Der Weltmeister übt in China harte Kritik am Reifenlieferanten Pirelli. Zu Unrecht. Die Konkurrenz kommt schließlich auch klar.

Der Ärger von Weltmeister Sebastian Vettel über den schnellen Verschleiß der Pirelli-Reifen ist nachvollziehbar.

Der angriffslustige Heppenheimer fühlt sich durch die unzuverlässigen Pneus unnötigerweise beschränkt. Vettel hat offenbar das Gefühl, er könne wegen der Reifen seine herausragenden Fähigkeiten nicht voll entfalten.

Das mag sogar stimmen. Richtig ist die harsche Kritik des Dreifach-Champions am Einheitslieferanten der Formel 1 dennoch nicht.

Dass das unvorhersehbare Verhalten der Pneus für die Zuschauer viel Spannung und Dramatik bereithält, muss Vettel nicht interessieren.

Um nur ein Beispiel zu nennen: Fast hätte der Red-Bull-Star den vor ihm fahrenden Hamilton im Finale des chinesischen Rennens noch eingeholt - eben weil seine Reifen gut funktionierten, während jene an Hamiltons Mercedes ihr Verfallsdatum erreicht hatten.

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Am Ende blieb der Deutsche frustriert zurück, sein englischer Konkurrent konnte sich über den letzten freien Platz auf dem Podium freuen.

Vettel, so scheint es, liebt es offenbar berechenbarer. Er könnte wohl auf diese Art von Nervenkitzel verzichten.

Aber so sind die Regeln, und sie gelten für das gesamte Feld.

Und ganz offensichtlich gibt es Teams, die mit den fragilen Walzen zurzeit deutlich besser zurechtkommen als Vettels Weltmeister-Team.

Red Bull muss also nachsitzen, um das Reifenrätsel zu entschlüsseln.

Denn das dauerhafte Lamentieren tut dem ohnehin angekratzten Image des deutschen Champions nicht gut.

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