vergrößernverkleinern
Fernando Alonso fuhr bei allen bisherigen Singapur-Rennen in die Punkte © getty

Fernando Alonso gibt den WM-Kampf vor dem Rennen in Singapur nicht auf. Hamilton und Räikkönen brauchen einen guten Samstag.

Von Christoph Lother

München - Einen kleinen Funken Hoffnung trägt Fernando Alonso noch in sich.

Doch reicht der auch, um in der südostasiatischen Nacht von Singapur das erhoffte Feuer zu entfachen?

"Ich gehe sehr positiv in das Rennen und von einem guten Ergebnis aus", sagte der Ferrari-Pilot der spanischen Zeitung "As" mit Blick auf den Nacht-Grand-Prix auf dem Marina Bay Street Circuit (ab Fr., 12 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER).

Es ist fast schon die letzte Chance für den Spanier, den um 53 Punkte enteilten WM-Spitzenreiter Sebastian Vettel im Titelkampf noch aufzuhalten.

Bestens präpariert ins Saisonfinale

"Die Saison geht nun in ihre spannendste Phase. Noch sieben Rennen außerhalb Europas stehen an", sagte Alonso.

Der Champion von 2005 und 2006 ist der einzige ernstzunehmende Rivale Vettels, der nach den Rennen in Spa und Monza noch übrig ist (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer).

Und Alonso ist heiß. "Während der Sommerpause im August habe ich mich auf das anstehende Saisonfinale physisch sehr gut vorbereitet", betonte der Asturier.

Alonso in Singapur stärker als Vettel

Schließlich erwartet Alonso gerade auf dem Stadtkurs von Singapur ein "sehr anspruchsvolles Rennen unter physischen und mentalen Gesichtspunkten".

Mit denen kam der 32-Jährige in der Vergangenheit bestens zurecht. 2008 und 2010 bretterte Alonso in Singapur zum Sieg, zudem wurde er zweimal Dritter und einmal Vierter.

Rein statistisch gesehen ist der Spanier in der jungen Geschichte des Singapur-GP damit sogar erfolgreicher als der zuletzt zweimal in Folge siegreiche Vettel. Internationale Medien tauften ihn bereits "Mister Singapur".

"Es ist eine Strecke, die ich persönlich sehr mag", sagte Alonso, betonte aber auch: "Wir haben keinerlei Raum für Fehler. Besonders die Kurven 18 und 19 haben es in sich. Es braucht nur eine kleine Unkonzentriertheit und du landest in der Mauer."

Keine Unterstützung von Massa?

Ein solches Missgeschick würde Alonso vor allem Dreifach-Weltmeister Vettel gönnen.

"Wir haben unseren saisonüblichen Schnitt an Pech bereits gehabt, jetzt wäre die Reihe wieder mal am WM-Leader", sagte er der "Speedweek".

Ob sich Alonso bei seiner Attacke in Singapur auf die Unterstützung seines Teamkollegen Felipe Massa verlassen kann, bleibt allerdings abzuwarten.

Seit bekannt wurde, dass er bei Ferrari im kommenden Jahr durch Kimi Räikkönen ersetzt wird, ist der Brasilianer sichtlich verstimmt.

"Ab sofort fahre ich nur noch für mich selbst", polterte Massa unter der Woche im Gespräch mit dem brasilianischen TV-Sender "O Globo".

Hamilton setzt auf Quali-Stärke

Ohnehin nur noch äußerst geringe Aussichten auf ihren jeweils zweiten WM-Titel haben die derzeit dritt- und viertplatzierten Lewis Hamilton und Räikkönen.

Zwar ist Hamilton durchaus für seine starken Leistungen in den Qualifyings bekannt und auf einer Strecke mit derart wenigen Überholmöglichkeiten wie jener in Singapur möglicherweise im Vorteil.

Die besondere Charakteristik des Kurses mit extrem viel Abtrieb und nur geringem Vollgasanteil kommt Mercedes aber nicht gerade entgegen.

Lotus im Hintertreffen

Auch Räikkönen, im Vorjahr in Singapur Sechster, muss schon auf ein besonders gutes Quali-Ergebnis hoffen, will er in den engen und kurvigen Passagen des Marina Bay Street Circuit nicht von Anfang an hinterher fahren.

In Sachen Aerodynamik und Kurvenbeschleunigung reicht der Lotus des "Iceman" jedenfalls bei weitem nicht an die Konkurrenz von Red Bull, Ferrari oder Mercedes heran.

Es bedarf also schon eines besonderen Feuerwerks, wollen Alonso, Hamilton und Räikkönen den WM-Kampf noch einmal neu entflammen.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel