Dem Nürburgring droht ein "Langstreckenrennen" vor Gericht und der Verlust der Formel 1.

Die Nürburgring Automotive GmbH (NAG), die für den Betrieb der Traditionsrennstrecke und des defizitären Freizeitparks zuständig war, will die außerordentliche Kündigung des eigentlich noch bis 2040 laufenden Pachtvertrages durch die Landesregierung von Rheinland-Pfalz nicht hinnehmen und kündigte juristische Schritte an.

Man habe Fachanwälte beauftragt, juristische Abwehrmaßnahmen gegen die beabsichtigte Kündigung der Verträge einzuleiten, teilte die NAG mit.

"Für diesen außergewöhnlichen Schritt gibt es keinen Grund, die NAG hat sich im Gegensatz zur Besitzgesellschaft des Nürburgrings stets vertragskonform verhalten", erklärte für die NAG Wirtschaftsanwalt Claus Eßers:

"Wir prüfen im Zusammenhang mit der angedrohten Kündigung selbstverständlich auch Schadensersatzklagen in beträchtlicher Höhe."

Der rheinland-pfälzische Infrastrukturminister Roger Lewentz hatte am Dienstag in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der grünen Wirtschaftsministerin Eveline Lemke und Finanzminister Carsten Kühl (SPD) nach einem Kabinettsbeschluss die Kündigung der Pachtverträge verkündet und auch eine mögliche Trennung des reinen Rennstreckengeschäftes vom Freizeitpark angedeutet.

Die Verhandlungen mit Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone über einen neuen Vertrag ab 2013, die bisher die NAG führte, will Lewentz ab sofort selbst übernehmen.

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