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Sebastian Vettel liegt nach sieben Rennen nur auf Rang fün © imago

Vor Spielberg vergleicht sich Sebastian Vettel mit einem Elfmeterschützen. Da er zuletzt wenig treffischer war, steigt der Druck.

Spielberg/München - Sebastian Vettel schlägt Nico Rosberg. Allerdings nicht auf der Rennstrecke, sondern nur an der Torwand und beim Tipp-Kick-Spiel.

Das Duell der beiden großen Fußball-Fans beim Fernsehsender "RTL" im Vorfeld der WM in Brasilien war eine schöne Abwechslung für den viermaligen Formel-1-Weltmeister in einer ansonsten recht trüben Saison in der Königsklasse.

Dass beim letzten Rennen in Montreal dann auch noch Teamkollege Daniel Ricciardo die Siegesserie der Silberpfeile beendete, dürfte Vettel vor dem Red-Bull-Heimrennen am Wochenende im österreichischen Spielberg (1. Freies Training, Fr. ab 10 Uhr im LIVE-TICKER und LIVE im TV auf SPORT1) endgültig die Laune verhagelt haben.

Vettel kann Mercedes-Patzer nicht nutzen

"Dass mit unserer Gurke auf der Geraden nichts geht", sagte Vettel nach seinem dritten Platz in Kanada, "ist einfach frustrierend. Entschuldigung, aber das muss man mal so sagen."

Nach sechs Rennen, in denen er mit seiner zickigen "Suzie" chancenlos gegen Mercedes gewesen war, schwächelten WM-Spitzenreiter Rosberg und sein Verfolger Lewis Hamilton in Montreal erstmals - und Vettel konnte es nicht nutzen.

"Dass mich das anfrisst, ist keine Frage", hatte Vettel anschließend gesagt, "um Zweiter oder Dritter zu werden, bin ich nicht hier." (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer)

Marko: Vettel muss es richten

Nach dem Kanada-Wochenende hatte auch noch Motorsportberater Helmut Marko klar gemacht, was man bei Red Bull vom Heppenheimer erwartet. (SHOP: Jetzt Motorsport-Artikel kaufen)

Bereits im April habe man Vettel in die Pflicht genommen. "Ich habe ihm gesagt: Es arbeiten 50 Ingenieure an diesem Motor, und sie bekommen es nicht hin. Du bist ein Top-Fahrer, du musst es jetzt richten", so Marko.

Allerdings scheint die Strecke in der Steiermark wie gemacht zu sein für die Mercedes-Konkurrenten. Es gibt einige Geraden, und der Spritverbrauch wird eher hoch ausfallen. All das dürfte dem Mercedes-Antriebsstrang in die Karten spielen.

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Positive Erinnerungen

Entsprechend lastet der Druck auf Vettel vor der mit Spannung erwarteten Rückkehr der Königsklasse nach Österreich.

Dennoch ist der 26-Jährige positiv gestimmt und setzt auch auf positive Erinnerungen aus der Vergangenheit.

"Ein Grand Prix auf dem Red-Bull-Ring ist für unser Team eine ganz besondere Motivation", sagte Vettel und fügte hinzu: "Mit 13 bin ich zum ersten Mal dort gefahren. Ich hatte die Möglichkeit, ein Formel-Auto zu testen. Das war ein großer Schritt, wenn man aus dem Kart kommt".

Dass die Strecke mittlerweile eine andere Charakteristik aufweist, spielt für ihn dabei keine große Rolle.

"Natürlich wurde der Ring in den vergangenen Monaten auf modernste Standards umgebaut, aber ich habe unvergessliche Erinnerungen und Erfahrungen in Spielberg gesammelt", so der Weltmeister.

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Schumacher: Vettel erleichtert

Dazu kommt die Erleichterung ob der positiven Nachrichten vom Zustand Michael Schumachers.

"Das ist mit Abstand die beste Nachricht überhaupt", sagte Vettel der "Sportbild".

"Das ist ein riesengroßer Schritt, über den ich mich sehr freue. Insbesondere, wenn man sich an die schlimmen Meldungen vor einigen Monaten erinnert, gleicht diese Entwicklung einem kleinen Wunder. Ich wünsche ihm und seiner Familie jetzt weiterhin viel Kraft", so der jüngste Weltmeister der Formel-1-Geschichte.

Vettel als Regisseur

Möglicherweise hilft ihm all das, die lange Durststrecke ohne Sieg endlich zu beenden. Am Wochenende ist auch wieder der "Spielführer Vettel" gefragt. Hier gibt es Tickets für die Formel 1

Manchmal sei er "eine Art Regisseur, der auch noch mit Autorität ausgestattet ist. Zum Beispiel, wenn es nicht so gut läuft und auch mal auf den Tisch gehauen werden muss", sagte Vettel bei "Auto Bild" auf die Frage nach einer vergleichbaren Position des Formel-1-Piloten in einem Fußballteam.

Vettel: "Muss den Elfer verwandeln"

Grundsätzlich sei er aber auf der Strecke "ein Torjäger in Form des Elfmeterschützen. Das Team hat diese große Chance durch Training und starkes Spiel gemeinsam herausgeholt. Aber ich bin dann derjenige, der den Elfmeter verwandeln muss".

So wie gegen Rosberg beim Tipp-Kick. Jetzt muss es nur noch auf der Strecke wieder klappen.

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