Kimi Räikkönen ist für Peter Kohl auch in Hockenheim eine einzige Enttäuschung. Auch Williams-Pilot Felipe Massa erntet Kritik.

TOPS:

Nico Rosberg: Sieg nach perfektem Qualifying von der Pole aus. Besser geht's kaum.

Lewis Hamilton: Der Einschlag mit 27 G am Samstag war heftig, er musste von Startplatz 20 aus mit Bremsscheiben ins Rennen gehen, die ihm nicht so liegen. Umso bemerkenswerter seine Angriffslust von der ersten Sekunde nach Rennfreigabe an. Tolle Duelle, viele mutige Überholmanöver. Klar, der Mercedes ist derzeit überlegen, trotzdem muss man das auf der Strecke erstmal so umsetzen. Well done Lewis! Das hatte großen Unterhaltungswert.

Valtteri Bottas: Der junge Finne ist derzeit eine echte Bank. Drittes Podium in Folge, erneut in der Qualifikation besser als Teamkollege Massa. Ein Goldschatz für das Williams-Team. Ihn sollten sie möglichst schnell für Lange an sich binden. (924153DIASHOW: Die Bilder des Deutschland-GP)

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Nico Hülkenberg: Motoraussetzer und Rettungsversuche mit wildem Knöpfe drehen am Lenkrad über fünf Runden, teilweise bei über 300 km/h. Der Emmericher ist einfach eine coole Socke, hat verdient erneut den manchmal kopflos fahrenden Teamkollegen Perez abgekocht und wieder Punkte geholt. Wie bisher in jedem Rennen. Eine bockstarke Saison bislang.

Kamui Kobayashi: Eine gelungene Strategie hat dazu beigetragen, dass der Japaner einen Marussia hinter sich lassen konnte. Ein kleiner Hoffnungsschimmer für ein Team, das bisher gnadenlos verprügelt wurde in jedem Rennen. Dazu hat er in der Schlussphase viel Übersicht bewiesen, als er sich im Gerangel der Konkurrenten um einen Podiumsplatz nahezu unsichtbar gemacht hat und niemandem im Weg stand.

Das Rennen: Extrem viele Überholmanöver, auch ohne DRS-Hilfe. Zahlreiche packende Positionskämpfe und Duelle, mit allem, was Motorsport spannend und mitreißend macht. Alonso gegen Ricciardo, Alonso gegen Vettel, Hamilton gegen den Rest der Welt ? da war richtig viel drin. Vom Anfang bis zum Ende. Ein geiler Grand Prix!

Die Rennkommissare: Endlich mal vieles laufen gelassen. Meistens regeln die Jungs das schon untereinander. So war vieles drin, was vorher oft kleinkariert unterbunden wurde. Man merkt, dass die Fahrer wieder mehr Bock darauf haben, beinhart miteinander zu fighten. Eine gute Entwicklung!

Jenson Button: Er hat gut gefightet, wenn es am Ende auch nicht eines seiner besseren Rennen wurde. Aber er hat in der Manier eines Champions Größe gezeigt, in dem er sich bei Lewis Hamilton entschuldigt hat für seine harte Kritik gegenüber dem Landsmann nach dem Rennen, weil es zur Kollision in der Spitzkehre gekommen ist. Nach Ansicht der Bilder im TV hat er eingesehen, dass er erheblich dazu beigetragen hat, dass die Autos sich berührten. Das hat nicht jeder so drauf. Dazu gleich mehr.

FLOPS:

Felipe Massa: In meinen Augen hat er seinen frühen Ausfall selber verschuldet. Es war hart und riskant mit dieser Brachial?Gewalt von außen nach innen ziehen zu wollen. Mit seiner Erfahrung hätte er meiner Ansicht nach wissen müssen, dass im Startgetümmel irgendeiner da innen reinfährt. Dieser Unfall war aus meiner Sicht vermeidbar, kann aber passieren. Allerdings sollte er sich mit Pauschalverurteilungen zurückhalten. Dass solche Unfälle typisch seien für GP2 Fahrer, die in die Formel 1 aufsteigen, ist einfach unhaltbar. Auch am Tag danach war er nicht bereit, bei sich selber irgendeinen Fehler zu suchen. Mit dieser Sturheit wird er nicht weiter kommen. Und der Druck seitens des Teamkollegen Bottas, der nahezu fehlerfrei bleibt, wird immer größer. (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer)

Jean-Eric Vergne: Das Teamkollege Kwjat als Rookie immer häufiger schneller ist als der Franzose, scheint Spuren zu hinterlassen. Die Fehlerquote von Vergne ist einfach zu hoch, zu sehen im Duell mit Grosjean, als er die Strecke in Kurve sechs komplett verlassen hat und sich damit einen Vorteil verschaffte. Ohne diesen wieder zurück zu geben. Dazu zieht er auch im Qualifying immer öfter den Kürzeren gegen den F1-Neuling im eigenen Team. Das sieht nicht gut aus für eine Weiterverpflichtung.

Kimi Räikkönen: Er muss sich teilweise wie eine Flipperkugel vorgekommen sein, als die Kollegen ihn auf der Strecke immer wieder rumschubsten, als ob er ein lästiges Hindernis sei, das es zu beseitigen gilt. Dass dabei Teile des Frontflügels verloren gingen, und sein F14T dadurch mit Sicherheit nicht schneller wurde ist klar. Aber das er soweit hinten im Mittelfeld das Rennen beginnen muss und deshalb permanent in Zweikämpfe verwickelt wird, hat er sich mit schwachen Qualifikationsleistungen immer wieder selber zuzuschreiben. Der Iceman ist derzeit kilometerweit von einer coolen Leistung entfernt.

Lotus und Sauber: Geredet wird bei beiden viel, eine echte Weiterentwicklung ist aber nicht zu sehen. Enttäuschend.

Es geht jetzt Schlag auf Schlag. Es bleibt kaum Zeit, Erfolge zu feiern und zu genießen, oder Wunden zu lecken, denn bereits am Freitag grummeln die Motoren schon wieder am Hungaroring vor den Toren von Budapest.

Bis demnächstPedal To The MetalIhr Peter Kohl

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