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Ein ungewohntes Bild in Montreal. Sowohl  Das ERS-K funktioniert nicht. Während Rosberg sich noch auf Platz zwei ins Ziel retten kann, fällt Hamilton wegen Bremsproblemen aus
Nico Rosberg (r.) führte das Rennen lange Zeit vor Lewis Hamilton (l.) an. ZUM DURCHKLICKEN: Die Bilder des Rennes in Montral © getty

Nico Rosberg verliert beim Chaos-Rennen in Kanada zwischendurch die Orientierung, Sebastian Vettel frustiert die Motorenschwäche.

Montreal - Das Rennen von Montreal (Bericht) zählte sicher zu den spannendsten der Saison.

Für Nico Rosberg war es zeitweise sogar so turbulent, dass er nicht mehr wusste, auf welcher Position er lag. Im Glauben nur Fünfter oder Sechster zu sein, spulte der Mercedes-Pilot daher "eine Qualifying-Runde nach der anderen" ab.

Teamkollege Lewis Hamilton ist nach dem Aus dagegen gefrustet und droht der Konkurrenz damit noch stärker zurückzukommen.

Vettel mahnt

Ganz anders ist die Stimmung bei Daniel Ricciardo. Der Red-Bull-Fahrer kann sein Glück nicht fassen und freut sich über seinen "schönen Move in Kurve eins" (DATENCENTER: Das Rennergebnis).

Sebastian Vettel weist auch im Moment des Triumphes auf die Schwächen des Autos hin. Der Weltmeister macht deutlich, dass noch eine Menge Arbeit vor Red Bull liegt, um mit Mercedes dauerhaft kämpfen zu können.

SPORT1 fasst die Stimmen zum Qualifying in Montreal zusammen:

Daniel Ricciardo (Red Bull, Platz 1):

"Wir haben bemerkt, dass Hamilton ein Problem hatte und Rosberg auf den Geraden langsam war. Ich hatte ein Problem an Perez vorbeizukommen, weil er auf der Geraden sehr schnell war. In Kurve eins habe ich dann einen schönen Move gemacht und bin vorbeigekommen. Dann war ich nahe an Nico dran und in der richtigen Position, um das DRS zu nutzen. Ich bin immer noch geschockt."

Nico Rosberg (Mercedes, Platz 2):

"Es war so komisch, dass wir beide gleichzeitig das Problem bekommen haben. Ich habe alle Knöpfe gedrückt, dass es wieder weitergeht, aber es ging nichts, also habe ich das so hingenommen. Dann haben wir noch Bremsprobleme gekriegt, weil die hinteren Bremsen wegen dieses Problems zu heiß geworden sind. Wir mussten dann Bremsen und Sprit schonen, es war alles dabei. Unglaublich. Ich hatte keine Ahnung, wo ich liege. Ich habe einfach eine Qualifying-Runde nach der anderen gemacht. Von daher bin ich schon zufrieden, weil ich dachte, ich bin Fünfter oder Sechster."

Sebastian Vettel (Red Bull, Platz 3):

"Gratulation an Daniel. Erst gegen Ende des Rennens ging es ja so richtig los. Wir haben Hilfe von Mercedes bekommen, weil sie schwächer wurden. Ich hing erst hinter Hülkenberg fest, dann hinter Perez. Wir waren auf den Geraden einfach nicht schnell genug, da fehlt uns die Leistung. Insgesamt war es ein positiver Tag, der erste Sieg von Renault mit dem neuen Motor. Es liegt aber noch eine Menge Arbeit vor uns, denn die Mercedes sind auf den Geraden deutlich schneller als wir."

Jenson Button (McLaren, Platz 4):

"Nach dem ersten Stopp war ich so weit zurück. Alles ist schief gelaufen. Es staute sich überall auf der Strecke und es war wirklich schwer, zu überholen. Ich habe mich da durchgekämpft und dann hat sich das Auto mit den Softs wirklich gut angefühlt - besser als jemals in dieser Saison. In der letzten Runde haben wir natürlich von der Kollision zwischen Massa und Perez profitiert. Ich selbst hatte einen aufregenden Kampf mit Alonso und Hülkenberg. Fernando hat Nico in der Haarnadel fast getroffen, sie mussten dann beide eine weite Linie gehen und ich konnte innen durchschlüpfen. Das hat wirklich Spaß gemacht."

Nico Hülkenberg (Force India, Platz 5):

"Es war ein sehr stressiges Rennen. Wir sind eine gegenläufige Strategie gefahren, was bedeutete, dass mir ständig jemand im Getriebe hing. Es war herausfordernd und anstrengend. Wir müssen noch die Daten einsehen, aber spontan würde ich sagen, dass das für uns heute die beste Strategie war."

Fernando Alonso (Ferrari, Platz 6):

"Sechster und Zehnter ist für uns nicht genug, wir müssen es das nächste Mal besser machen. Die anderen sind uns auf der Geraden davongezogen, auch wenn wir DRS offen hatten. Das ist ein wenig frustrierend. Am Ende hatten wir Glück mit ein paar Ausfällen, sodass wir noch ein paar Punkte mitgenommen haben. Red Bull ist ein gutes Vorbild für uns, wie sie die Situation herumgedreht haben. Wer hätte nach dem ersten Test darauf gewettet, dass Red Bull in den ersten sieben Rennen gewinnt?"

Adrian Sutil (Sauber, Platz 11):

"Es war ein langes Rennen mir vielen Ereignissen. Wir konnten uns heute aus allem heraushalten und sind ohne Probleme durchgekommen - vom Start bis zum Ende. Von daher war es eine gute Leistung vom Team, was mich freut. Wir haben alles gegeben."

Lewis Hamilton (Mercedes, ausgeschieden):

"Es war ein Bremsproblem. Du trittst auf die Bremse und das Auto wird nicht langsamer. Wir dachten, das gibt sich - genau das gleiche bei Nico. Deswegen sind wir mit diesem Tempo gefahren. Beim Stopp habe ich ihn kassiert und dachte: Wow, was für ein Gefühl. Und genau in dieser Runde geben die Bremsen den Geist auf! Wenn man direkt hinter jemandem ist, entwickelt sich einfach mehr Hitze. Er hatte die ganze Zeit freie Fahrt und optimale Kühlung. Als ich nach dem Boxenstopp vor ihm lag, hat bereits alles gar gekocht. Wir werden jetzt weiter hart pushen und ich werde noch stärker zurückkehren."

Helmut Marko (Red-Bull-Motorsportberater):

"Man hat ja gesehen, dass wir auf der Geraden gegen einen Force India oder einen Williams keine Chance haben. Da haben wir uns taktisch anders orientieren müssen. Das ist aufgegangen. Als wir gesehen haben, dass die beiden Mercedes Probleme bekommen haben und vor allem im letzten Sektor langsamer wurden, haben wir gesehen, dass wir eine Chance haben. Da haben wir angegriffen."

Toto Wolff (Mercedes-Teamchef):

"Beide Fahrer leisteten großartige Arbeit, bis die MGU-K nicht mehr funktionierte. Nico zeigte eine sensationelle Leistung, um das Auto dennoch ins Ziel zu bringen. Wenn man bedenkt, wie viel weniger Power er im Vergleich zu den anderen Autos hatte, war das eine fantastische Schadensbegrenzung. Wir werden uns jetzt als Team zusammensetzen, die Situation analysieren und verstehen, was geschehen ist, um daraus noch stärker hervorzugehen."

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