Das heiße Duell, das man von den Mercedes-Piloten erwartet hatte, liefern sich Vettel und Alonso - endlich mit gleichen Waffen.

14 Runden lang haben sie sich in Silverstone gegenseitig belauert, beharkt, bekämpft.

Es war ein Kampf zweier großartiger Fahrer, beide reizten das Erlaubte so weit aus, bis keine Radmutter mehr zwischen ihre Boliden passte.

Und beide ? auch das gehört dazu ? stießen über Funk wilde Flüche gegen den Rivalen aus. Der eine fühlte sich unfair abgedrängt, der andere warf seinem Rivalen vor, unerlaubter Weise den Extraschub DRS aktiviert zu haben.

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Das packendste Duell seit Monaten spielte sich aber nicht an der Spitze des Feldes ab, sondern im Kampf um Position fünf.

Es waren Sebastian Vettel und Fernando Alonso, die sich da in jeder Kurve auf Biegen und Brechen duellierten, dass es eine reine Freude war. Auch die Fahrer selbst hatten ihren Spaß, wie Alonso nach dem Rennen versicherte.

Endlich waren beide Piloten mit gleichen Waffen - sprich Fahrzeugen - ausgestattet, so dass sie im direkten Zweikampf auf der Strecke ihre Fahrkünste demonstrieren konnten.

Vorbei die Zeiten, in denen der Deutsche im überlegenen Red Bull seinem einzig halbwegs gewachsenen Konkurrenten davon fuhr. Diesmal hatte er den Widerstand des Spaniers erst vier Runden vor Schluss brechen können.

Allerdings ist es eben nicht mehr der Kampf um den Titel, um den es auf der englischen Traditionsstrecke ging.

Es ist der Kampf zweier Fahrer, die sich zwar auf Augenhöge begegnen, die WM-Spitze aber schon längst aus den Augen verloren haben.

Ganz vorn im Klassement liefern sich zwar auch die beiden Mercedes-Fahrer weiterhin ein Kopf-an-Kopf?Rennen.

Doch spanndend ist es zwischen Nico Rosberg und Lewis Hamilton mittlerweile nur noch in der abstrakten WM-Tabelle, wo der Deutsche nach seinem Ausfall in Silverstone nur noch vier Punkte vor seinem britischen Teamkollegen liegt.

Auf der Strecke dagegen kamen sie sich seit dem mitreißenden Zweikampf beim dritten Saisonrennen in Bahrain nicht mehr wirklich nahe.

Den Verantwortlichen bei den Silberpfeilen wird es recht sein. Auf ein Duell der Marke Vettel-Alonso können sie im eigenen Haus gerne verzichten.

Für die Formel-1-Fans, die sich auch im Kampf um den WM-Titel mehr direkte Duelle auf der Strecke wünschen, ist das keine gute Nachricht.

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