vergrößernverkleinern
Red Bull Mechaniker wechseln die Reifen in knapp über zwei Sekunden © getty

Reifen-Kritiker Vettel dürfte aufatmen: Einheitslieferant Pirelli bringt beim Grand Prix in Bahrain härtere Pneus an den Start.

Von Marc Ellerich

München - Weltmeister Sebastian Vettel hatte beim China-Grand-Prix heftig auf den Reifen-Einheitslieferanten Pirelli eingeprügelt.

Nach dem Qualifying verpasste der Red-Bull-Star den sensiblen Pneus die schlechteste aller möglichen Schulnoten: eine glatte sechs.

Und sonntags, nach dem chinesischen Grand Prix war er nicht viel versöhnlicher gestimmt.

"Es hat nicht viel mit Rennfahren zu tun, wenn man das ganze Rennen praktisch nur auf die Reifen auslegt", schimpfte der viertplatzierte Heppenheimer.

Red Bull fühlt sich bestraft

Red Bulls Teamchef versuchte anschließend die Gründe für die harte Kritik seiner Nummer 1 zu erläutern.

"Natürlich sieht es so aus, als würden wir nur rumjammern", stellte Christian Horner klar: "Aber wir können doch nicht dafür bestraft werden, dass wir das schnellste Auto gebaut haben. Ein schnelles Auto misshandelt die Reifen stärker." (SPORT1: Die Kohl-Kolumne)

Top-Teams uneins

Pirellis Sportchef Paul Hembery wies die Kritik an den Pneus noch in Schanghai zurück.

Die Problematik betreffe schließlich alle Teams. Und die Vergangenheit habe gezeigt, "dass die Teams nie sehr lange gebraucht haben, um mit den Reifen klarzukommen".

Bemerkenswert ist vor diesem Hintergrund, dass sich die Top-Teams in der Reifenfrage uneinig sind.

Während Red Bull und Mercedes den schnellen Verschleiß der Pneus bemängeln und härtere Mischungen fordern, sind von den "Reifenflüsterern" Ferrari und Lotus keinerlei Beschwerden zu vernehmen.

"Iceman" bleibt cool

So bleibt auch der "Iceman" Kimi Räikkönen, der im Lotus bisher in drei Rennen einen Sieg und einen zweiten Platz vorzuweisen hat, wie gewohnt cool.

"Ich verstehe nicht, warum sich die Leute so aufregen", sagte der Finne: "Es liegt an dir allein, die Reifen im Rennen etwas haltbarer zu machen. Wir erhalten alle die gleichen Reifen, es liegt an den Teams und den Fahrern, mit den Autos das Maximum rauszuholen."

Neue Pneus in Barcelona?

Dennoch will der italienische Hersteller offenbar reagieren.

Beim Europa-Start der PS-Liga im Mai in Barcelona werde Pirelli neue Reifen liefern, verriet der Mercedes-Aufsichtsratsvorsitzende Niki Lauda in Schanghai.

Das, widerspricht Hembery, sei noch nicht entschieden: "Wir brauchen die ersten vier Rennen, um Erfahrungen zu sammeln", so der Brite: "Wenn wir Änderungen vornehmen, dann machen wir das zum Rennen in Barcelona."

Härtere Reifen in Bahrain

Unabhängig davon wird Pirelli den Teams schon beim Grand Prix am kommenden Wochenende in der Sakhir-Wüste Bahrains (Training, Fr., ab 9 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) seine beiden härtesten Mischungen zur Verfügung stellen.

Mit der jüngsten Kritik an den schwarzen Walzen hat das laut Hembery angeblich nichts zu tun, vielmehr mit den Bedingungen vor Ort.

"Die Strecke ist für die Reifen eine der der größten Herausforderungen des Jahres", sagte Pirellis Motorsportchef: "Besonders aufgrund der hohen Außen- und Streckentemperaturen."

Eine der schönsten Trophäen

Chef-Kritiker Vettel dürfte es gerne hören.

"Die Trophäen in Bahrain zählen zu den schönsten in der ganzen Saison", sagte der dreimalige Weltmeister.

Seine Chancen, den Vorjahressieg zu wiederholen, steigen.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel