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Sebastian Vettel (l.) war schon vier Mal Weltmeister, Nico Rosberg noch nie © imago

Für Rosberg ist die Pole-Position von Montreal schon die halbe Miete für den Sieg. Vettels Quali-Vorstellung lässt hoffen.

Von Tobias Wiltschek

Montreal/München - Dieses Mal musste Lewis Hamilton den Triumph des Teamkollegen klaglos anerkennen.

Im Gegensatz zum vergangenen Grand Prix in Monaco, als Nico Rosberg dem Briten mit einem Verbremser in der letzten Runde die Chance auf die Bestzeit geraubt hatte, gab es an der Rechtmäßigkeit der Pole-Position für den Deutschen in Montreal keine Zweifel.

"Nico hat fantastische Arbeit abgeliefert. Ich gratuliere ihm", sagte Hamilton nach dem Zeittraining auf dem Circuit Gilles Villeneuve.

Das hatte der Brite mit einem Rückstand von 0,079 Sekunden auf Platz zwei beendet. (DATENCENTER: Das Qualifying-Ergebnis)

Enorme Bedeutung

Für Rosberg hat seine dritte Pole-Position in dieser Saison aus zwei Gründen eine enorme Bedeutung.

Erstens schlug er seinen Teamrivalen auf dem Kurs, wo der neben drei Pole-Positions auch schon drei Rennsiege feiern konnte.

Und zweitens ist Startplatz eins für ihn schon die halbe Miete auf dem Weg zum zweiten Sieg nacheinander.

Zur Erinnerung: In den vergangenen drei Rennen hatte immer der Silberpfeil-Pilot triumphiert, der von der besten Position aus gestartet war.

Vorteil des ersten Startplatzes

"Es ist immer ganz schwierig, vorbeizukommen", hatte Rosberg schon vor dem Qualifying auf die Bedeutung des ersten Startplatzes für das Rennen (ab 19.45 Uhr im LIVE-TICKER, Highlights ab 23.30 Uhr im TV auf SPORT1) hingewiesen.

Und Motorsportchef Toto Wolff wird nicht müde zu betonen, dass der Pole-Setter immer auch die erste Wahl bei der Stopp-Strategie hat.

Es spricht also viel dafür, dass Rosberg seinen ersten Sieg in Kanada einfährt und damit seine erst in Monaco zurückeroberte WM-Führung nach dem siebten Grand Prix des Jahres ausbauen kann.

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Lauda warnt vor Hamilton

Allzu sicher sollte er sich aber nicht sein.

Denn Mercedes-Aufsichtsratschef Niki Lauda erwartet einmal mehr einen Kampf auf Biegen und Brechen der beiden Teamkollegen, die sich trotz Hamiltons Friedensbotschaft (News) unter der Woche nichts schenken werden.

"Ich verspreche euch: Lewis wird noch ziemlich unbequem, wartet mal das Rennen ab. Er wird bis zum Ende kämpfen", sagte Lauda bei "Sky".

Gegen einen beinharten Zweikampf an der Spitze hätte wohl auch Laudas österreichischer Landsmann Helmut Marko nichts einzuwenden, wenn auch aus ganz anderen Beweggründen (SHOP: Jetzt Motorsport-Artikel kaufen).

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Markos Hoffnung

"Unsere Hoffnung ist, dass die zwei sich vorne bekriegen und wir dann in einer guten Position sind", erklärt der Motorsport-Berater von Red Bull, dem großen Rivalen der Silberpfeile.

Denn direkt hinter den beiden Mercedes-Piloten startet der wieder erstarkte Weltmeister Sebastian Vettel. Er könnte der große Nutznießer einer Kollision zwischen Rosberg und Hamilton sein.

Sein Ziel für das Rennen? "Ich versuche, deren Tempo so lange mitzugehen, wie ich kann. Wer weiß, vielleicht gibt es eine Überraschung, und wir können an ihnen vorbei fahren."

Nach der unglaublichen Pechsträhne in den vergangenen Wochen, die ihn bis auf Platz sechs der WM-Wertung abrutschen ließ, hat der Heppenheimer durch das gelungene Qualifying neue Zuversicht gewonnen. (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer)

"Zur Abwechslung keine Probleme"

Nicht nur weil er endlich auch mal wieder seinen Teamkollegen Daniel Ricciardo hinter sich lassen konnte.

"Wir hatten zur Abwechslung mal keine Probleme mit dem Auto", freute sich der 26-Jährige. Auch für das Rennen gehe er davon aus, "dass alles hält".

Am Fahrer selbst sollte der Angriff auf die Silberpeile nicht scheitern.

"Sebastian hat eine fantastische letzte Runde hingelegt. Da hat er wieder gezeigt, wer der wahre Weltmeister ist", lobte Marko den Hessen nach dem Qualifying in höchsten Tönen.

Kampfansage an Mercedes

Davon offensichtlich motiviert, ließ sich Vettel sogar zu einer Kampfansage an Rosberg und Hamilton hinreißen:

"Ich werde mein Bestes geben. Wenn wir die Chance haben, sie anzugreifen, dann sollten wir das auch nutzen", meinte er.

Die Aussichten auf einen spannenden Dreikampf zwischen dem Weltmeister und den beiden bisherigen Dominatoren waren in der Saison noch nie so gut wie an diesem Wochenende in Montreal.

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