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Ferrari-Pilot Fernando Alonso gewinnt in China sein 31. Formel-1-Rennen © getty

Fernando Alonso feiert in China Wiederauferstehung. Im Kampf um die WM hat er ein großes Plus gegenüber dem Titelverteidiger.

München - Dascha Kapustina schmachtete ihren Fernando Alonso noch lange nach dessen Triumph an.

Die schöne Russin tätschelte liebevoll seine Wange und schmiegte sich an den Ferrari-Star, als sie gemeinsam in einen noblen Sportwagen stiegen und vom Ort der Auferstehung Alonsos davonbrausten. (702819DIASHOW: Bilder des Rennens)

Nicht nur das Model war begeistert von dem Spanier, der zuvor den Großen Preis dominiert hatte. (Nachbericht: Alonso angriffslustig - Reifenfrust bei Vettel)

Er sei einfach "großartig" gefahren, lobte Ferrari-Boss Luca di Montezemolo. Und Teamchef Stefano Domenicali meinte: "Es sah leichter aus, als es war. Fernando und das ganze Team haben einen tollen Job gemacht." (DATENCENTER: Rennergebnis)

Erster Sieg seit neun Monaten

Auch die italienischen Medien huldigten ihrem Star: "Alonso ist ein Phänomen", schrieb die "Gazzetta dello Sport", der "Corriere dello Sport" sah ein "Meisterwerk von Alonso" und "Tuttosport" meinte: "Alonso ist erst am Anfang."

Der Hochgelobte war auch selbst recht zufrieden mit sich.

Alonso strotzte nach seinem ersten Sieg seit knapp neun Monaten wieder vor Selbstbewusstsein und wird im Kampf um die WM wohl die größte Gefahr für Titelverteidiger Sebastian Vettel werden. "Ich traue mich zu sagen: Bei einem normalen Rennverlauf sollten wir bei jedem Grand Prix in der Lage sein, auf das Siegerpodest zu fahren."

Und: "Ich würde mich schon sehr wundern, wenn wir nicht zum Kreis der Titelanwärter zählen." Zum Dank versprach er, seinen "Jungs" ein Abendessen auszugeben.

Titelanspruch untermauert

Der Krieger Alonso hat sich nach dem enttäuschenden Ausfall zuletzt in Malaysia mit seinem Sieg in Schanghai zurückgemeldet - und seinen Anspruch auf die WM-Krone untermauert. "Alonso und Ferrari haben einen sehr starken Eindruck gemacht", sagte Helmut Marko, Motorsportberater von Red Bull.

In der WM-Wertung ist Alonso durch seinen insgesamt 31. Sieg nun auf Rang drei vorgerückt (43 Punkte) und liegt nur noch neun Zähler hinter Vettel . Zweiter ist Kimi Räikkönen (49).

Der 31-Jährige Spanier fährt jetzt seine vierte Saison für die Scuderia - und 2013 soll, nein, muss endlich der Titel her nach all den Enttäuschungen der Vergangenheit, als er 2010 und 2012 den schon sicher geglaubten Triumph doch noch gegen Vettel herschenkte.

Kein unnötiges Risiko

Alonso ist für viele Experten immer noch der kompletteste Fahrer im Feld.

Er wird häufig mit dem großen "Professor" Alain Prost verglichen, weil er zwar auch unglaublich schnell ist, Rennen aber oft wegen seiner Cleverness gewinnt.

Auch in China hätte er wohl noch schneller fahren können, ging aber kein unnötiges Risiko ein und fuhr die Punkte sicher ins Ziel: "Es fühlte sich an, als wäre ich ein Hochseilartist mit Fangnetz."

Bedingungslose Unterstützung

In der "ewigen" Siegerliste liegen jetzt nur noch Ayrton Senna (41), Prost (51) und Michael Schumacher (91) vor dem Sohn eines Sprengmeisters aus Oviedo.

Im Gegensatz zu Vettel kann Alonso im Kampf um die WM auf die bedingungslose Unterstützung seines Teamkollegen bauen.

Er ist die absolute Nummer eins bei der Scuderia, alles wird seinen Bedürfnissen untergeordnet. Felipe Massa ist nicht mehr als sein Vasall und nur noch dank Alonsos Gnaden bei den Italienern.

"Endlich WM gewinnen"

Vettel und Mark Webber dagegen sind nicht erst seit der Eskalation in der Stallorder-Affäre erbitterte Feinde - Hilfe braucht der Heppenheimer sicher nicht mehr zu erwarten.

Vielleicht wird das am Ende ja der entscheidende Trumpf im Kampf für Alonsos großes Ziel: "Endlich die WM mit Ferrari zu gewinnen." Wie ihn die schöne Dascha dann wohl erst anschmachten würde?

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