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Kimi Räikkönen fuhr in der Formel 1 bisher für Sauber, McLaren und Ferrari © getty

Red Bull macht dem finnischen Iceman schöne Augen. Kommt er für Webber? Lotus-Besitzer Lopez glaubt an ein Ablenkungsmanöver.

Von Marc Ellerich

München - Fährt Kimi Räikkönen in der kommenden Saison an der Seite seines Kumpels Sebastian Vettel bei Red Bull? (Bericht: Red Bull flirtet mit dem Iceman)

Red Bulls Motorsport-Berater Helmut Marko hatte mit vor dem China-GP mit dem Satz Spekulationen ausgelöst, der schnelle Finne stehe beim Weltmeister-Team auf der Liste.

Und wohl nicht nur SPORT1-Kolumnist Hans-Joachim Stuck findet an der möglichen Fahrerpaarung Gefallen.

"Das würde mir Spaß machen. Dann hat Vettel jemanden an seiner Seite, der auf Augenhöhe mitkämpft", schrieb der frühere Formel-1-Pilot.

"Er ist da, wo er sein will"

Ausgeschlossen scheint Räikkönens Wechsel von seinem bisherigen Arbeitgeber Lotus zum österreichisch-englischen Konkurrenten nicht.

Die Ablösung von Vettels derzeitigem Teamkollegen Mark Webber scheint nach dem heftigen Stallorder-Streit beim Malaysia-GP beschlossene Sache zu sein, er soll einen Vertrag bei Porsches Langstrecken-Team schon unterschrieben haben.

Bei Lotus nimmt man das Thema Räikkönen und Red Bull ernst. Mitbesitzer Gerard Lopez geht jedoch von einem Verbleib des "Iceman" in seinem Rennstall aus.

"Wir sind da, wo wir sein wollen, er ist da, wo er sein will", sagte der Luxemburger: "Und ich kann garantieren, dass Kimi nicht die Art Mensch ist, der irgendeinen Vorvertrag unterschreibt. Mit niemandem!" (SPORT1: Die Kohl-Kolumne)

Teameigner gibt sich gelassen

Die Beziehung zum schnellen Finnen, Zweiter in Schanghai und Zweiter in der Fahrer-WM, sei exzellent, bekräftigte Lopez: "Wir sind glücklich, wir haben keinen Grund, ihn zu ersetzen."

Und umgekehrt gelte dasselbe: "Wenn wir ihm geben, was er will, dann sehe ich keinen Grund für ihn, woanders hinzugehen. Ich glaube, Kimi wird bleiben."

Beim Schweiger aus Espoo hört sich das freilich etwas anders an.

Er wolle "bei einem guten Team arbeiten und in einem guten Auto sitzen. Red Bull ist ein gutes Team. Sie sind oft Weltmeister geworden, haben im letzten Jahr alles gewonnen", sagte der Weltmeister von 2007.

Seine Zeit bei Lotus meinte Räikkönen in Schanghai nur: "Ich hatte hier nie Probleme."

Nebelkerze von Red Bull?

Das lässt Interpretationen zu. Lopez hat seine eigene.

Er geht davon aus, dass es sich bei der ganzen Angelegenheit um eine Nebelkerze der "Bullen" handelt, um von den teaminternen Streitigkeiten der jüngeren Vergangenheit abzulenken.

"Sie haben ihre eigenen Probleme und sagen so etwas vielleicht, weil sie glauben, dass es ihnen helfen könnte", sagte der Lotus-Eigner.

Er hegt Zweifel, dass das Ablenkungsmanöver des Konkurrenten von Erfolg gekrönt sein wird.

Räikkönen bleibt vage

Am Ende zählt, was Räikkönen will, und der 33-Jährige blieb in China, angesprochen aufs Red-Bull-Thema, doch sehr vage.

"Ich habe noch keinen Vertrag für die nächste Saison", sagte er: "Mal sehen, ob ich ein Cockpit finde. Wir werden sehen, was passiert."

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