Peter Kohl schwärmt in seiner Kolumne vom "Iceman"-Team und einem Schotten. Die Kommentare von Ecclestone machen ihn wütend.

TOPS

Vettel: Ein perfektes Rennen, soll nochmal jemand behaupten, der Kerl könne nicht fighten - die Anfangsphase war Adrenalin pur!

Teamduell bei McLaren: Bahrain-Dynamite durch einen enorm verbesserten Perez und einen Button, der sich wundert, dass der mexikanische Youngster ihm als Nummer 1 Fahrer des Teams auf der Strecke so ans Bein pinkelt. Alle Beteiligten meinen nachher, das war zu hart, inklusive Perez selber. Den Fans hat's gefallen - Ich liebe freies Fahren ohne Stallorder!!

Rosberg in der Anfangsphase: Er hat alles versucht, seine Pole in ein vernünftiges Ergebnis umzumünzen, seine Zweikämpfe mit den Top-Guns der Formel 1 in der ersten Rennphase waren reinste Sahne - beste Unterhaltung mit immer stärker nachlassendem Material. Schade für Nico, dass er am Ende nur noch stumpfe Waffen hatte.

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Alonso: Der Ritter der traurigen Gestalt, der trotz wettbewerbsfähigem F138 am Ende dastehen könnte wie ein Don Quijote, der vergeblich gegen Windmühlen kämpft, holt ohne DRS und trotz Zusatzstopp Punkte. Glücksgöttin Fortuna zeigt ihm derzeit den kalten Rücken, der Asturier stemmt sich mit Brachialgewalt gegen seine Pech-, Pleiten- und Pannenserie im Stile eines Champions.

Lotus: Mit Übersicht, guter Vorbereitung und einem bockstarken E21 beide Fahrer trotz unterschiedlicher Reifentaktik aufs Podium gehievt. Wie schon 2012 die Plätze zwei und drei - ein riesen Ergebnis. Mit einem neuen Chassis für Grosjean hat die Truppe von Eric Boullier es offenbar geschafft, die Probleme des Genfers abzustellen. Da wird nicht lamentiert, da wird hingelangt und sehr gut gearbeitet! Lotus zeigt derzeit wirklich Top-Team-Format, stellt McLaren und Mercedes deutlich in den Schatten.

Di Resta: Er drohte schon am starken Teamkollegen Sutil zu zerschellen, Bahrain war ein Befreiungsschlag für den Schotten mit Ausrufezeichen. Führungsrunden und am Ende fast eine Podiumsplatzierung - ein wirklich starkes Rennen!

Pirelli: Eine Top-Entscheidung, die Softies in den Kisten zu lassen und dafür die Medium-Reifen rauszuholen. Diesmal haben die Mischungen der schwarzen Walzen für ein tolles Rennen mit prickelnden Reifenstrategien gesorgt. Weiter so, geht doch!

FLOPS

Mercedes: Die Fahrer sind deutlich besser als die Autos! Lewis Hamilton gelingt in China und in Bahrain eine beeindruckende Schadensbegrenzung, Rosberg kann die zweite Pole in Folge für das Team holen, wird von dem alten Leid - dem Reifenfressen auf der Hinterachse - in die Knie gezwungen. Schön, dass sie konkurrenzfähig sind im Kampf um die Pole - aber bitter, dass sie keine vernünftige Rennabstimmung hinkriegen und die Fahrer am Ende - wie 2012 - eher chancenlos mit runtergefressenen Reifen rumrutschen.

Ferrari und Massa: Wer beide Titel holen will, muss in der Qualitätskontrolle nahezu fehlerfrei bleiben. So einen Defekt wie beim DRS von Alonso habe ich noch nie gesehen - alles nur Pech? Der F138 scheint eine Rakete zu sein, jetzt heißt es, sie unfallfrei durch den Orbit zu jagen. Das gilt vor allem für Felipe Massa, der es in den Rennen einfach nicht auf die Reihe kriegt. Die Kollision mit Sutil war vermeidbar, damit wirft er wieder einmal ein Rennen weg.

Webber: Kein wirklich gutes Jubiläum, sein 200. GP. Er will auf Augenhöhe mit Vettel fahren, packt das aber wieder einmal nicht. Schon nach dem vierten Rennen der Saison erneut die klare Nummer 2 im Team - auch wenn's ihn ärgert, die Suppe hat er sich selber eingebrockt auf der Strecke. Seine Gewaltaktionen in China gegen Vergne und in Bahrain gegen Rosberg in der Schlussphase sind Anzeichen dafür, dass der Australier es mit der Brechstange erzwingen will.

Sauber: Sorry Frau Kaltenborn, treten sie ihren Jungs mal kräftig in den Hintern. Wenn das Barcelona Up-Date nicht fundamental greift, war's das für diese Saison. Ein bitterer Abstieg eines als Hoffnungsträger gestarteten Teams. Die Auftritte derzeit sind so grau wie das Fahrzeugdesign, keine wirklichen Knaller. Schade vor allem für Nico Hülkenberg.

Gutierrez: Der junge Mexikaner bezahlt gerade mächtig viel Lehrgeld, ebenso das Team durch den Schrott, den er produziert. Wirkt total verunsichert und überfordert. Ist er zu früh in die Formel 1 gehebelt worden?

Ecclestone: Mal wieder Kopf voran mit Schwung rein ins Fettnäpfchen bei seinen Interviews zur politischen Lage in Bahrain. Manchmal möchte man ihm ins Ohr brüllen: "Halt doch einfach mal die Fr?. alter Mann."

Ich werde in Barcelona jedenfalls still halten, denn ich bin zu dieser Zeit bei der Eishockey-WM. Deshalb alles Gute bis zum GP von Monaco.

Bis dahin!

Ihr Peter Kohl

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