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Sebastian Vettel wurde 2010 und 2011 Formel-1-Weltmeister © getty

Vettel baut seinen Vorsprung in Austin aus. Doch die Lichtmaschine und Karthikeyan sorgen für Ärger. Alonsos Hoffnung lebt.

Von Felix Götz

München - Platz zwei beim USA-Grand-Prix (Bericht), den Vorsprung auf Fernando Alonso auf 13 Punkte ausgebaut und den Konstrukteurs-Titel eingetütet: (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer)

Sebastian Vettel hätte nach dem vorletzten Saisonrennen auf dem Circuit of The Americas eigentlich keinen Grund gehabt, nicht allerbester Laune zu sein.

Doch der Red-Bull-Pilot strebt nach Perfektion. Schließlich hatte er von der Pole-Position aus gestartet weder den Sieg eingefahren, noch die Fahrerwertung vorzeitig für sich entschieden.

"Viel besser hätte es nicht laufen können", meinte der Heppenheimer und schränkte ein: "Aber es hat einen gewissen Nachgeschmack."

Karthikeyan sorgt für Ärger

Er selbst habe alles richtig gemacht, meinte Vettel, der sich über seinen speziellen Freund Narain Karthikeyan ärgerte.

Als der jüngste Doppel-Weltmeister der Formel-1-Historie sich vom späteren Sieger Lewis Hamilton gejagt ans Überrunden machte, fuhr der HRT-Pilot zunächst nicht zur Seite. (DATENCENTER: Das Renn-Ergebnis)

"Er hat im ersten Sektor nicht viel Platz gemacht und genau die Sekunde haben wir dann verloren. Lewis war zu dem Zeitpunkt nah genug dran, um relativ entspannt vorbei zu fahren", erklärte Vettel.

Lichtmaschine erneut defekt

"Bullen"-Teamchef Christian Horner sah es ähnlich: "Karthikeyan hat nicht in seine Spiegel geschaut. Das hat Sebastian entscheidende Zeit gekostet." ( 641083 DIASHOW: Bilder des Rennens )

Vielleicht revanchierte sich der Inder damit für den unflätigen Auftritt Vettels in Malaysia, als er Karthikeyan erst den Stinkefinger entgegengestreckt und ihn dann auch noch als "Gurke" beschimpft hatte.

Allerdings war Red Bull nicht nur wegen Karthikeyan leicht angesäuert. Renault musste sich ebenfalls Kritik anhören.

Bereits zum dritten Mal in dieser Saison gab die vom französischen Automobilhersteller gelieferte Lichtmaschine den Geist auf.

Newey tadelt Renault

Diesmal zum Glück "nur" am Boliden von Vettels Teamkollegen Mark Webber, für den somit in der 17. Runde Schluss war.

Nicht auszudenken, was los wäre, wenn der Ausfall der Lichtmaschine am Ende die WM entscheiden würde.

"Das ist eine tickende Zeitbombe, weil man nie weiß, wann die Maschine kaputtgeht", wetterte Red-Bull-Chefdesigner Adrian Newey bei "Sky Sports F1":

"Renault hat da noch keine zufriedenstellende Lösung gefunden, also stellt das noch eine große Unbekannte dar."

"Ein Bier aufmachen"

Trotz Karthikeyan und den Problemen mit der Lichtmaschine ließ sich Vettel nach dem 100. Grand Prix seiner Karriere nicht komplett die Laune verhageln.

Schließlich hatte sein Team zum dritten Mal in Serie den Konstrukteurs-Titel gewonnen. "Die Jungs dürfen ein Bier aufmachen. Und ich bin dabei", kündigte der 25-Jährige eine kleine Fete an. (DATENCENTER: WM-Stand Teams)

Die große Sause soll dann am kommenden Wochenende beim Saisonfinale in Sao Paulo steigen. Dort würde Vettel bereits ein vierter Platz definitiv zum Titel reichen. (SERVICE: So holt Vettel den Titel)

"Der Kampf geht in Brasilien weiter, aber ich bin sehr zuversichtlich. Die Strecke passt zu uns", sagte der 26-malige Grand-Prix-Sieger.

Griff in die Trickkiste

Für Alonso stehen die WM-Chancen eher schlecht. Der Spanier lieferte zwar einen großen Fight ab und steuerte seinen Ferrari auf Rang drei, hatte am Ende aber 38,5 Sekunden Rückstand auf seinen Rivalen.

Immerhin half der Scuderia ein tiefer Griff in die Trickkiste. Vor dem Rennen wurde am Auto von Alonsos Teamkollegen Felipe Massa mutwillig das Siegel am Getriebe verletzt.

Daraufhin wurde das Getriebe gewechselt, Massa wurde um fünf Plätze zurückversetzt, Alonso rutschte auf Rang sieben vor und durfte von der sauberen Seite starten.

"Das haben wir uns am Samstagabend einfallen lassen", meinte Teamchef Stefano Domenicali dazu bei "RTL".

"Hoffnung lebt weiter"

Unter dem Strich holte Alonso drei Zähler weniger als Vettel. "Unsere Hoffnung lebt weiter", meinte der 32-Jährige dennoch.

Um noch eine halbwegs realistische Chance auf den Titel zu haben, muss Alonso in Brasilien siegen. Allerdings gelang ihm das dort bislang noch nie.

"Wir müssen das Maximum rausholen. Und wir müssen bis zum letzten Moment dran glauben", gab Domenicali die Richtung vor.

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