Nach Silverstone spricht Peter Kohl den Ferrari-Ingenieuren jegliche Kompetenz ab. Valtteri Bottas ist der Mann des Rennens.

TOPS:

Godfather of Goodness: Alle Motorsport-Schutzengel dieser Welt haben Gott sei Dank gütigst ihre Hände über Räikkönen gehalten. So blieb ihm, anderen Fahrern und uns eine haarsträubende Katastrophe erspart.

Lewis Hamilton: Das Qualifying hat er verbockt, aber mit Rennfreigabe aggressiv, angriffslustig und risikofreudig mit gewagter Reifenstrategie. Schade, dass wir nicht erfahren haben, ob die am Ende auch aufgegangen wäre. Hat sich selbst durch ein kleines Feuer an der Bremsanlage hinten auf dem Weg in die Vorstartaufstellung nicht aus der Ruhe bringen lassen. So zieht man sich am eigenen Schopf aus einer Mini-Krise. Die Titel-Chancen sind wieder voll intakt.

Valtteri Bottas: Nicht Massa, sondern der junge Finne holt für Williams immer wieder die Kohlen aus dem Feuer. Für mich klar man of the race! Von 14 erstmals auf 2 nach vorne zu brausen ist ein echter Hammer. Eine fehlerfreie Top-Leistung! (917702DIASHOW: Die Bilder des Großbritannien-GP)

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Daniel Ricciardo: Der Pepsodent-Strahle-Australier wieder auf dem Podium! Und erneut vor Vettel, obwohl der Champion in der ersten Startreihe stand. Der Junge macht echt Laune.

Toro Rosso: Endlich mal mit beiden Autos eine sich bietende Chance genutzt und wichtige Punkte geholt.

Marussia: Gute Strategie im Qualifying, im Rennen ordentlich im Mittelfeld mitgefightet, es scheint voran zu gehen. Damit wird das Geschehen auch am Ende des Feldes immer spannender.

FLOPS:

Force India: Diesmal die sich bietende Chance, weit nach vorne zu kommen, nicht genutzt. Das Auto ist zu windanfällig, die Aerodynamik zu sensibel. Schade. (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer)

Sauber: Angeblich hat der C33 in Silverstone ein großes Up-Date in Sachen Aerodynamik erhalten. Trotzdem gab es nur Stagnation, es ging null Meter voran. Bitter. Irgendwie hat man nicht das Gefühl, dass die Truppe aus Hinwil in der zweiten Saisonhälfte so durchstarten wird, wie das noch 2013 gelang.

Revanche-Fouls: Dass man Rot sieht, wenn Maldonado vor einem fährt, kann ich verstehen. Aber Gutierrez hätte den Venezolaner nicht derart wegschaufeln müssen. Die Aktion riecht nach Revanche für Maldonados unsinnige Aktion gegen Gutierrez in Bahrain.

Getriebe in Rosbergs Wagen: Für die Spannung in der Punkteliste war der Ausfall gut, ich hätte aber lieber gesehen, wie sich das Duell zwischen Rosberg und Hamilton gegen Ende des Rennens entwickelt hätte.

Ferrari-"Strategen": Mit Euch an Bord würde jedes Schiff an jedem Hafen vorbei tuckern und die Besatzung irgendwann und irgendwo auf hoher See verhungern.

Kimi Räikkönen: Zu hohes Risiko bei seinem Versuch, möglichst schnell nach vorne und wieder auf die Strecke zurück zu kommen. Das hätte ganz böse ins Auge gehen können.

Komplizierte Technik: Motorsport soll zeigen, was Technik leisten kann. Aber die aktuell in der Formel 1 verwendete ist zu komplex, es gibt zu viele Fehlerquellen. Verstehen tut sie keiner mehr. Selbst Mercedes, das sich eine Überlegenheit in Sachen Antriebsstrang erarbeitet hat, bekommt das immer wieder zu spüren. Duelle auf der Strecke sollten nicht dadurch entschieden werden, dass die Kisten streiken. Bereits kurz nach Saisonhalbzeit werden die ersten Strafen kommen aufgrund des erhöhten Teile-Verschleißes. Das kann nicht Sinn der Übung sein.

Durch Rosbergs Ausfall ist der Kampf an der Spitze wieder richtig offen. Auch wenn es leider weiterhin nur um den Mercedes internen Zweikampf um den Titel geht steckt einige Explosivität drin. Der nächste Grand Prix ist Rosbergs Heimrennen. Ich freue mich jetzt schon auf den Hockenheimring!

Bis demnächstPedal To The MetalIhr Peter Kohl

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