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Sebastian Vettel wurde 2010 und 2011 Formel-1-Weltmeister © getty

Bis zum Finale in Brasilien ist Vettel im Dauerstress. Der Weltmeister ist wieder an Alonso dran, will aber nur auf sich selbst schauen.

Spa - Sebastian Vettel hatte es eilig.

Hier noch schnell ein Autogramm, da noch ein Foto mit einem Fan - und schon sauste der Weltmeister gut gelaunt in Jeans und legerem T-Shirt im Laufschritt von der Strecke in Spa.

Vettel hetzte, er musste seinen Flieger nach Italien bekommen.

Die Formel 1 steht ja nie still, es geht immer weiter und nächsten Sonntag rast der Red-Bull-Pilot in Monza (Italien) schon wieder um wichtige Punkte im Kampf um seinen dritten WM-Titel in Serie.

18 Zähler gutgemacht

In dem kurzen Moment, der ihm lieb, genoss er seinen zweiten Platz beim Großen Preis von Belgien aber sichtlich. (607536DIASHOW: Die Bilder des Rennens)

Schließlich hatte Vettel auf seinen Rivalen und WM-Führenden Fernando Alonso 18 Zähler gutgemacht. Der Rest der Saison verspricht jetzt ein heißer Tanz zu werden.

Mit einem knappen "Ja" und einem schelmischen Grinsen im Gesicht beantwortete er die Frage, ob er vor dem Rennen damit gerechnet hatte, den Rückstand auf Alonso so schnell verringern zu können.

Und fügte hinzu: "Nur annähernd daran zu denken, irgendwie aufzustecken oder die Hoffnung zu verlieren, das wäre ein schwaches Zeichen für uns. Ich glaube, wir hatten viel schlimmere Situationen."

Alonso ohne Punkte

Eine ganz schlimme Situation überstand Alonso gleich in der ersten Runde auf der "Ardennen-Achterbahn", als er nach einem schrecklichen Crash unversehrt aus seinem völlig zerstörten Ferrari kletterte. (BERICHT: Grosjean räumt ab - Vettel sagt danke)

Dabei war ihm der Wagen des Unfall-Verursachers und im Moment größten Bruchpiloten der Formel 1 Romain Grosjean nur um wenige Zentimeter am Kopf vorbeigeflogen.

Doch zum Glück trug der Spanier bis auf Schmerzen in der linken Schulter keine Schäden davon - das Rennen war für ihn allerdings gelaufen.

"Was passiert ist, ist eine Schande", schimpfte Alonso, nachdem er den Schock abgeschüttelt hatte, "das Podium wäre sicher für mich möglich gewesen." In 23 Rennen zuvor war er immer in die Punkte gefahren. (BERICHT: Crash-Kid Grosjean am Pranger)

Vettel will auf sich selbst schauen

Nutznießer der Situation war Vettel. Der 25-Jährige liegt auf der Hatz nach seinem historischen Titel-Triple jetzt nur noch 24 Zähler hinter Alonso. (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer)

"Ferrari erlebt schreckliche Momente. Davon profitiert Vettel. Die Meisterschaft ist wieder offen", schrieb die italienische Zeitung "Corriere della Sera".

Drei WM-Triumphe in Serie schafften in der Geschichte bisher nur Michael Schumacher, der sogar fünfmal in Folge gewann, und in den 50er Jahren der legendäre Juan Manuel Fangio - der Argentinier holte vier Titel in Serie.

"Natürlich kümmere ich mich um die WM, aber ich kümmere mich nicht um Punkte oder Abstände. Wir müssen immer auf uns selbst schauen", sagte Vettel und richtete den Blick sofort wieder nach vorne:

"Wir sehen doch immer wieder, wie schnell sich die Dinge drehen können. Nun gehen wir nach Monza. Wenn man dort die Pole holt, ist es prima, stehst du weiter hinten, wird es eng."

Vierkampf um den Titel

Ohnehin ist das Rennen um den Titel kein Duell, sondern eher ein Vierkampf: Die besten Karten hat weiter Alonso, der 164 Punkten an der Spitze liegt.

Allerdings schmolz der Vorsprung auf Vettel zusammen.

Sein Red-Bull-Teamkollege Mark Webber (Australien/132) rangiert auf Rang drei, Kimi Räikkönen im überraschend starken Lotus liegt nur einen Punkt dahinter.

Lewis Hamilton fiel wie Alonso ebenfalls aus und verlor etwas den Anschluss (117).

Acht Rennen in 82 Tagen

Für Vettel und Co. geht es jetzt in die ganz heiße Phase der Saison: In den nächsten 82 Tagen stehen insgesamt acht Rennen auf dem Programm.

So eng war der Terminkalender noch nie gesteckt. Am kommenden Sonntag wird in Monza das letzte Europa-Rennen gestartet.

Danach verbringen die Vollgas-Helden mehr Zeit im Flugzeug als in ihren Boliden.

Zunächst geht es nach Singapur, danach über Japan, Südkorea, Indien und Abu Dhabi weiter nach Austin in die USA und schließlich zum Finale nach Brasilien.

"Wir reisen in der Welt herum, von einer Seite zur anderen. Das wird hart, und es wird wichtig sein, die Konzentration aufrechtzuerhalten", sagte Vettel - und sauste davon.

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