vergrößern verkleinern
Negativer Höhepunkt der Dauerfehde zwischen den Red-Bull-Piloten ist der Große Preis von Malaysia im vergangenen Jahr. Vettel ignoriert das Überholverbot seiner Vorgesetzten, überholt den in Führung liegenden Webber und gewinnt. Der Australier zeigt ihm noch auf der Strecke den Stinkefinger
Sebastian Vettel (r.) wurde 2010, 2011 und 2012 Formel-1-Weltmeister © imago

Der Champion wird wegen seines Verhaltens gegenüber Mark Webber heftig attackiert. Auch Alonso bezieht Prügel. Pressestimmen.

München - Nach dem Großen Preis von Malaysia knöpfen sich die Medien Sebastian Vettel vor.

Der Weltmeister hatte sich den Anweisungen seines Teams widersetzt und seinem Teamkollegen Mark Webber den Triumph mehr oder weniger geklaut (Bericht).

"Ein Verrat bei 300 Stundenkilometern. Bei Red Bull bricht der Krieg der Sieger aus", schreibt die italienische Zeitung "Repubblica".

Das spanische Blatt "Sport" nennt das Duell zwischen Vettel und Webber einen "selbstmörderischen Zweikampf". ( 692661 DIASHOW: Die Bilder des Rennens )

SPORT1 fasst die internationalen Pressestimmen zusammen.

ITALIEN

Tuttosport: "Vettel und Webber: Im selben Team getrennt. Vettel wird seinem Vorbild Schumacher immer ähnlicher. Sein respektloses Manöver dem Teamkollegen Webber gegenüber ist Ausdruck seines unkontrollierten Willens zum Sieg, der ihn zum Übertreiben und zur Verletzung der Regeln drängt, nur um gewinnen zu können. Andererseits ist es normal, dass ein dreifacher Weltmeister ein übertriebenes Ego hat. Wer noch von einem Superduo in Rot mit Seb und Alonso träumte, hat jetzt eine definitive Antwort erhalten."

Repubblica: "Vettel: Ein Verrat bei 300 Stundenkilometern. Bei Red Bull bricht der Krieg der Sieger aus. Game Over in den Beziehungen zwischen den beiden Piloten. Vettel verdient eine Spitzennote wegen seines Überholmanövers, doch der Verrat gegenüber Webber und dem Team ist ohne Entschuldigung."

Gazzetta dello Sport: "Alonso, was stellst du an? Unfall und dann K.o. Vettel verrät Webber, Alonso verschwendet das Rennen. Der Spanier ist zu hastig, und Massa hat kein Tempo. Ferrari muss jetzt wieder hinterherjagen. Webber wird ein verdienter Sieg gestohlen. Vettel zeigt Reue nach dem Sieg, das ist nicht schön. Vettel weiß, dass er der Favorit ist, und handelt dementsprechend."

Corriere della Sera: "Die beiden Red-Bull-Piloten haben viel riskiert und sich verantwortungslos verhalten. Die beiden hätten einen Unfall verursachen können, der in der F1 Geschichte geschrieben hätte. Die verspätete Entschuldigung Vettels ist falsch und reich an Heuchelei. Die Piloten sollten ihren Job tun und den Rennstallrichtlinien folgen."

SPANIEN

Sport: "Triumph für Vettel und offener Krieg bei Red Bull. Vettel gewinnt in Malaysia, nachdem er Webber in einem fast selbstmörderischen Zweikampf hinter sich lässt." (DATENCENTER: Renn-Ergebnis)

El Mundo Deportivo: "Vettel und Webber im offenen Krieg. Der Deutsche respektiert die Anweisungen des Redbull-Rennstalls nicht. Alonso hielt nur eine Runde mit."

ENGLAND

The Guardian: "Webber und Vettel steigen in den Bürgerkrieg herab. Ein wütender Webber zeigt Vettel einen eindeutigen Finger-Gruß."

The Telegraph: "Vettel drängt Webber am Tag des bösen Blutes raus. In einem explosiven Rennen missachtet Vettel dreist die Teamorder, um seinem vor Zorn glühenden Kollegen den Sieg wegzuschnappen."

MALAYSIA

New Straits Times: "Bedauern und Zorn - Sebastian Vettel hat sich kriecherisch bei Mark Webber entschuldigt, nachdem er seinen Red-Bull-Teamkollegen unfair überholt hatte, um sich den Sieg beim Großen Preis von Malaysia zu schnappen. Ein zerknirschter Vettel gab auf einer spannungsgeladenen Pressekonferenz neben dem sehr emotionalen Webber zu, einen Fehler gemacht zu haben, als der den Sieg seines Teamkollegen verhindert hat.

The Star: "Vettel stiehlt den Donner von Webber - Weltmeister Sebastian Vettel war versessen darauf, den Großen von Malaysia dort zu beenden, wo er ihn begonnen hatte: auf Platz eins. Es war sein erster Saisonsieg und sein dritter Erfolg in Malaysia. Allerdings sorgte Vettel für heftige Kontroversen, weil er die Teamorder ignorierte, seinen Teamkollegen Mark Webber nicht zu überholen."