Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone (82) hat seine Ankündigung wahr gemacht und kurz vor dem Großen Preis von Bahrain (Sonntga, 14.00 Uhr/RTL und Sky) Kontakt zu Oppositionellen in dem autoritären Golf-Staat aufgenommen.

In einem Brief wandte sich der Brite an örtliche Aktivisten und kritisierte indirekt das Regime in Bahrain für Menschenrechtsverletzungen.

"Es ist eine große Schande, dass ich davon nicht schon vor September 2012 erfahren habe, als der Formel-1-Kalender erstellt wurde. Jetzt ist es zu spät, um noch Änderungen an dem Kalender vorzunehmen", zitiert die Tageszeitung Die Welt aus dem Schreiben.

Allerdings ist seit langem bekannt, dass die Herrscherfamilie Al-Khalifa in Bahrain teils mit großer Gewalt gegen Demonstranten vorgeht.

Auch führende Menschenrechtsorganisationen hatten den Formel-1-Boss immer wieder auf die Menschenrechtsverletzungen in dem Königreich am Persischen Golf aufmerksam gemacht und eine Absage des Rennens gefordert.

Seit zwei Jahren kämpfen Oppositionelle der mehrheitlich schiitischen Bevölkerung für mehr Rechte in Bahrain, das seit Jahrhunderten von der Herrscherfamilie Al-Khalifa regiert wird - einer sunnitischen Dynastie.

80 Menschen sind in dem kleinen Land seit dem Ausbruch des Arabischen Frühlings Anfang 2011 ums Leben gekommen. Allein in diesem Monat sollen bisher rund 100 Aktivisten eingesperrt und 30 verletzt worden sein.

2011 war das Rennen in Bahrain abgesagt worden, nachdem die aufkommenden Unruhen von Truppen aus dem benachbarten Saudi-Arabien blutig niedergeschlagen worden waren. 2012 fand das Rennen trotz heftiger Proteste statt.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel