rang drei, Räikkönen liegt nur einen Punkt dahinter. Hamilton verlor etwas den Anschluss (117).

Spektakulärer Crash

Begonnen hatte die Fahrt durch die "Ardennen-Achterbahn" mit einem spektakulären Unfall und einem herben Rückschlag für Alonso im Kampf um die WM-Krone.

Für den WM-Führenden war das Rennen bereits nach wenigen Metern beendet. Ausgelöst hatte den Crash direkt nach dem Start der Franzose Romain Grosjean, der seinen Lotus vor der ersten Kurve in Lewis Hamilton hineinsteuerte.

Daraufhin nahm der Brite im McLaren Grosjean auf die Hörner und katapultierte ihn in Alonsos Ferrari. Der Spanier hatte dabei noch Glück, da Grosjeans Wagen seinen Kopf nur um wenige Zentimeter verfehlte.

Grosjean gesperrt

Für sein Manöver wurde Grosjean postwendend von der FIA für das nächste Rennen in Monza gesperrt worden. Zudem muss der Lotus-Fahrer eine Strafe in Höhe von 50.000 Euro zahlen. Das entschieden die

Damit dürfte am kommenden Wochenende im italienischen Monza Ersatzfahrer Jerome D'Ambrosio zum Einsatz kommen.

Hamilton wütend

Es dauerte einige Minuten, bis die Stewards Alonso aus seinem völlig zerstörten Boliden herausgeholt hatten.

Auch Hamilton war nach dem Unfall wütend auf Grosjean und zeigte ihm den Vogel.

Nachdem das Safety Car vier Runden lang das Feld angeführt hatte, wurde das Rennen in der fünften Runde neu gestartet.

Schumi profitiert von Chaos

Besonders Schumacher profitierte von dem Startchaos und wurde zunächst von Startplatz 13 bis auf Rang fünf nach vorne gespült.

Auch danach pushte der Altmeister in seinem "Wohnzimmer" und zeigte in Runde elf seine ganze Klasse, als er mit einem blitzsauberen Manöver an Kimi Räikkönen vorbeizog und zunächst auf Rang drei lag.

Zum Ende des Rennens entwickelte sich zwischen den beiden ein packender Zweikampf - Schumacher wehrte sich mit allen Mitteln, musste den Finnen dann aber vorbeiziehen lassen.

"Plan B" funkte das Mercedes-Team anschließend, Schumacher musste seine abbauenden Reifen ersetzen lassen und seinen Traum vom Podium im Jubiläumsrennen begraben.

Eine sensationelle Aufholjagd

Vettel verlor nach dem Start zunächst zwei Plätze, startete danach aber eine sensationelle Aufholjagd und knöpfte sich Wagen für Wagen vor.

Der Heppenheimer arbeitete sich immer weiter nach vorne. In der 20. Runde lag der 25-Jährige bereits auf Rang zwei, nachdem Schumacher direkt vor ihm in die Box fuhr und ihm mit einer unsauberen Linie fast den Weg abschnitt.

Danach holte sich auch Vettel neue Reifen und fiel zunächst wieder auf Platz acht zurück.

"Ein verrücktes Rennen"

Doch der Weltmeister nutzte die frischen Gummis geschickt, zeigte eine ganz starke Vorstellung und raste schnell wieder auf Platz zwei vor.

"Ein wirklich verrücktes Rennen", sagte Vettel erleichtert, "wir hatten die richtige Strategie."

Am Samstag war der zweimalige Weltmeister noch sehr geknickt gewesen, nachdem der in der Qualifikation nicht über Rang zehn herausgekommen war.

Doch mit seinem Husarenritt sorgte Vettel für einen mehr als versöhnlichen Abschluss in Spa.

Acht Rennen in 83 Tagen

In den nächsten Wochen geht es für die Fahrer weiter Schlag auf Schlag: In 83 Tagen stehen insgesamt acht Rennen auf dem Programm.

So eng war der Terminkalender noch nie gesteckt.

Am kommenden Sonntag wird im italienischen Monza das letzte Europa-Rennen gestartet.

Finale in Brasilien

Danach verbringen Vettel und Co. mehr Zeit im Flugzeug als in ihren Boliden.

Zunächst geht es nach Singapur, danach über Japan, Südkorea, Indien und Abu Dhabi weiter nach Austin in den USA und schließlich zum Finale nach Brasilien.

"Wir reisen in der Welt herum, von einer Seite zur anderen. Das wird hart, und es wird wichtig sein, die Konzentration aufrechtzuerhalten", sagte Vettel mit Blick auf die kommenden anstrengenden Wochen.

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