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Nico Rosberg freut sich über seine vierte Pole 2014. ZUM DURCHKLICKEN: Die Bilder des Qualifyings © getty

Während der Brite beim Heim-GP erneut die falsche Entscheidung trifft, nutzt Rosberg die Chance zur Pole. Auch Vettel überzeugt.

Von Tobias Wiltschek

Silverstone/München - Unterschiedlicher hätten die Gefühlsregungen bei den beiden Mercedes-Piloten nicht sein können.

Während Lewis Hamilton wutentbrannt seine Cockpit-Abdeckung ins Auto feuerte, bejubelte Nico Rosberg seine Pole-Position ausgelassen und schilderte auf der Pressekonferenz ganz aufgeregt jedes Detail des spannenden Qualifyings (Bericht).

"Das war natürlich ein recht großes Durcheinander. Das ist immer so schwierig, wenn sich die Bedingungen die ganze Zeit verändern", sagte der WM-Spitzenreiter zur Regen-Lotterie in Silverstone beim Großen Preis von Großbritannien (Rennen, So, ab 13.45 im LIVE-TICKER, Highlights, ab 22.00 Uhr im TV auf SPORT1).

Bestes Ergebnis für Vettel

Hinter dem gebürtigen Wiesbadener landete Sebastian Vettel auf Platz zwei und feierte damit sein bislang bestes Qualifying-Ergebnis in diesem Jahr. Dritter wurde Jenson Button als bester Brite vor Nico Hülkenberg, der die hervorragende Bilanz der deutschen Piloten mit Platz vier komplettierte (DATENCENTER: Das Qualifying-Ergebnis).

Eigentlich wollte Rosberg schon aufgeben, weil der Regen in Q3 nur langsam wieder nachließ und eine Verbesserung der Zeiten nicht mehr möglich schien. Doch er überlegte es sich noch einmal anders.

"Immerhin eine kleine Chance"

"Dann saßen wir in der Box und kamen zu dem Schluss, dass wir uns die Strecke noch einmal ansehen sollten", erzählte der Wahl-Monegasse, "denn wenn man es nicht versucht, dann gibt es gar keine Chance, aber wenn man es versucht, dann hat man immerhin eine kleine Chance."

Und die nutzte er. "Die letzten drei Kurven waren relativ trocken, und da hab ich dann riesig Zeit gutmachen können", freute sich der 29-Jährige, der mit einem Vorsprung von über 1,6 Sekunden auf Vettel seine vierte Pole-Position in diesem Jahr einfuhr.

"Er hat keinerlei Fehler gemacht. Es war eine brillante Leistung", lobte ihn Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff.

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Trost für Hamilton

Für den anderen Silberpfeil-Piloten blieben dem Österreicher bei "Sky" indes nur Worte des Trostes: "Schade, dass er zu Hause mit einem klitzekleinen Fehler auf Rang sechs landet. Das ist ärgerlich, aber eben nur der Samstag."

Am Sonntag im Rennen werde Hamilton dann aber "mit dem Messer zwischen den Zähnen fahren und versuchen, so schnell wie möglich an Vettel und Rosberg heranzukommen".

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Zumindest bis dahin wird er jedoch erst einmal zu knabbern haben an der erneuten Niederlage gegen seinen Teamkollegen.

Rosberg droht zu enteilen

Nach seinem Aus in Montreal und dem Fahrfehler im Qualifying zum Österreich-GP droht Hamilton in der WM-Wertung nun ausgerechnet bei seinem Heim-Grand-Prix endgültig den Anschluss an den Teamkollegen zu verlieren (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer).

In Silverstone schätzte er die Streckenbedingungen völlig falsch ein und fiel noch von Platz eins auf Platz sechs zurück. Im Gegensatz zu den anderen Fahrern brach er in Q3 seine letzte Runde ab - im Glauben, dass die Bedingungen sowieso keine besseren Zeiten mehr zuließen.

"Es war mein Fehler. Ich habe die Runde aufgegeben, als ich hätte weiterfahren sollen", sagte er sichtlich angefressen bei "Sky Sports F1". Es habe zwar Diskussionen mit der Box gegeben, aber es sei allein seine Entscheidung gewesen.

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Vettel in Reihe eins

So musste er mit ansehen, wie auch Sebastian Vettel noch an ihm vorbeizog und sich den Platz neben Rosberg in der ersten Startreihe sicherte - und das mit dem einzigen Versuch im letzten Quali-Abschnitt.

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"Zum Schluss haben wir dann einfach gedacht, 'okay, wir probieren's", sagte der viermalige Weltmeister. "Bis dahin haben wir noch gar keine Zeit aufstellen können. Und dass am Ende der zweite Platz herausspringt, ist natürlich sehr erfreulich."

Dabei spielten ihm die schwierigen Bedingungen durchaus in die Karten. "Es gab viel Regen, kein Regen, Nieselregen - ich glaube, solch wechselnde Bedingungen gibt es nur in England", erklärte Vettel.

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Hoffen auf Regen

Für das Rennen am Sonntag macht ihm der zweite Startplatz freilich Mut. "Ich freue mich ehrlich auf das Rennen morgen. Vielleicht wird es ja nass, das würde mich nicht stören."

Allzu viel Hoffnung sollte er sich aber nicht machen. Für den Zeitraum des Rennens ist für Silverstone sonniges Wetter vorhergesagt. Die Regenwahrscheinlichkeit beträgt nur 20 Prozent.

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