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Nico Rosberg und Lewis Hamilton fuhren 2008 in Melbourne gemeinsam aufs Podest © getty

Nico Rosberg spricht im Interview mit Sport1.de vor dem Ungarn-GP über seine Optionen für 2010 und die Chancen in dieser Saison.

Von Julian Meißner

München/Budapest - Nico Rosberg kommt seinem großen Ziel mit kleinen Schritten immer näher.

Der mittlerweile 24-jährige Wiesbadener (Steckbrief) hatte schon in seinem Formel-1-Debütjahr 2006 klar gemacht, dass er früher oder später in einem siegfähigen Auto zu sitzen gedenkt.

Am liebsten sei es ihm, wenn das bei Williams der Fall sein könnte, betont der Sohn von Ex-Weltmeister Keke Rosberg stets.

In diesem Jahr sind die Briten so nah dran wie lange nicht mehr, zum ersten Sieg seit Juan Pablo Montoyas Erfolg in Kooperation mit BMW 2004 in Brasilien fehlt aber immer noch der entscheidende letzte Touch.

Und die großen Werksmannschaften wie McLaren-Mercedes oder BMW-Sauber haben längst ein Auge auf Rosberg geworfen.

Im Interview mit Sport1.de spricht Rosberg über den Großen Preis von Ungarn (Quali, Sa., 13.45 Uhr LIVE ), seine Ambitionen für den Rest der Saison und die Avancen der deutschen Teams.

Sport1.de: Herr Rosberg, in den letzten drei Rennen kamen Sie jeweils unter die besten Fünf. Was rechnen Sie sich für Ungarn aus?

Nico Rosberg: Ich denke, wir können unsere Form bestätigen. Das Team hat in den letzten Wochen sehr gute Fortschritte mit dem Auto gemacht. Ich spüre, dass ich in Ungarn nicht nur erneut in die Punkte kommen werde, sondern sogar das Podium in Reichweite ist. 128245(Deutschland-GP: Bilder des Rennens)

Sport1.de: Kommt der Hungaroring mit der Hitze und den langsamen Kurven dem Williams-Boliden und auch Ihren fahrerischen Vorlieben entgegen?

Rosberg: Der Hungaroring ist eine ziemlich langsame und kurvige Strecke, auf der man maximalen Abtrieb braucht. Das sollte zu unserem Auto passen. Und es wird dort auf jeden Fall heißer sein als es in Deutschland war. Was das Setup betrifft, können wir uns also auf ein etwas lockereres Wochenende freuen, weil wir die Reifen besser auf Temperatur bekommen. Williams ist traditionell in Budapest immer gut klar gekommen. Ich hoffe, das wird auch dieses Jahr der Fall sein, und wir können da weitermachen, wo wir aufgehört haben.

Sport1.de: Nach Ungarn folgt die Sommerpause, in der traditionell die Fahrer-Planungen für 2010 anstehen. Zuletzt haben sie auch BMW-Sauber als Option genannt (Rosberg flirtet mit BMW). Wie ist der Stand der Dinge und wann ist mit einer Entscheidung zu rechnen?

Rosberg: Lieber früher als später, aber es gibt keinen genauen Zeitplan. Ich habe mehrere Optionen, aber die Entscheidung ist schwer. Man muss alles in Betracht ziehen und hoffen, dass das Auto des Teams schnell genug ist, um ganz vorne mitzufahren. Natürlich möchte ich nächstes Jahr um den Titel fahren. BMW ist ein interessantes Team für meine Zukunft, so wie einige andere Teams auch. Williams ist auch eine Option, da ich weiterhin sehr an die Fähigkeiten der Menschen im Team glaube.

Sport1.de: Mercedes-Sportchef Norbert Haug hat sie gerade sehr gelobt und betont, er sähe 2010 gerne einen deutschen Fahrer im Silberpfeil (McLaren an Rosberg interessiert). Ist ein Engagement bei McLaren an der Seite Ihres alten Kart-Kollegen Lewis Hamilton für Sie vorstellbar?

Rosberg: Natürlich ist McLaren auch ein ganz interessantes Team. Und früher oder später möchte ich gerne wieder im selben Team wie Lewis fahren. Wir hatten eine tolle Zeit, als wir zusammen in einem Team Kart gefahren sind.

Sport1.de: Sie sind 2009 konstant in den Punkten, siegfähig ist der Williams noch immer nicht. Wie fällt Ihr Halbzeit-Fazit aus - sind Sie zufrieden mit der Entwicklung?

Rosberg: Ja, auf jeden Fall. Wie ich schon gesagt habe, Williams hat gerade in den letzten Wochen gute Fortschritte gemacht. Deshalb fühle ich, dass eine Podiumsplatzierung nahe ist.

Sport1.de: Was ist in dieser Saison für Sie noch drin?

Rosberg: Ich möchte weiter regelmäßig in die Punkte fahren. Und natürlich nehme ich auch einen Podestplatz mit, wenn es möglich ist.

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