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Sebastian Vettel ist der jüngste Weltmeister der Formel-1-Geschichte

Vettel erlebt im Spielberg-Qualifying ein Desaster, im Rennen geht es nur noch um Schadensbegrenzung. Rosberg ist optimistisch.

Von Carsten Arndt

Spielberg/München - Sebastian Vettel war bedient.

Sichtlich angefressen trat er nach seinem aus seiner Sicht viel zu früh beendeten Arbeitstag den Weg zum Wiegen an.

Auch an den Mikrofonen präsentierte sich der Weltmeister anschließend ungewohnt wortkarg.

"Es ist schade, aber es ist so wie es ist, es bringt jetzt nichts darüber zu reden", sagte Vettel, dessen Ausgangslage für den Österreich-Grand-Prix (So, ab 13.45 im LIVE-TICKER, Highlights, ab 18.30 Uhr im TV auf SPORT1) alles andere als vielversprechend ist.

Enttäuschung im Qualifying

Zuvor war der Heppenheimer im Qualifying (Bericht) einmal mehr deutlich langsamer als Teamkollege Daniel Ricciardo gewesen - und musste als 13. bereits zum dritten Mal in dieser Saison schon in Q2 die Segel streichen.

Während das beim Auftakt in Melbourne und wenig später in Bahrain zu großen Teilen auf technische Probleme zurückzuführen war, machte der Red Bull in Sachen Zuverlässigkeit dieses Mal keine Zicken.

Es blieb daher für Vettel am Ende nur ein Fazit: "Wir sind nicht einfach nicht schnell genug."

Sensations-Pole für Massa

Und so musste er tatenlos mit ansehen, wie nicht etwa er oder Teamkollege Daniel Ricciardo die Qualifying-Dominanz der Silberpfeile brachen, sondern einer, dessen Formel-1-Karriere schon dem Ende zuzugehen schien: Felipe Massa.

"Ich bin so glücklich über das, was hier heute passiert ist ? für mich, fürs Team. Es ist lange her, dass ich meine letzte Pole geholt habe", jubelte Massa anschließend.

Sechs Jahre nach seinem letzten Coup beim Heim-Rennen in Brasilien, geht der langjährige Ferrari-Teamkollege von Michael Schumacher wieder von Startplatz eins ins Rennen.

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Mercedes erstmals geschlagen

Da sich Valtteri Bottas im zweiten Williams auch noch Rang zwei sicherte, steht erstmals in dieser Saison kein Mercedes-Pilot in der ersten Startreihe. (DATENCENTER: Das Qualifying-Ergebnis).

WM-Spitzenreiter Nico Rosberg musste sich mit dem dritten Platz begnügen. Sein Teamkollege und erster Verfolger Lewis Hamilton wurde nach einem Fahrfehler auf seiner letzten schnellen Runde sogar nur Neunter.

"Das war mein Fehler heute. Ich habe das nicht richtig hinbekommen. Wir müssen mal schauen, wie das morgen wird", fasste der Brite seinen Tag zusammen. (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer).

Rosberg: "Werde die Jungs schnappen"

Rosberg war dagegen trotz seines verpassten Pole-Hattricks bester Laune und zeigte sich für das Rennen optimistisch.

"Ich habe ein gutes Auto für das Rennen morgen. Da ist alles drin, ich werde alles geben. Das war ein guter Job von Williams heute, Gratulation. Aber ich denke, dass ich im Rennen schneller bin und die Jungs hier und sie noch schnappe", so Rosberg.

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Vettel enttäuscht

Für Sebastian Vettel bleibt dagegen wohl wieder einmal nur die Zuschauerrolle. Dabei hatte sich das Red-Bull-Team bei der Rückkehr nach Österreich nach elf Jahren Abstinenz so viel vorgenommen.

"Es ist ein echtes Heimrennen und wird unser Team beflügeln", hatte Vettel angekündigt.

Doch spätestens nach den Trainingseindrücken am Freitag kehrte im Red-Bull-Lager die Ernüchterung zurück. Vettels frühes Aus am Samstag bestätigte dann alle Befürchtungen. Hier gibt es Tickets für die Formel 1

"Ich denke, viel mehr war nicht drin. Ich hatte zwei Runden die ungefähr gleich schnell waren, beide aber zu langsam. Wir dachten, dass wir noch einen Schritt nach vorne machen können, aber der blieb aus", analysierte Vettel.

Ricciardo mit Schadensbegrenzung

Teamkollege Ricciardo war zwar ebenfalls weit von der Spitze entfernt, erkämpfte sich aber immerhin noch Startplatz fünf.

"Er scheint einfach ein bisschen besser zurechtzukommen", musste Vettel eingestehen. Bei einem idealen Rennverlauf darf sich Ricciardo sogar leise Hoffnungen auf einen Platz auf dem Podium machen.

"Morgen läuft es vielleicht besser für uns. Fernando (Alonso, Anm. d. Red.) ist vorne, mit dem kann ich mir ein schönes Rennen liefern. Mal gucken, ob Platz drei drin ist", sagte der Australier.

Vettel: "Es kann immer was passieren"

Den Traum vom Podest muss Sebastian Vettel dagegen wohl schon nach dem heutigen Tag begraben, zumal das Überholen nicht gerade zu den Stärken des Red Bull zählt.

"Es ist natürlich schwer von so weit hinten zu starten, aber es ist ein langes Rennen, da kann immer viel passieren", äußerte sich der 26-Jährige vorsichtig optimistisch. (SHOP: Jetzt Motorsport-Artikel kaufen).

Zumindest den im Qualifying Elftplatzierten Sergio Perez hat er sich schon einmal geschnappt - wenn auch nur am grünen Tisch. Vettel profitiert von der Strafversetzung des Force-India-Piloten nach dessen Kollision mit Massa beim vergangenen Rennen in Kanada und rückt in der morgigen Startaufstellung auf Rang zwölf vor.

Vettels Laune dürfte das allerdings nur wenig heben.

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