Webber klaut Teamkollege Vettel die Pole
Yeongam - Sebastian Vettel gab sich hinterher alle Mühe, nicht allzu enttäuscht zu wirken.
Doch es gelang ihm nicht.
Die Miene des Weltmeisters war grimmig, nachdem ihm sein Teamkollege Mark Webber im Qualifying zum Großen Preis von Südkorea (So., ab 7.45 Uhr im LIVE-TICKER) die schon sicher geglaubte Pole Position doch noch weggeschnappt hatte. ( DATENCENTER: Das Qualifying-Ergebnis)
Und so muss Vorjahressieger Vettel vom zweiten Platz ins Rennen gehen. (DIASHOW: Bilder des Qualifyings)
Dritter wurde in Yeongam McLaren-Pilot Lewis Hamilton.
"Ziel war, die Pole zu holen"
"Das Ziel war, die Pole zu holen. Die Chance war da, aber es hat nicht geklappt", sagte Vettel leicht angesäuert, "jetzt müssen wir nach vorne schauen. Ich konzentriere mich auf den Start. Im Rennen ist noch alles drin, auch was die Strategie angeht. Die Augen sind nach vorne gerichtet."
Und da dürfte Vettel beste Perspektiven für den Kampf um die Weltmeisterschaft in der Formel 1 erkennen. Schließlich landete seine großer Rivale Fernando Alonso auf dem 5,615 km langen Kurs lediglich auf Rang vier.
Große Chance auf WM-Führung
Damit hat Titelverteidiger Vettel am Sonntag die große Chance, nach dem 16. von 20 Saisonrennen zum ersten Mal seit dem 27. Mai wieder die WM-Führung zu übernehmen.
Der Heppenheimer verkürzte seinen Rückstand auf Alonso im Kampf um die Krone des Motorsports nach zuletzt zwei Siegen in Singapur und Japan auf vier Punkte. Hamilton liegt bereits 42 Zähler hinter Alonso. ( DATENCENTER: WM-Stand Fahrer)
Der Spanier war froh, dass nicht Vettel von ganz vorne startet. "Das ist gut für mich, wobei Hamilton bestimmt auch einen guten Start hinlegen kann. Ich hoffe, meine Position halten zu können", sagte Alonso, der Red Bull als die Favoriten für das Rennen sieht: "Sie waren in jeder Session vorn und sind das Auto, das es zu schlagen gilt."
Webber mit Zauberrunde
Lange sah es auch so aus, dass Vettel im Qualifying nicht zu schlagen sei. Bis zur letzten Minute war der Heppenheimer zuvor absolut dominant unterwegs, bis Webber in der letzten Minute doch noch eine Zauberrunde auspackte - und Vettel in seinem letzten Versuch im Verkehr hängenblieb.
"Das war sicher nicht ideal. Da gab es wohl ein Missverständnis zwischen mir und der Box. Ich habe den Funkspruch so verstanden, dass Felipe Massa in die Box kommt", sagte Vettel.
Doch der Brasilianer - pikanterweise Teamkolle von Vettel-Rivale Alonso - blieb auf der Strecke und kostete Vettel im Kampf um die Pole wichtige Hundertstelsekunden.
"Aber ich bin kein Freund davon, jemandem die Schuld in die Schuhe zu scheiben", sagte Vettel, "wenn man das jemandem zuschreiben kann, dann mir. Vielleicht habe ich mich nicht genug angestrengt."
"Wollen attackieren und gewinnen"
Das soll sich im Rennen aber nicht wiederholen. "Offenbar ist das Auto nicht schlecht und sollte im Rennen noch besser funktionieren", sagte Vettel. Ein eigentlich harmloser Satz, den die Konkurrenz aber getrost als Warnung verstehen kann: "Wir wollen attackieren und gewinnen."
Rekordweltmeister Michael Schumacher landete bei der zweiten Station seiner Abschiedstournee auf Rang zehn.
"Positiv ist, dass wir im Vergleich zur Vorwoche einen Schritt nach vorne gemacht haben", sagte der 43-Jährige, der während der Qualifikation aus der Box kommend fast einen Unfall mit Hamilton gehabt hätte:
Strafe für Mercedes
"Zum Glück sind die Boxengassen ja breit genug. Er hat mich gesehen und die richtige Linie gewählt. Sorry, ich konnte ihn aus dem Blickwinkel leider nicht sehen", sagte Schumacher bei "RTL".
Mercedes muss trotzdem eine Strafe von 10.000 Euro zahlen.
Nico Rosberg wurde im zweiten Mercedes Neunter. Nico Hülkenberg sicherte sich mit seinem Force-India als zweitbester Deutscher Rang acht. Timo Glock startet im Marussia von Platz 21.