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Toto Wolff, Bernie Ecclestone, Christian Horner und Niki Lauda (v.l.) zählen zu den einflussreichsten Persönlichkeiten in der Formel 1 © getty

Die Formel 1 will die Kosten mit aller Macht senken. Vorschläge gibt es viele, doch die meisten davon wurden nun wieder gekippt.

Aus Spielberg berichtet Andreas Reiners

Spielberg - In der Formel 1 ist man sich vor allem in einem Punkt einig: Dass man sich nicht einig ist.

Seit Monaten werden Lösungen ins Spiel gebracht, um die finanziell angeschlagenen Rennställe zu entlasten. Auch vor dem Österreich Grand-Prix in Spielberg ist Kostensenkung das große Wort in der Motorsport-Königsklasse. Offenbar ist es immer noch zu groß.

Eine Deckelung des Budgets oder eine Reduzierung der Entwicklung scheiterten schon im Ansatz am Veto der großen Teams.

Es wurde ausprobiert. Lamentiert. Und munter weiter diskutiert.

Schwierige Diskussionen

Bislang ohne konkretes Ergebnis. "Die Diskussionen um Kostensenkungen sind schwierig", betonte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff immer wieder.

Doch kürzlich hatten sich die Verantwortlichen innerhalb der Strategiegruppe offenbar endlich geeinigt: Vor allem das Rennwochenende sollte reformiert werden. (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer)

Der Medientag am Donnerstag sollte ebenso wie das Freie Training am Freitag gestrichen werden. Dafür hätte es dann am Freitagnachmittag zwei 45-minütige Einheiten gegeben.

Bis zu 1,5 Millionen Euro Ersparnis

Was der Formel 1 diese Revolution gebracht hätte? Ein Motor und ein Getriebe weniger pro Auto über die gesamte Saison gesehen, was laut Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff einer Ersparnis von bis zu 1,5 Millionen Euro gleichgekommen wäre.

Weitere geplante Sparpunkte: Reifen-Heizdecken wären verboten, die Testfahrten innerhalb der Saison wieder gestrichen worden. Hier gibt es Tickets für die Formel 1

Ein Gremium, bestehend aus den Formel-1-Teamchefs, Boss Bernie Ecclestone, Veranstaltern sowie Vertretern der Motorherstellern und Reifenlieferant Pirelli, traf sich nun am Mittwoch, um einen Haken hinter die Vorschläge zu machen. endgültig die Laune verhagelt haben.

Und dem Motorsport-Weltrat der FIA am 26. Juni in München die Sparpläne zur endgültigen Abstimmung vorzulegen.

Top-Teams rudern zurück

Doch der hat praktisch kaum etwas zu tun. Denn nahezu alle Sparpunkte wurden einkassiert.

Zwar waren im Vorfeld die großen Teams für eine Reform des Rennwochenendes. Mercedes, Red Bull und Co. ruderten nach reiflicher Überlegung nun aber zurück. (SHOP: Jetzt Motorsport-Artikel kaufen)

Offenbar überwog die Angst vor den Reaktionen der Fans. Die hätten für das gleiche Geld weniger Action bekommen, die Formel 1 selbst zudem weniger Publicity. Auch die Veranstalter waren von der Idee wenig begeistert.

Sinkende TV-Zahlen

Und immerhin geht es bei der bereits am 24. Juni beginnenden "FIA Sport Konferenz 2014" auch um die Themen Fannähe, Social Media und Eroberung neuer Märkte.

Denn nicht nur die TV-Zahlen sind rückläufig, auch die Zuschauerzahlen an einigen Strecken bereiten den Verantwortlichen Kopfzerbrechen. Eine Reduzierung des Rennwochenendes hätte alle Bemühungen um mehr Fannähe wohl erschwert.

Einig war sich die Kommission immerhin in zwei Punkten: Die Heizdecken werden von Pirelli nun als Werbefläche verkauft. Dafür bekommen die Teams 200.000 Euro. Ein Tropfen auf den heißen Stein. Mehr nicht.

Kürzung der Testfahrten

Außerdem werden die Testfahrten schrittweise gekürzt. Die zwölf Testtage vor der kommenden Saison finden wieder in Europa anstatt wie 2014 in Bahrain statt, die Tests während der Saison werden von acht auf vier eingestampft.

2016 folgen weitere Einsparungen: Im Winter wird nur noch an acht Tagen getestet, unter der Saison gar nicht mehr.

Unter dem Strich bleibt auch diesmal vor allem die Erkenntnis: Es wird weiter viel geredet, aber wenig gespart. Zumindest darin herrscht Einigkeit.

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