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Sebastian Vettel geht zum dritten Mal als Titelverteidiger in die Formel-1-Saison © getty

Der Formel-1-Auftakt steht bevor - und auch das Regelwerk ist in Bewegung. SPORT1 stellt die wichtigsten Neuerungen vor.

München - Vor dem großen Umbruch 2014 mit neuen Turbo-Motoren fallen die Regeländerungen für die kommende Saison eher moderat aus.

Der Automobil-Weltverband FIA hat den Fokus vor allem auf die Sicherheit gelegt. Aber auch die Optik spielt eine Rolle.

SPORT1 gibt einen Überblick über die wichtigsten neuen Regeln, Strecken und Piloten in der Formel-1-Saison 2013.

Die beginnt am Freitag mit dem Training zum Großen Preis von Australien (ab 6 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und ab 6.30 Uhr im LIVE-TICKER).

FAHRZEUGNASE

Die Stufen- oder Knicknasen der vergangenen Saison gehören größtenteils der Vergangenheit an.

Durch die Regeländerungen vor einem Jahr wurden die Teams gezwungen, aus Sicherheitsgründen die Fahrzeugspitze tiefer zu legen.

In diesem Jahr ist nun eine Sichtblende erlaubt, die allerdings technisch keinen Unterschied macht und nur der Kosmetik dient.

Die Teams nutzen die Chance unterschiedlich, es gibt Teil-Blenden oder Komplett-Blenden. Lotus dagegen fährt weiter mit der Knicknase.

FRONTFLÜGEL

Im Vorjahr hatte die flexible Flügel-Konstruktion des Weltmeister-Teams Red Bull immer wieder für Diskussionen und Beschwerden der Konkurrenten gesorgt. Der Vettel-Rennstall überstand aber jede Prüfung des Weltverbands unbeanstandet. Dennoch wurden die Regeln für die Test hier nochmals verschärft: Die neuen Frontflügel dürfen bei einer Last von 100 Kilo nicht mehr als 10 mm nachgeben.

DRS-EINSATZ

Waren bislang nur in den Rennen klar definierte DRS-Zonen ausgewiesen, in denen der Heckflügel geöffnet werden durfte, wird diese Regel nun auch im Freien Training und im Qualifying angewendet.

DOPPEL-DRS

Aktive DRS-Systeme sind verboten. Mit dem Drag Reduction System wird am Heckflügel ein Strömungsabriss erzeugt, das Fahrzeug wird auf der Geraden und in schnellen Kurven eine höhere Geschwindigkeit. 2012 nutzte Mercedes ein aktives System, um durch einen Schacht Luft vom Heckflügel auch zum Frontflügel zu leiten, um dort denselben Effekt zu erzeugen.

Legal bleibt der Versuch, die Luft doppelt zu nutzen, wenn man sich auf den Heckflügel beschränkt. Allerdings darf der Schacht nicht mehr aktiv geöffnet werden, sondern muss permanent offen bleiben.

GEWICHT

Das Mindestgewicht steigt von 640 kg auf 642 kg. Damit wird den um 2 kg pro Satz schwereren Reifen Rechnung getragen.

Damit ändert sich auch die Gewichtsverteilung. Mindestens 343 kg müssen auf der Hinterachse lasten, mindestens 292 kg auf der Vorderachse.

RESTBENZIN

Es muss nach der Qualifikation weiterhin mindestens ein Liter Restbenzin im Tank vorhanden sein.

Neu ist, dass die Teams "höhere Gewalt" (Force majeure, d. Red.) nicht mehr als Gegenargument ins Feld führen dürfen, um ihre Fehlkalkulation zu erklären. Damit sollen langwierige Diskussionen vermieden werden.

ÜBERHOLEN

Neu definiert worden ist, bis wann sich ein Fahrer gegen ein drohendes Überholmanöver mit einem Spurwechsel wehren kann.

Sobald der vorderste Teil des Frontflügels neben dem Hinterrad des Vordermanns auftaucht, sind Schlenker ab sofort verboten. Wer sich nicht daran hält, riskiert eine Durchfahrtstrafe.

TESTFAHRTEN

Für 2013 ist im Gegensatz zum Vorjahr kein zusätzlicher Test im Laufe der Saison erlaubt. Zudem gilt für Januar ein generelles Testverbot.

19 STATT 20 RENNEN

Auf den zweiten Grand Prix in den USA werden die Fans 2013 verzichten müssen. Das Rennen in Austin, Texas, findet wie im vergangenen Jahr statt, dafür fällt das geplante Rennen in New Jersey aus. Aufgrund von Verzögerungen bei den Bauarbeiten bestätigte die FIA den Verzicht auf den Grand Prix in den Vereinigten Staaten.

Der Große Preis von Europa findet im Vergleich zum letzten Jahr nicht mehr statt, da der bisherige Austragungsort Valencia das Rennen aus finanziellen Gründen nicht mehr austragen kann. Zudem findet der Deutschland-GP 2013 wieder auf dem Nürburgring statt.

Das letzte Rennen steigt am 24. November in Sao Paulo.

11 STATT 12 TEAMS

Nicht nur, dass die Anhänger ein Rennen weniger verkraften müssen. Auch auf der Strecke lichtet sich das Feld. Nach dem Rückzug des HRT-Teams starten in diesem Jahr 22 statt 24 Fahrer.

NEUE GESICHTER

Mit Esteban Guiterrez (Sauber), Giedo van der Garde (Caterham), Valtteri Bottas (Sauber), Rückkehrer Adrian Sutil (Force India) sowie Max Chilton und Jules Bianchi (beide Marussia) gibt es im Vergleich zu 2012 sechs neue Gesichter in der Königsklasse. ( 576155 DIASHOW: Die Formel-1-Piloten 2013 )

Dazu haben mit Lewis Hamilton (von McLaren zu Mercedes), Nico Hülkenberg (von Force India zu Sauber), Sergio Perez (von Sauber zu McLaren) und Charles Pic (von Marussia zu Caterham) vier Piloten das Cockpit gewechselt.