Red Bull stattet Adrian Newey mit einem neuen Vertrag aus. Dass sich die Freude darüber in Grenzen hält, liegt an den Details.

Es war ein verstörendes Bild, das Helmut Marko abgab.

Da wurde der Motorsportchef von Red Bull zur gerade bekanntgegebenen Vertragsverlängerung von Chefdesigner Adrian Newey befragt.

Und dann huschte ihm nicht einmal ein Lächeln über das Gesicht. Dabei müsste er doch vor Stolz platzen, dass das Superhirn dem Rennstall aus Milton Keynes weiter die Treue hält und den Abwerbeversuchen von Ferrari widerstanden hat.

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Das ist aber nur die halbe Wahrheit, die andere Hälfte stand in Markos Gesicht geschrieben.

Newey werde in einem neuen Technologie-Zentrum von Red Bull arbeiten, das sich verschiedenen Projekten widme. Dabei könne er die Einrichtungen des Formel-1-Rennstalls nutzen.

Welchen Nutzen hat aber das Team dann noch von Newey? Mit Sicherheit werden Sebastian Vettel und sein australischer Kollege Daniel Ricciardo in Zukunft weitaus weniger von den genialen Konstruktionen des Briten profitieren können.

Denn der wird ganz einfach gar nicht mehr so viel Zeit haben, sich bei seinen vielen neuen Projekten noch um die Boliden des Rennstalls zu kümmern.

Und offenbar hat er auch gar nicht mehr die Lust dazu.

Es ist ein offenes Geheimnis, dass Newey schon länger mit den zunehmenden Restriktionen in der Königsklasse hadert. Er sieht immer weniger Möglichkeiten, den Boliden seinen Stempel aufzudrücken.

Insofern bestand nie wirklich die Gefahr, dass er zu einem anderen Rennstall wechselt. Zumal er von Anfang an den Höhenflug von Red Bull selbst entscheidend mitgeprägt und neben seinem Verstand auch viel Herzblut in das Projekt gesteckt hat.

Viel wahrscheinlicher ist nach heutigem Stand, dass er der Formel 1 insgesamt den Rücken kehren wollte. Diesen Schritt hat Red Bull verhindern können, allerdings auf Kosten eines fragwürdigen Kompromisses.

Im Tagesgeschäft wird Newey spätestens ab der kommenden Saison nicht mehr arbeiten.

Red Bull Racing wird sich über kurz oder lang mit der Frage beschäftigen müssen, ob es nicht sinnvoll wäre, einen Nachfolger für den Technikchef zu installieren. Auch wenn der seinen Vertrag gerade erst verlängert hat.

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