SPORT1-Kolumnist Hans-Joachim Stuck kann Vettels Aussagen nicht nachvollziehen. Räikkönen würde er gerne bei Red Bull sehen.

Hallo Formel-1-Fans,

der Grand Prix in China war ein klasse Rennen mit vielen Führungswechseln.

Ich finde es toll, dass Fernando Alonso mit Ferrari gewonnen hat. Sie haben nämlich alles richtig gemacht, vor allem in Bezug auf die Reifen - das fand ich super.

Von den Reifen-Beschwerden der anderen Fahrer halte ich hingegen nichts, weil die Bedingungen für alle gleich sind. Ob das gut oder schlecht ist, sei mal dahingestellt. Wenn es aber so ein Reglement gibt, dann muss man eben damit arbeiten. Andere haben es eben besser gemacht als zum Beispiel Red Bull.

[image id="eda13b34-63dc-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Sebastian Vettels Behauptung, es hätte wegen der Reifen mit Können nichts mehr zu tun, halte ich für völligen Quatsch. Natürlich hat es etwas mit Können zu tun.

Wenn es Einheitsreifen gibt, dann müssen sich Team und Fahrer darauf einstellen und das Beste aus ihren Möglichkeiten machen.

Es gibt Fahrer, die einen höheren Reifenverschleiß haben als andere. Diejenigen, die es am besten lösen, stehen eben am Ende vorne - wie zum Beispiel Alonso oder Raikkönen.

Letzterer flirtet ja momentan mit Red Bull. Das Team muss sich Gedanken über Mark Webbers Nachfolge machen.

Ich fände es schade, wenn Webber gehen müsste. Denn es gibt wenige Fahrer, die besser oder gleichwertig sind. Aber irgendwann geht diese Ehe mal zu Ende, und dann muss sich Red Bull die besten Fahrer suchen, die auf dem Markt verfügbar sind.

Und ein Räikkönen scheint auf dem Markt zu sein. Der Iceman bei Red Bull - das würde mir Spaß machen. Dann hat Vettel jemanden an seiner Seite, der auf Augenhöhe mitkämpft.

Klar würde es Vettel leichter fallen, Webber im Griff zu haben. Aber Vettel und Räikkönen würden sich zu Höchstleistungen anstacheln. Ob sich die beiden dann verstehen oder nicht, ist zweitrangig. Aus Team-Sicht wäre es aber eine sehr gute Entscheidung.

Mercedes hat da ganz andere Sorgen, wobei ich den dritten Platz von Lewis Hamilton nicht schlecht fand.

Bereits die Pole-Position im Qualifying war ein Schritt nach vorne. Das ist Mercedes zuletzt nicht so häufig gelungen.

Und trotz des technischen Defekts von Nico Rosberg zeigt die Performance-Kurve steil nach oben.

Bis zum Bahrain-Grand-Prix am Wochenende, Euer Hans-Joachim Stuck

Hans-Joachim Stuck ist einer der erfolgreichsten und populärsten deutschen Rennfahrer. In seiner aktiven Karriere bestritt er 74 Formel-1-Rennen und fuhr in der Königsklasse zwei Mal auf das Podium. Außerdem gewann er zwei Mal die 24 Stunden von Le Mans, drei Mal die 24 Stunden auf dem Nürburgring, wurde Langstrecken-Weltmeister und DTM-Sieger. Seit dieser Saison schreibt er wöchentlich eine Formel-1-Kolumne bei SPORT1.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel