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Nico Rosberg (m) debütierte 2006 in der Formel 1

Mercedes feiert in Spielberg einen Doppelsieg und stellt die Rangordnung wieder her. Nico Rosberg setzt ein weiteres Zeichen.

Von Carsten Arndt

Spielberg/München - Nico Rosberg hatte es schon am Samstag geahnt.

"Das war ein guter Job von Williams heute, Gratulation. Aber ich denke, dass ich im Rennen schneller bin als die Jungs hier und sie noch schnappe", hatte der WM-Leader nach der überraschenden Doppel-Pole der beiden Williams-Piloten Felipe Massa und Valtteri Bottas angekündigt.

71 Rennrunden auf dem neuen Red-Bull-Ring später stand der 27-Jährige dann dort, wo er nach eigener Ansicht auch hingehört: Ganz oben - bereits zum dritten Mal in dieser Saison (Bericht).

Teamkollege Lewis Hamilton rundete als Zweiter das perfekte Mercedes-Wochenende bei der Rückkehr des Formel-1-Trosses nach Österreich ab - und stellte die Rangordnung in der Formel 1 wieder her.

Konkurrenz hofft vergeblich

Nachdem Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo beim letzten Rennen in Montreal in die Phalanx der Silberpfeile eingebrochen war, machten die beiden WM-Führenden jegliche Hoffnungen der Konkurrenz auf ein Ende der silbernen Dominanz wieder zunichte. (DATENCENTER: Das Renn-Ergebnis).

Ungefährdet fuhren sie den bereits sechsten Doppel-Sieg im achten Rennen ein, und das obwohl längst nicht alles rund lief.

"Wir mussten manchmal etwas rausnehmen, da wir wieder ein paar Probleme mit der Kühlung hatten und die Bremsen nicht zu hart rannehmen durften", erklärte Motorsportchef Toto Wolff bei "Sky".

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Blitzstart für Hamilton

Viel zu sehen war davon allerdings nicht. Schon beim Start machte das Mercedes-Duo deutlich, dass die erstmals verpasste erste Startreihe ein Ausrutscher war.

Während Nico Rosbergs Attacke auf den zweitplatzierten Bottas vom Finnen zunächst noch gekontert wurde, legte Hamilton einen Blitzstart hin und schob sich von Rang neun auf fünf vor.

"Das war ganz stark, er ist einfach ab durch die Mitte. Ich glaube, er war hochmotiviert und wollte Nico nicht aus den Augen verlieren" lobte Wolff. (SHOP: Jetzt Motorsport-Artikel kaufen).

Rosberg ohne Fehler

Mit dem ersten Boxenstopp schnappte sich Rosberg dann Polesetter Massa, der wenig später auch Hamilton auf der Strecke passieren lassen musste.

Ein bisschen länger wehrte sich Massas Teamkollege Bottas, doch auch der Finne musste Rosberg letztlich passieren lassen. (Hier gibt es Tickets für die Formel 1)

Als es in der Schlussphase zum ewigen Duell mit Teamkollege Hamilton kam, behielt der Deutsche bis auf einen minimalen Wackler in der letzten Runde die Nerven und brachte den Sieg locker nach Hause.

"Wegen Lewis habe ich mir keine Sorgen gemacht. Ich wusste, solange er nicht in Angriffsnähe ist, ist alles okay. Und als er dran war in der letzten Runde wusste ich, dass er nicht mehr vorbeikommt. Da wusste ich, ich habe die Sache im Sack", so Rosberg.

"Heimspiel"-Duell an Mercedes

Durch seinen Sieg baut der Sohn von Ex-Weltmeister Keke Rosberg seine Führung in der Gesamtwertung weiter aus und sorgte dafür, dass Mercedes auch das Duell um das "Heimspiel" klar für sich entschied.

Sein Arbeitgeber hatte im Vorfeld rund um den Kurs in der Steiermark zahlreiche Plakate mit der Aufschrift "Heimspielberg" angebracht, da Toto Wolff und Aufsichtsrats-Boss Niki Lauda ja schließlich Österreicher sind.

Mit 165 Punkten liegt Rosberg nun nach acht von 19 Rennen 29 Zähler vor Hamilton. Acht Jahre nach seinem Debüt in der Königsklasse rückt der Titel für den Wiesbadener immer näher.

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Vettels Seuchenjahr geht weiter

Um den WM-Titel geht es bei Sebastian Vettel dagegen schon länger nicht mehr, die Titelverteidigung ist längst außer Reichweite.

Pleiten, Pech und Pannen prägen die bisherige Saison des viermaligen Champions - auch das Red-Bull-Heimspiel in Spielberg machte da keine Ausnahme.

Vettel: "Das ist bitter"

Nachdem der viermalige Champion bereits kurz nach dem Start Probleme hatte und ans Ende des Feldes zurückfiel, erlöste ihn sein Team in der 37. Runde und holte ihn endgültig an die Box.

"Viel Lust zu reden, habe ich nicht. Ich stehe hier und mache keine Punkte, das ist bitter", sagte ein frustrierter Weltmeister: "Warum es bei mir immer was anderes ist, weiß ich nicht. Aber es ist klar, dass man so nicht in die Gänge kommt."

Rosberg Top-Favorit auf den Titel

Frust hatte sich auch bei Nico Rosberg zwischenzeitlich angestaut. Nach seinem Sieg zum Auftakt in Australien fuhr Hamilton vier Siege in Folge ein und zog in der WM an Rosberg vorbei - der Deutsche hatte den möglichen Titel nicht mehr in der eigenen Hand. (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer).

Doch Rosbergs Sieg in Monaco war womöglich die Wende im Titelkampf. "Es war wichtig, Lewis' Lauf zu beenden", erklärte Rosberg Anfang der Woche.

Nun hat er den Spieß umgedreht. Hamilton ist nun derjenige, der aufholen muss, der das Momentun seines Teamkollegen brechen muss.

Denn spätestens mit dem heutigen Sieg ist Rosberg zum Top-Favoriten auf den WM-Titel aufgestiegen.

Lukas Podolski gratuliert Nico Rosberg zum Sieg

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