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Nico Rosberg debütierte 2006 in der Formel 1 © getty

Nico Rosberg und Lewis Hamilton geben auch zum Auftakt in Österreich den Ton an - und sticheln gegen die chancenlose Konkurrenz.

Aus Spielberg berichtet Andreas Reiners

Spielberg - Nico Rosberg ist im Kampfmodus.

Der 28-Jährige gibt sich in Spielberg zwar betont entspannt. Gut gelaunt, locker. Aber auch angriffslustig.

Denn Rosberg hat in den vergangenen Wochen vor allem eines gelernt: Mit Freundlichkeit kommt man in der Formel nicht weiter.

Der "nette Herr Rosberg"? Vergangenheit. Zumindest auf der Strecke. Der Zwist mit seinem "Jetzt-wieder-Kumpel" Lewis Hamilton? Längst ausgeräumt. Zumindest offiziell.

Und wohl auch höchstens bis zum nächsten Aufeinandertreffen im Auto am Samstag im Qualifying (ab 13.45 Uhr im LIVE-TICKER, Highlights ab 19 Uhr im TV auf SPORT1). Ein Friede auf Zeit sozusagen. Der jederzeit wieder aufflammen kann.

Silberpfeile dominieren im Training

Denn Mercedes ist in der Motorsport-Königsklasse weiter das Maß der Dinge. Und das nächste Duell der beiden im Grunde einzigen WM-Aspiranten vorprogrammiert.

Beim Freien Training am Freitag bestimmten die Sterne mal wieder das Geschehen. Gaben das Tempo vor. Und versetzten der Konkurrenz den nächsten Dämpfer. (DATENCENTER: Das Trainingsergebnis)

Am Vormittag war Rosberg der Schnellere, am Nachmittag dann der Teamkollege. Und das mit einem beruhigenden Polster auf den Rest des Feldes. Eine Dominanz nach Belieben, so scheint es.

Hamilton (1:09,542 Minuten) und Rosberg (1:09,919) waren die einzigen, die unter 1:10 Minuten blieben.

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Red Bull fährt hinterher

Und Red Bull? Kommt auch auf dem Red-Bull-Ring nicht wirklich in Fahrt. Wenigstens war Weltmeister Sebastian Vettel in der zweiten Session mal schneller als Teamkollege und Kanada-Sieger Daniel Ricciardo.

Wirklich ernst nimmt den Ausrutscher in Montreal im Lager der Silberpfeile aber sowieso niemand mehr. Auch wenn Ricciardo für die Bullen den ersten Saisonsieg einfuhr.

Hamilton schied nach dem Ausfall des Hybrid-Systems ERS zwar aus und Rosberg musste mit immerhin 160 PS weniger als die Konkurrenz auskommen. (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer)

Wie er in Spielberg verriet, hatte sein Team am Computer nach dem ERS-Ausfall sogar nur einen achten Platz errechnet. Rosberg wurde am Ende Zweiter.

Problem gefunden, Problem gelöst?

Mercedes hat das Problem inzwischen gefunden. Und verstanden. Und offenbar auch gelöst. "Wir sind zuversichtlich, dass es hier nicht noch einmal passiert", so Rosberg.

Auch die Konkurrenz um Weltmeister Sebastian Vettel fürchtet der Wiesbadener nicht: "Ich gehe davon aus, dass wir hier das schnellste Auto haben. Momentan liegen uns alle Strecken. Es ist egal, wo wir fahren".

Aus dem 28-Jährigen sprach das Selbstbewusstsein des WM-Führenden. Denn Rosberg weiß: Im Grunde kann er sich nur selbst schlagen. Hier gibt es Tickets für die Formel 1

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Verbale Spitzen

Da blieb dann auch ein wenig Zeit für verbale Spitzen. "Ein kleines extra Plus Motivation ist schon da, wenn man am A1-Ring gewinnen kann", sagte er.

Wohl wissend, dass der A1-Ring nach dem Abriss und dem Neubau inzwischen Red-Bull-Ring heißt. Den Namen der Konkurrenz nimmt er nicht in den Mund. (SHOP: Jetzt Motorsport-Artikel kaufen)

Sein Arbeitgeber hatte rund um den Kurs in der Steiermark zahlreiche Plakate mit der Aufschrift "Heimspielberg" angebracht. Heimspiel? Ja klar, Toto Wolff und Niki Lauda sind ja schließlich Österreicher. Auch eine Sicht der Dinge.

Wäre für Vettels Red-Bull-Rennstall sicher auch eine schöne Idee gewesen.

Kein Heimspiel für Red Bull

Auch wenn Red Bull in Österreich eigentlich gar kein Heimspiel hat. Das findet zumindest Lewis Hamilton.

"Es ist seltsam dass sie von ihrem Heim-Grand-Prix sprechen, nur weil sie ihren Namen davor geschrieben haben. Dabei ist ihr Team in Großbritannien zuhause", sagte Rosbergs Teamkollege.

Einmal in Form, legte auch Hamilton nach. Glaubt er denn, dass Red Bull inzwischen aufgeholt hat?

Hamilton dachte kurz nach, dann lächelte er: "Nein, nicht wirklich."

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