Ausgerechnet in der Heimat von Ferrari muss Alonso seine eigene Chancenlosigkeit erkennen. Den Frust darüber lädt er am Team ab.

Auch beim Ferrari-Heimspiel in Monza war Fernando Alonso absolut chancenlos.

Darüber konnte auch der zweite Platz des Spaniers nicht hinwegtäuschen.

Viel entscheidender als die Platzierung war einmal mehr der Rückstand des stolzen Asturiers auf seinen ewig überlegenen Rivalen Sebastian Vettel.

Der betrug 5,5 Sekunden und wäre noch weitaus höher ausgefallen, wenn Vettel wegen kleinerer technischer Probleme am Ende nicht noch gehörig vom Gas gegangen wäre.

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Diese Demütigung hat Alonso wohl schon im Qualifying am Samstag kommen sehen. Vier Plätze lagen da zwischen ihm und Pole-Setter Vettel. Zu viel, um ihn am Sonntag im Rennen schon in der ersten Kurve überholen zu können.

Doch das wäre die einzige Möglichkeit gewesen, um den Red-Bull-Piloten in die Schranken zu weisen und die eigenen zarten WM-Hoffnungen am Leben zu erhalten. Fährt Vettel erst einmal vorneweg, ist er nicht mehr einzuholen.

Das wusste Alonso. Und deshalb regte er sich so sehr über den gescheiterten Versuch seines Teams auf, ihn im Windschatten des Kollegen Felipe Massa in die erste Startreihe zu bugsieren.

Dass dabei das Wort "scemi" (Trottel) gefallen sein soll, dementierte Alonso natürlich prompt. Er habe seine Boxencrew als "geni" (Genies) bezeichnet, was im Italienischen tatsächlich ähnlich klingt, aber allenfalls als beißende Ironie gemeint sein konnte.

Auch bei der Siegerehrung nach dem Rennen wies Alonso alle Berichte über ein angespanntes Verhältnis zwischen ihm und seinem Team zurück und meinte, man werde weiter um den Titel kämpfen.

Sein Blick aber verriet etwas Anderes: Die pure Verzweiflung darüber, dass er auch in diesem Jahr Vettels Dominanz anerkennen muss.

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