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Lewis Hamilton (l.) wechselte vor der Saison von McLaren zu Mercedes © getty

Trotz der zweiten Treppchen-Platzierung in Folge ist Mercedes unzufrieden. Rosberg mal schwarz, die Zahlen machen Hoffnung.

Von Jakob Gajdzik

München/Schanghai - Die Ausgangslage war hervorragend, das Ergebnis ein wenig ernüchternd.

Nach der Pole-Position von Lewis Hamilton und Startplatz vier von Nico Rosberg waren die Hoffnungen bei Mercedes groß, den Vorjahressieg beim Großen Preis von China (Rennbericht) wiederholen zu können.

Am Ende rettete sich Hamilton in Schanghai hauchdünn vor Sebastian Vettel aufs Podium, Rosberg musste seinen Boliden in Runde 21 wegen eines gebrochenen Stabilisators in der Box abstellen.

"Sind einfach nicht schnell genug"

"Wir sind einfach nicht schnell genug", konstatierte Motorsport-Chef Toto Wolff nach dem Rennen auf dem Shanghai International Circuit - trotz des zweiten Podium-Platzes von Hamilton in Folge. (DATENCENTER: Rennergebnis)

Der 41-Jährige gab zu, dass sich die Silberpfeile aufgrund der Ausgangslage mehr erhofft hatten: "Wenn man von der Pole startet und von einem vierten Platz, dann ist die Erwartungshaltung natürlich irrsinnig groß und man hofft, dass mehr geht."

Hamilton erkennt Speed-Defizit

Pole-Setter Hamilton gab Wolff in Bezug auf das Speed-Defizit Recht: "Leider hatten wir heute nicht die Pace, die die anderen beiden hatten." (702819Die Bilder des Rennens)

Mit den beiden anderen hatte Hamilton den Sieger Fernando Alonso und den Zweiten Kimi Räikkönen im Sinn, die 12,322 bzw. 2,154 Sekunden Vorsprung vor dem Briten hatten.

Nur mit Glück und einem Vorsprung von knapp zwei Zehntel Sekunden rettete der Weltmeister von 2008 den dritten Platz vor Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel ins Ziel.

Hamilton bewertete das Ergebnis dennoch positiv und freute sich über die 15 WM-Punkte.

"Ich bin sehr glücklich über das heutige Resultat. Das ist ein großartiges Resultat für das Team und ich freue mich sehr über die Punkte", sagte er.

Brawn glaubt Hamilton nicht

Das nahm Teamchef Ross Brawn dem ehrgeizigen Ex-McLaren-Piloten nicht ganz ab.

"Lewis war ein wenig enttäuscht über den dritten Platz, er hätte heute gerne den nächsten Schritt gemacht", so Brawn bei "Sky Sport Formel 1".

Dass dieser nicht gelang, war nicht nur der mangelnden Geschwindigkeit geschuldet.

Probleme mit der Balance

"Unser Auto hatte heute leider nicht ganz die erwartete Balance. Die Streckenbedingungen entwickelten sich für uns in die falsche Richtung und spielten vielleicht ein oder zwei anderen Teams eher in die Karten", sagte Brawn.

Zudem hatte Mercedes als eines der vielen Teams mit den Reifen zu kämpfen.

Gebrochener Stabilisator sorgt für Rosberg-Aus

Rosberg wurde von anderen Problemen zu zwei Boxenstopps hintereinander gezwungen und jeglicher Siegchancen beraubt. In Runde 23 führte dann ein gebrochener Stabilisator zum endgültigen Aus.

"Schade, denn es sah gut aus", sagte Rosberg lapidar: "Ich hatte die ganze Zeit über viel Untersteuern. Das Auto war seltsam zu fahren."

Bereits beim Auftakt-GP in Melbourne konnte der 27-Jährige das Rennen wegen Elektronik-Problemen nicht zu Ende fahren, nun folgte der zweite Ausfall im dritten Rennen.

Unterm Strich stehen für Rosberg zwölf WM-Punkte zu Buche - für seine Ansprüche und die von Mercedes insgesamt zu wenig.

"Schlechter Start ins Jahr"

Rosberg fürchtet, die Saison bereits früh abschreiben zu können: "Es war ein schlechter Start ins Jahr. Es wird immer schwieriger, den Rückstand auf die Jungs da vorn noch aufzuholen."

Bereits kommende Woche geht es in der Königsklasse beim Großen Preis von Bahrain weiter, dort wollen die Silberpfeile nun endlich den nächsten Schritt machen.

"Letztendlich muss man das Positive sehen, es ist der zweite dritte Platz innerhalb von zwei Rennen. Das ist gut", sagte Wolff und versuchte mit einem guten Gefühl Schanghai zu verlassen.

Doppelt so viele Punkte wie 2012

Rosberg will es ebenfalls besser machen: "Zum Glück steht das nächste Rennen schon in einer Woche an. Hoffentlich können wir dieses Ergebnis mit einem starken Wochenende in Bahrain hinter uns lassen."

Die Zahlen sprechen für die Silberpfeile. Nach drei Rennen stehen bereits 52 Punkte auf der Habenseite, das sind doppelt so viele wie zum gleichen Zeitpunkt 2012. Die guten Qualifying-Ergebnisse in Schanghai lassen ebenfalls auf eine Verbesserung schließen.

Diesen Trend will Mercedes in Bahrain fortsetzen und beim Wüsten-GP endlich komplett aufblühen.

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