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Kimi Räikkönen (l.) ist aktuell Vierter, Nico Hülkenberg 14. in der Fahrer-WM © SPORT1

Die Cockpitvergabe der Scuderia sorgt für Spannung. Räikkönens Rückkehr gilt als fix, ein Deutscher punktet. Was wird aus Alonso?

Von Christoph Lother

Monza/München - Kimi Räikkönen verzog keine Miene.

"Ich habe nichts zu sagen", kommentierte der Finne in typischer "Iceman"-Manier seine angebliche Rückkehr zu Ferrari in der kommenden Saison.

Übereinstimmenden Medienberichten zufolge hat Räikkönen bereits am Mittwoch einen Vertrag beim italienischen Traditionsteam unterschrieben.

Im Königlichen Park von Monza gab es daraufhin fast kein anderes Thema mehr. An allen Ecken wurde wild über die Zukunft des Lotus-Piloten spekuliert.

Besonders im Fahrerlager geriet der beeindruckende Start-Ziel-Sieg von Weltmeister Sebastian Vettel beim Großen Preis von Italien quasi zur Nebensache (BERICHT: Vettel fliegt zum Sieg).

Einzig Räikkönen selbst hüllte sich wieder einmal in Schweigen.

WM-Zug für Räikkönen abgefahren

Vielleicht war dem Finnen die Laune nach einem aus seiner Sicht desaströsen Wochenende mit Platz elf und ohne ein einziges WM-Pünktchen schlichtweg vergangen (774000DIASHOW: Die Bilder des Rennens).

Denn spätestens seit Vettels insgesamt drittem Triumph in Monza scheint klar: Mit dem WM-Titel hat Räikkönen in diesem Jahr nichts mehr zu tun (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer).

Ferrari kündigt baldige Entscheidung an

Angesichts seiner nunmehr 88 Punkte Rückstand auf WM-Spitzenreiter Vettel kann Räikkönen den Fokus bereits vorzeitig auf das nächste Jahr richten.

"Bisher wurde nichts entschieden", wiegelte Ferrari-Boss Luca di Montezemolo die Gerüchte über eine angebliche Einigung mit dem Champion von 2007 zwar ab, und kündigte eine "Entscheidung in den kommenden Tagen" an.

Der bisherige Pilot der Scuderia, Felipe Massa, kämpft zwar um seinen Verbleib (News), soll laut "Bild" aber am Mittwoch über sein angeblich bevorstehendes Aus informiert werden.

Dass Räikkönen seinem derzeitigen Arbeitgeber Lotus zum Saisonende den Rücken kehren wird, gilt ohnehin als so gut wie sicher.

Hülkenberg orientiert sich um

Sollte der 33-Jährige tatsächlich zu Ferrari zurückkehren, könnte das Fahrerkarussell der Formel 1 noch einmal so richtig Fahrt aufnehmen (576155DIASHOW: Das Fahrerkarussell 2014).

Beim Rennstall aus Enstone würde demnach ein Cockpit frei - für Nico Hülkenberg beispielsweise.

Der Emmericher hat seinen Vertrag beim finanziell arg gebeutelten Sauber-Team längst aufgelöst und lotet derzeit seine Möglichkeiten aus.

"Ich prüfe alle Optionen für meine Zukunft. Ich biete meine Leidenschaft, meinen Speed und meinen unbedingten Willen zum Sieg", teilte Hülkenberg am Rande des Italien-GP mit und betonte: "Ich hoffe auf ein schnelles Auto."

Deutscher betreibt Eigenwerbung in Monza

Ein solches könnte ihm neben Lotus auch Ferrari bieten.

Denn neben Räikkönen ist angeblich auch Hülkenberg bei der Scuderia immer noch ein Thema.

"Der einzige Einfluss, den ich bei dieser Entscheidung geltend machen kann, findet durch meinen rechten Fuß statt", erklärte der 26-Jährige: "Ich kann nur mit Leistung überzeugen."

So wie im Highspeed-Mekka von Monza. Ausgerechnet beim Heimspiel der Ferraristi präsentierte sich Hülkenberg in bärenstarker Verfassung und feierte mit Platz fünf sein zweitbestes Saisonergebnis (DATENCENTER: Das Rennergebnis).

Hülkenberg als Nummer zwei geeigneter

Das dürfte neben den Verantwortlichen der "Roten" auch deren Starpilot Fernando Alonso aufgefallen sein.

Sollte der Brasilianer Massa seinen Platz bei Ferrari am Ende der Saison verlieren und Alonso sich an der Wahl seines neuen Teamkollegen beteiligen dürfen, würde sich der Spanier sicherlich eher für Hülkenberg aussprechen als für Räikkönen.

Der Deutsche ist nicht nur jung und ehrgeizig. Er würde sich wohl vor allem mit der Rolle als Nummer zwei hinter Alonso begnügen.

Alonso zu Lotus?

Räikkönen hingegen würde dem bisherigen Platzhirsch aus Oviedo wohl von Anfang an den Kampf ansagen - ihn womöglich sogar vertreiben.

Nach Informationen der "Welt" hat sich Renault-Geschäftsführer Carlos Ghosn intern bereits für einen Cockpittausch, sprich einen Wechsel Alonsos zu Lotus, stark gemacht.

Es wird wild diskutiert. Nur der "Iceman" schweigt.

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