Die Silberpfeile überzeugen Hans-Joachim Stuck in Bahrain nicht. Sieger Vettel zollt er Respekt, von Räikkönen ist er begeistert.

Hallo Formel-1-Fans,

die Welt von Sebastian Vettel ist nach seinem Sieg in Bahrain wieder in Ordnung. Er grinst von einem Ohr zum anderen.

Er hat ja auch Grund zur Freude. Er und sein Team wissen nun offenbar, wie die Reifen funktionieren. Zumindest haben sie es besser verstanden.

Es gibt Leute, die sind nur happy, wenn sie gewinnen. Vettel ist so jemand. Vom Prinzip her ist es ja auch richtig: Nur wer gewinnt, ist auch wirklich gut. Anders wird man schließlich nicht drei Mal Weltmeister.

Nach dem Stallorder-Zoff von Malaysia hat Vettel sein Team inspiriert, sich selbst auch und damit den Erfolg in Bahrain vorbereitet. Also hat er alles richtig gemacht.

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Viel mehr aber hat mich in Bahrain Kimi Räikkönen beeindruckt. Der Iceman hat allen anderen gezeigt, wie man mit den Reifen umgehen muss.

Er und sein Lotus-Team hat bisher die größte Konstanz bewiesen. Jetzt hat sich auch noch Romain Grosjean in Szene gesetzt.

Das verspricht einiges an Spannung.

Ich würde Räikkönen den Titel wirklich gönnen. Aber so wie sein Team aufgestellt ist, habe ich gewisse Zweifel, ob er seinen Kumpel Vettel dauerhaft angreifen kann.

Man muss Lotus ja doppeltes Lob zollen: Sie haben sicher nicht die Möglichkeiten wie Red Bull oder Ferrari und machen dafür einen super Job.

Jetzt ein paar Worte zu Mercedes: Ich finde es wirklich jammerschade für Nico, dass er nach seiner Pole-Position in der Wüste nicht ein besseres Ergebnis erzielen konnte.

Aber man muss ganz klar sagen: Die Gesamt-Performance der Silberpfeile lässt noch zu wünschen übrig.

Auch Hamilton war ja nie in Schlagdistanz zur Spitze. Da herrscht noch deutlicher Nachholbedarf.

Auf Mercedes wartet viel Arbeit. Ich sehe noch keine eindeutige Steigerung gegenüber dem Vorjahr.

Die neuen Herren am Ruder, Niki Lauda und Toto Wolff, haben sicher ihre Hausaufgaben gemacht, aber das ist noch nicht genug.

Wir fahren hier schließlich nicht um den Kirchturm. Da fighten Top-Teams gegeneinander, und wenn du da nicht voll auf der Höhe bist, dann bist du halt nur Dritter oder Vierter.

Aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Mercedes muss optimistisch bleiben und seinen Leuten Mut machen. Aber dann müssen sie es auch in Leistung und Ergebnisse umsetzen. Das ist das Wichtigste.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass man Nico konsequent nur auf die Pole abgestimmt hat. Ich glaube, man hat bei Mercedes schlichtweg das Thema Reifen noch nicht ganz verstanden.

Dort liegt die Krux, das müssen sie noch lernen, um nicht nur im Training oder im Qualifying vorne zu stehen sondern auch im Rennen vorne dabei zu sein.

Bis zum Spanien-Grand-Prix, Euer Hans-Joachim Stuck

Hans-Joachim Stuck ist einer der erfolgreichsten und populärsten deutschen Rennfahrer. In seiner aktiven Karriere bestritt er 74 Formel-1-Rennen und fuhr in der Königsklasse zwei Mal auf das Podium. Außerdem gewann er zwei Mal die 24 Stunden von Le Mans, drei Mal die 24 Stunden auf dem Nürburgring, wurde Langstrecken-Weltmeister und DTM-Sieger. Seit dieser Saison schreibt er wöchentlich eine Formel-1-Kolumne bei SPORT1.

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