Pole-Held Vettel hat die Riesenchance
Von Felix Götz
München - Sebastian Vettel hat nach dem Qualifying ( Bericht) noch einige Zeit bangen müssen, ehe die insgesamt 34. Pole-Position seiner Karriere ( NEWS: Nur Michael Schumacher und Ayrton Senna sind besser) in trockenen Tüchern war.
Die FIA-Rennkommissare beließen es nach Fernando Alonsos Einspruch, der in Q3 vom Weltmeister behindert wurde, bei einer Verwarnung.
So durfte sich Vettel beim Grand Prix in Suzuka (Rennen, So., ab 7.45 Uhr im LIVE-TICKER) über die vierte Japan-Pole in Serie freuen.
"Das Auto hat sich fantastisch angefühlt. Es war ein perfektes Qualifying", sagte der Heppenheimer und strahlte dabei bis über beide Ohren. ( DATENCENTER: Das Quali-Ergebnis)
Vettel: Hoffentlich halten die Reifen
Dabei hatte ihm sein Bolide am Freitag teilweise noch Kopfzerbrechen bereitet.
"Zu Beginn des Wochenendes wussten wir nicht genau, ob das Auto schnell genug ist. Am Freitagmorgen war ich mit dem Auto noch nicht zufrieden", erklärte Vettel.
Doch dann habe das Team "kontinuierlich Schritte nach vorne" gemacht, meinte der 25-Jährige: "Jetzt hoffen wir, dass die Reifen halten und wir ein gutes Rennen fahren."
Platz eins die halbe Miete
Statistisch gesehen ist Startplatz eins für Vettel auf dem Suzuka International Racing Course exakt die halbe Miete.
Zwei Mal gewann er das Rennen in den vergangenen vier Jahren als Pole-Setter.
"Sebastian ist in Topform", sagte Red-Bull-Teamchef Christian Horner bei "RTL" und forderte mit Blick auf das Rennen: "Wir müssen sicherstellen, dass wir aus dieser Ausgangslage ein gutes Ergebnis machen."
Zumal mit Mark Webber der zweite Pilot der "Bullen" direkt hinter Vettel in das 15. Rennen des Jahres geht.
"Es fehlt an Performance"
Für Vettel bietet sich in Suzuka eine riesige Chance, um den 29-Punkte-Rückstand auf Alonso zu verringern. ( DATENCENTER: WM-Stand Fahrer)
Der WM-Leader startet nämlich nur als Sechster, sein Ferrari kommt nicht an die Geschwindigkeit der Red-Bull-Boliden ran.
"Wir haben mal wieder unsere Probleme, sind nicht schnell genug", meinte der Spanier: "Es fehlt an Performance auf einer schnellen Runde." (DIASHOW: Die Bilder des Qualifyings)
Alonsos Fazit: "Dass wir dennoch die WM anführen, ist schwierig zu erklären."
Hamilton bedient
Auch auf die in der Gesamtwertung hinter ihm liegenden Kimi Räikkönen (Startplatz sieben, Lotus) und Lewis Hamilton (Rang neun) kann Vettel den Vorsprung vergrößern.
"Ich weiß nicht, was wir im Rennen erwarten dürfen. Wir hatten an diesem Wochenende bislang einige Probleme", meinte der "Iceman" gegenüber "Sky Sports F1".
Und der in Japan eigentlich hochgehandelte McLaren-Pilot Hamilton war völlig bedient. ( STIMMEN: "Ich war weit weg vom Schuss")
"Ich war nicht schnell genug", sagte der zukünftige Mercedes-Fahrer: "Ich habe die falschen Setupänderungen vorgenommen. Ich hatte massives Untersteuern. Das Auto wollte nicht einlenken. Ich schlug überall voll ein, doch das Fahrzeug ging einfach nicht gut um die Kurven."
Gebrauchter Tag für Mercedes
Einen gebrauchten Tag erlebte Mercedes, das mit beiden Autos in Q2 die Segel streichen musste.
Nico Rosberg startet von Rang 13, Michael Schumacher nach seiner Rückversetzung um zehn Plätze aufgrund des von ihm verursachten Unfalls in Singapur mit Jean-Eric Vergne (Toro Rosso) als Vorletzter.
"Das Auto ist nicht schnell genug", stellte Schumi vor dem sechstletzten Rennen seiner Karriere fest.
Sonderlich überrascht war der 43-Jährige davon allerdings nicht: "Es war im Voraus schon ein bisschen damit zu rechnen, dass wir hier Schwierigkeiten bekommen würden. Es ist eine Strecke mit höheren Kurvengeschwindigkeiten. Da sind wir, wie wir dieses Jahr festgestellt haben, nicht ganz so gut aufgestellt."
"Es ist enttäuschend"
Rosberg war ebenfalls angefressen. "Das ist nicht das, wo wir sein wollen. Es ist enttäuschend, dass wir es nicht in den dritten Qualifying-Durchgang geschafft haben."
Besonders bitter für Mercedes ist die Tatsache, dass Rang fünf in der Teamwertung in Japan ins Wackeln geraten könnte.
Sauber liegt nur 35 Zähler hinter den Silberpfeilen und bot mit Kamui Kobayashi (Starplatz drei) und Sergio Perez (Fünfter) eine bärenstarke Vorstellung.