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Hamilton (M., zwischen Alonso und Räikkönen) wechselte von McLaren zu Mercedes © getty

Der Brite sichert sich in Schanghai seine erste Pole für Mercedes. Vettel verbremst sich, Webber schafft es nicht in Q3.

Schanghai - Weltmeister Sebastian Vettel haderte, China-Experte Lewis Hamilton jubelte:

Der Engländer behielt im Zeitenpoker die Nerven und sicherte sich nach einer starken Vorstellung im Qualifying zum Großen Preis von China (Highlights 16.40 Uhr im TV auf SPORT1, Rennen, So., ab 8.45 Uhr im LIVE-TICKER) seine erste Pole Position für Mercedes.

"Das ist ein unglaubliches Gefühl", sagte der 28-Jährige, "die Runde war fabelhaft. Das Team hat einen wunderbaren Job gemacht." (702313DIASHOW: Die Bilder vom Qualifying)

Der Silberpfeil-Neuzugang fuhr in 1:34,484 Minuten überlegene Bestzeit. Hinter Hamilton komplettierten Kimi Räikkönen im Lotus auf Rang zwei (Finnland/1:34,761) und Ferrari-Pilot Fernando Alonso (Spanien/1:34,788) das Quali-Podium.

Herbe Schlappe für Vettel

Red-Bull-Star Vettel musste dagegen eine herbe Schlappe einstecken. Als die Fahrer quasi in letzter Sekunde alle auf ihre schnelle Runde gingen, versagte ausgerechnet der sonst so eiskalte Heppenheimer (DATENCENTER: Das Qualifying-Ergebnis).

Wegen eines Fahrfehlers kam Vettel nicht über Rang neun hinaus und vergab eine bessere Ausgangsposition für das Rennen. Dem WM-Führenden brachte sein neuer, knallroter Helm offenbar kein Glück.

Trotzdem blieb er zumindest nach außen hin gelassen: "Wir wussten natürlich, dass es für die vorderen Plätze nicht reicht, aber wir versprechen uns dafür morgen ein besseres Rennen."

Mit härteren Reifen

Vettel verzichtete im dritten Quali-Durchgang auf die weiche Reifenmischung und auf eine gezeitete Runde. Daher hat er vor dem Rennstart die freie Reifenwahl. Es sei von Vorteil, nun "nicht in den ersten fünf Runden an die Box fahren zu müssen."

Eine deutlich schlechte Ausgangsposition hat Vettels Teamkollege Mark Webber. Der Australier muss nach einer Entscheidung der FIA-Rennkommissare vom letzten Startplatz ins Rennen gehen.

Zu wenig Sprit bei Webber

In seinem Wagen wurde zu wenig Benzin gefunden - ein Verstoß gegen die technischen Regularien der Formel 1. Webber hatte seinen Boliden im zweiten Qualifikationsdurchgang vorzeitig abstellen müssen. Zunächst hatte sich der 36-Jährige als 14. für das Rennen qualifiziert.

Bei Red Bull hofft man, dass das Ende der Stallorder nicht im absoluten Chaos und in einem gegenseitigen Crash endet.

"Wir erlauben ihnen, frei zu fahren. Aber vertrauen ihnen auch, dass sie mit diesem Geschenk gut und klug umgehen. Der größte Feind darf nicht der eigene Teamkollege sein, das sage ich ganz deutlich", sagte Teamchef Christian Horner der "Bild"-Zeitung:

"Die wahren Gegner sind Fernando Alonso, Lewis Hamilton und Kimi Räikkönen. Wenn wir uns in teaminternen Wettkämpfen verlieren, schwächt uns das."

Rosberg fährt auf Platz vier

Nico Rosberg (Wiesbaden), der im vergangenen Jahr auf dem 5,451 km langen Kurs in Schanghai auf Pole gestanden hatte und das Rennen auch gewann, musste sich im teaminternen Merceds-Duell nach einem Verbremser in der letzten Kurve geschlagen geben und mit Rang vier begnügen.

Hamilton jubelte über die 27. Pole seiner Karriere - dabei musste er sich am Donnerstag noch wegen einer allergischen Reaktion vom Arzt behandeln lassen.

Der Brite ist wahrer Experte für das Rennen im Reich der Mitte. Als bisher einziger Fahrer konnte er im Sumpfgebiet rund um die chinesische Metropole bisher zweimal gewinnen (2008 und 2011).

"Absolut konkurrenzfähig"

"Das Auto ist absolut konkurrenzfähig", sagte der Weltmeister von 2008 und versuchte gleichzeitig die Erwartungen für das Rennen zu dämpfen: "Tatsache ist auch, dass wir noch nicht dort sind, wo wir sein wollen. Gerade in Sachen Abstimmung gibt es noch einiges zu tun."

Mercedes ist traditionell stark in China - hier hatte Rosberg vor einem Jahr den ersten und bisher einzigen Sieg der Silberpfeile nach der Rückkehr in die Formel 1 eingefahren.

Nico Hülkenberg (Sauber) belegte Rang zehn. Adrian Sutil (Force India) scheiterte im Q2 und startet von Platz 13.

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