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Sebastian Vettel ging bisher 100 Mal in der Formel 1 an den Start © getty

Obwohl Rang vier in Brasilien zum Titel reichen würde, will Vettel mehr. Red Bull hat keine Angst vor Regen, Ferrari schläft gut.

Von Felix Götz

München - Der Showdown in Brasilien (Training, Fr., ab 13 Uhr im LIVE-TICKER) steht bevor. Bei Funktionären, Fans und Fahrern knistert es gewaltig.

"Es wird aufregend", sagte Sebastian Vettel bei der obligatorischen Pressekonferenz vor dem Rennen in Interlagos:

"Wir haben es mit einer Kombination aus leidenschaftlichen Fans und einer Rennstrecke, die gegen den Uhrzeigersinn befahren wird, zudem sehr hoch liegt und über eine Menge Bodenwellen verfügt, zu tun."

Die Ausgangslage ist aber komfortabel. Der WM-Leader hat 13 Zähler Vorsprung auf Verfolger Fernando Alonso im Ferrari. (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer)

Bereits der vierte Platz würde Vettel definitiv reichen, um sich zum jüngsten Dreifach-Weltmeister der Formel-1-Geschichte zu küren. (SERVICE: So wird Vettel Weltmeister)

"Wir sind zuversichtlich"

Taktieren wird der Heppenheimer auf dem Autodromo Jose Carlos Pace dennoch nicht.

Er werde wie in jedem Rennen versuchen zu gewinnen und deshalb "volle Attacke" gehen.

"Wir wissen, dass noch ein schweres Stück Arbeit vor uns liegt. Aber wir sind zuversichtlich, denn wir sind in einer guten Position und die Strecke liegt unserem Auto", erklärte Vettel, der in Brasilien 2010 triumphierte und im vergangenen Jahr hinter seinem Teamkollegen Mark Webber Zweiter wurde.

Ferrari hofft auf Regen

Dass die Scuderia auf Regen hofft, weil sie sich dann im Vorteil sehen würde, lässt Vettel kalt. (BERICHT: Ferrari setzt auf Chaos)

"Ich habe bei Pirelli nachgefragt, ob alle Container mit Regenreifen angekommen sind. Das ist so, deshalb fühle ich mich sicher", meinte der 25-jährige mit einem Grinsen im Gesicht.

In Malaysia, als Alonso im Regen groß auftrumpfte und sensationell gewann, hatten die "Bullen" allerdings große Probleme. Sie bekamen einfach keine vernünftige Temperatur in ihre Pneus.

"Das haben wir schon lange im Griff", wiegelte Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko ab: "Sebastian ist außerdem ein ausgezeichneter Regenfahrer."

"Können viel gewinnen"

Ferrari sieht aber weitere Chancen, doch noch den 16. Fahrer-Titel der Rennstall-Historie einzusammeln.

Die Italiener spekulieren darauf, dass Vettel dem Druck nicht gewachsen sein könnte. Alonso erklärte, dass sein Team derzeit besser schlafen könne als die Konkurrenz.

"Wir können viel gewinnen und nur wenig verlieren - bei ihnen ist es das Gegenteil", sagte der Spanier, der zudem auf Rache sinnt.

Erinnerungen an 2010

2010 war es Vettel, der beim Saisonfinale in Abu Dhabi einen 15-Zähler-Rückstand auf Alonso wettmachte und dem Rennfahrer aus Oviedo den dritten WM-Titel vor der Nase wegschnappte.

"Damals waren wir in der Situation, in der Fernando nun ist, und wir haben trotzdem den Titel geholt", erinnerte sich Vettel:

"Dennoch: Wenn ich wählen darf, bin ich lieber der Führende vor dem letzten Rennen."

Alonso philosophiert

Es käme einem kleinen Wunder gleich, sollte sich Alonso in seinem klar schwächeren Ferrari gegen Vettels seit Wochen starken RB8 tatsächlich so deutlich durchsetzen, dass es noch zum WM-Sieg reicht. (BERICHT: Vettels fünf Schlüssel zum Titel)

"Wir haben es nicht in unserer Hand. Aber es wird passieren, was passieren muss", philosophierte Alonso:

"Das Wichtigste ist, dass wir alles perfekt machen, dann liegt nur das Glück außerhalb unseres Einflussbereichs."

Reicht Ferrari Podiumsplatz?

Der 31-Jährige wartet seit mittlerweile neun Rennen auf einen Sieg. Und er hofft, auch in Südamerika nicht 25 Zähler holen zu müssen, um Weltmeister zu werden.

"Wir müssen auf das Podium fahren, damit wir mehr als 13 Punkte haben. Und dann müssen wir schauen, wie Sebastian abschneidet. In der Formel 1 kann bis zur letzten Flagge immer alles passieren", meinte Alonso.

Sollte es nicht reichen, dann "werden wir ihm gratulieren und es nächstes Jahr wieder versuchen".

Aus deutscher Sicht bleibt zu hoffen, dass Vettel nach dem Großen Preis von Brasilien von Alonso nur ein Wort zu hören bekommt: "Enhorabuena - Glückwunsch!"

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