Nach der Einigung der Formel-1-Kommission auf die Einführung von V6-Turbomotoren im Jahr 2014 haben Rennstrecken in einem Brief an den Weltverband FIA mit dem Ausstieg aus der Königsklasse gedroht.

"Ja, das stimmt, diesen Brief gibt es", bestätigte Formel-1-Boss Bernie Ecclestone: "Niemand will zu leise Autos, die Menschen wollen Glamour, deshalb kommen sie zur Formel 1."

Nicht wenige vermuten, dass Ecclestone die nun voranmarschierenden Streckenbetreiber instrumentalisiert hat. Während FIA-Präsident Jean Todt stets den Weg in eine "grüne Formel 1" sucht und ab 2013 eigentlich Vierzylinder-Motoren einführen wollte, hatte Ecclestone auf die Wichtigkeit des Motorensounds verwiesen.

Der Kompromiss muss noch am 30. Juni vom FIA-Weltrat abgesegnet werden.

Ob der Protest ernst zu nehmen ist, ist ebenso fraglich wie die von Medien aufgestellte Behauptung, außer China und Südkorea stünden alle Strecken dahinter.

Von den Verantwortlichen der deutschen Strecken Hockenheim- und Nürburgring gab es bisher keine Bestätigung. Auch scheint die Drohung, komplett in die Indy-Serie zu wechseln, nicht realistisch.

Als Sprecher der Strecken-Initiative trat derweil Ron Walker, der Vorsitzende des Großen Preises von Australien, auf.

"Ich kann zu 100 Prozent versichern, dass wir keine Formel-1-Autos einsetzen würden", sagte Walker mit Bezug auf die Reduzierung der Drehzahl um ein Drittel auf 12.000:

"Die Strecken haben mir ihre Vollmachten erteilt, dagegen zu stimmen. Wir würden die IndyCar starten lassen. Aus 100 Metern würde man bei den Autos keinen Unterschied erkennen, und die Zuschauer würden das immer noch lieben."

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