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Dafür teilt Webber weiter gegen Vettel aus. Ausgerechnet mit dessen ärgstem Rivalen Fernando Alonso (r.) lässt sich der mittlerweile 37-Jährige beim Abendessen ablichten
Mark Webber (l.) fährt seit 2009 zusammen mit Sebastian Vettel bei Red Bull (Quelle: Twitter) © twitter

Die Vettel-Rivalen Webber und Alonso treffen sich provokativ zum Abendessen. Ex-Champion Villeneuve sieht Gefahren für Red Bull.

Von Jakob Gajdzik und Annette Bachert

München - Der stallinterne Konkurrenzkampf zwischen Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel und Red-Bull-Kollege Mark Webber ist um eine pikante Note reicher.

Vor dem Großen Preis von Bahrain (Training, Fr., ab 9 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) traf sich Webber ausgerechnet mit dem anderen Vettel-Erzrivalen Fernando Alonso zum Abendessen - was beide mit einem Foto via Twitter verbreiteten.

Mit den Worten "Dinner mit Freunden in Dubai" veröffentlichte Alonso das Bild, das dann von Webber "retweetet", also an seine Anhänger weiterverbreitet wurde.

Auch wenn Vettel, der von Twitter und Co. wenig hält, wohl kaum ein Follower von einem der beiden Fahrer ist, der Adressat dieser Aufnahme ist er wohl trotzdem.

Neue Eiszeit seit Malaysia

Vettel und Teamkollege Webber hatten bereits in der Vergangenheit große Differenzen, doch seit dem Großen Preis von Malaysia hat die Eiszeit eine neue Dimension erreicht.

Der dreimalige Weltmeister Vettel ignorierte in Sepang die Teamanweisung, Webber nicht zu attackieren, zog mit einem riskanten Überholmanöver am Australier vorbei und sicherte sich seinen ersten Saisonsieg.

Anschließend entschuldigte sich bei seinem Team, verteidigte aber seine Tat.

Vettel brüskiert Webber

"Ich habe den Funkspruch nicht verstanden. Hätte ich ihn verstanden, hätte ich darüber nachgedacht, die Positionen zu halten. Aber ich hätte wohl wieder so gehandelt, weil Mark es wegen Vorkommnissen in der Vergangenheit nicht verdient hat, dass ich als Zweiter durch das Ziel fahre", sagte der Heppenheimer vor dem Großen Preis von China: "Ich habe nie Unterstützung von ihm bekommen."

In Schanghai erlebte Webber ein vollkommen verpatztes Wochenende. Nach Spritmangel und Getriebewechsel musste er das Rennen aus der Boxengasse beginnen und schied dann wegen eines verlorenen Hinterrads aus. (DATENCENTER: Rennergebnis)

"Teamkrieg macht Red Bull fertig"

"Das ist eines Spitzenteams nicht würdig", schrieb SPORT1-Kolumnist Peter Kohl zu den Vorfällen bei Red Bull.

"Der Teamkrieg macht Red Bull fertig", äußerte sich auch Ex-Weltmeister Jaques Villeneuve zur innerbetrieblichen Situation beim Weltmeister-Team.

Wie Webber hat auch Alonso dem Heppenheimer in der Vergangenheit wenig Sympathien entgegen gebracht.

Alonso: Hamilton statt Vettel

Im Titelkampf der vergangenen Saison betonte der Spanier mehrmals, dass er Fahrer wie Lewis Hamilton als seine ärgsten Konkurrenten ansehe und lobte bei den "Roten Bullen" fast ausschließlich Chefdesigner Adrian Newey - und nicht Vettel.

Im Endspurt der Saison twitterte Alonso zudem regelmäßig Samurai-Weisheiten, um der Red-Bull-Fahrer zusätzlich aus der Spur zu bringen.

Neue Samurai-Weisheit

Im Anschluss an sein Bild mit Webber legte der Doppelweltmeister von 2005 und 2006 auch in dieser Hinsicht nach.

"Die Gefahr kommt immer dann, wenn alles ruhig scheint", war seine Nachricht vor dem Bahrain-GP.

Zur psychologischen Kriegsführung scheinen sich der Spanier und der Australier gegen den gemeinsamen Rivalen nun zusammengetan zu haben - und zeigen es provokativ in der Öffentlichkeit.

Eine weitere Spitze gegen Vettel, um ihn am vierten Weltmeistertitel in Folge zu hindern.

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