Trotz der prächtigen Stimmung beim Österreich-Comeback bleibt dem Red-Bull-Gründer die Krönung seines Lebenstraums verwehrt.

Auf diesen Tag hat Dietrich Mateschitz zehn Jahre lang hingearbeitet.

Der Gründer des Red-Bull-Imperiums investierte Unsummen an Geld, um Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone von der Rückkehr der Königsklasse in seine österreichische Heimat zu überzeugen.

Geschätzte 250 Millionen Euro waren nötig, um den maroden Kurs in der Steiermark den heutigen Standards anzupassen und das Ok des greisen Zampano für das Comeback zu bekommen.

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Mateschitz' Landsleute dankten es ihm, indem sie den Grand Prix in ein riesiges Volksfest verwandelten.

250.000 Zuschauer pilgerten zur Traditionsstrecke, die neuerdings natürlich Red-Bull-Ring heißt. Die Organisation verlief reibungslos. Daran änderten auch die prognostizierten Staus rund um den Kurs nichts.

Und dennoch blieb dem Multi-Milliardär Mateschitz die Krönung seines Lieblingsprojekts verwehrt.

Denn pünktlich zum Comeback Österreichs in der Formel 1 leistet sich sein Team die größte Krise seit Jahren.

Weltmeiser Sebastian Vettel fiel beim Heimspiel bereits zum dritten Mal in dieser Saison aus und liegt in der WM-Wertung nun schon über 100 Punkte hinter Spitzenreiter Nico Rosberg zurück.

Teamkollege Daniel Ricciardo holte mit Ach und Krach den achten Platz und damit noch vier Punkte - so erfolglos waren die "Bullen" seit dem Saisonauftakt in Australien nicht mehr.

Dabei hatte Motosportchef Helmut Marko nach Ricciardos Sieg in Montreal vor zwei Wochen den Heim-Grand-Prix noch als Wegweiser für den weiteren Verlauf der Saison deklariert.

Nimmt man das Desaster in der Heimat als Maßstab, bleibt Red Bull 2014 im besten Fall noch die Rolle als "Best of the Rest" hinter den weit enteilten Silberpfeilen von Mercedes.

Der große Schwachpunkt bleibt auch nach dem Österreich-GP der anfällige Antrieb von Motorenpartner Renault, der Vettel erneut zur Aufgabe zwang.

Die Spekulationen, wonach sich Red Bull deshalb in absehbarer Zeit einen eigenen Motor leistet, werden durch das Debakel wohl neue Nahrung erhalten.

Und der reiche Team-Gründer Mateschitz müsste schon wieder tief in die Tasche greifen. Einen Heimsieg auf der eigenen Strecke würde aber auch diese Investition nicht garantieren.

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