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Heidfeld hat ebenso wie Alonso, Kovalainen und Weltmeister Hamilton vier WM-Punkte © getty

Statt um den Titel, kämpfen die Weiß-Blauen um den Anschluss. Es werde immer schwerer seine Ziele zu erreichen, gesteht Heidfeld.

Shanghai - Nick Heidfeld fuhr chancenlos hinterher und wurde von einem herumfliegenden Rad getroffen, Robert Kubica konnte nur bei seinem spektakulären Crash Höhenluft schnuppern - BMW ist nach dem Desaster von Schanghai 94741(Bilder) in der Titel-Krise.

Statt wie geplant um die Weltmeisterschaft zu kämpfen, liegt Heidfeld auf WM-Platz sieben und sieht kein Licht am Ende des Tunnels (DATENCENTER: Das Rennergebnis).

"Wir werden von Rennen zu Rennen schlechter", schimpfte "Quick Nick". "Abschreiben will ich uns noch nicht, aber es wird mit jedem Rennen schwerer, unsere Ziele zu erreichen. Wir wollten schließlich um den Titel kämpfen."

Auch der glückliche zweite Platz zuvor in Malaysia konnte seine Laune nicht bessern.

"Wir sind nicht zufrieden"

Die Münchner schienen nach den erreichten Zwischenetappen Podestplatz 2007 und Sieg 2008 in ihrem Dreijahresplan auf einem guten Weg, doch nach dem schlechten Beginn des Jahres mit nur vier Punkten bleibt nicht viel mehr als das Prinzip Hoffnung.

Das Auto ist einfach zu langsam.

"Wir sind mit dem Saisonauftakt nicht zufrieden, aber wir werden nach dem dritten von 17 Rennen nicht unsere Saisonziele aufgeben. Wir müssen die Fragezeichen auflösen und unser Auto verstehen", sagt BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen tapfer.

Fehler und Unfälle

Er schloss aus, dass man den WM-Titel 2009 vorzeitig abschreiben und sich frühzeitig auf nächstes Jahr konzentrieren werde: "Wir geben weiter Gas und müssen jetzt eben Riesenschritte machen. Der Rückstand ist aufholbar."

Trotz aller Durchhalteparolen scheinen die Nerven im Team blank zu liegen.

In China leisteten sich beide Fahrer in der Qualifikation Fehler und fielen im Rennen nur durch (bei Heidfeld unverschuldet) Unfälle auf.

Glück für Kubica

Kubica hatte Riesenglück, dass er nach seinem Aufprall ins Heck samt nachfolgendem Flug auf das Auto von Toyota-Mann Jarno Trulli (Italien) unverletzt blieb.

Auf seinem Heckflügel stand dabei "Active Hybrid" - obwohl das Energie-Rückgewinnungssystem KERS nach einem Test am Freitag aus seinem Auto ausgebaut worden war.

Die auch von Heidfeld wegen der Gewichtsprobleme nicht mehr geliebten Zusatz-PS bringen längst nicht so viel wie erhofft - dazu kommt das Problem mit dem im Gegensatz zu WM-Spitzenreiter Brawn fehlenden Doppel-Diffusor.

Erst im Mai mit Doppel-Diffusor

Kubica forderte für das Rennen am Sonntag in Bahrain ultimativ neue Teile, doch Boss Theissen muss schlechte Nachrichten verkünden.

Obwohl die Konkurrenten McLaren-Mercedes und Renault schon in China mit einer Diffusor-Lösung einen Schritt nach vorn machten, kann er seinem Team keine Hoffnungen machen: "Ein großes neues Paket kommt erst beim Europa-Auftakt am 10. Mai in Barcelona."

Auch Ferrari und McLaren mit Problemen

Der Motorsportdirektor setzt in der "für die Fans sehr spannenden Saison" darauf, dass es wie schon in Shanghai unerwartete Verschiebungen des Kräfteverhältnisses gibt.

Etwas Trost vermittelt der Fakt, dass in Ferrari und McLaren-Mercedes auch die anderen großen Teams massive Probleme haben.

Dahin, wo Vettel ist

Immerhin sorgt ein ehemaliger BMW-Angestellter für Furore: China-Sieger Sebastian Vettel 15486(DIASHOW: Der Aufstieg des Schumi-Erben).

Theissen: "Er hat eine fehlerfreie Meisterleistung abgeliefert. Aber wir wollen dahin, wo er jetzt ist. " Derzeit ist das freilich nur ein frommer Wunsch.

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