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Nick Heidfeld fuhr in zehn Jahren Formel 1 zwölfmal aufs Podium - siegte jedoch nie © getty

Nick Heidfeld spricht bei Sport1.de über Alternativen zu BMW, seine Ziele für die Restsaison und das geplatzte Schumi-Comeback.

Von Julian Meißner

München - Nick Heidfeld wurde von der Ausstiegsankündigung seines Arbeitgebers BMW-Sauber aus der Formel 1 kalt erwischt.

Nachdem früh in der Saison feststand, dass die mutig geäußerten WM-Hoffnungen von "Quick Nick" wenig Nahrung erhalten würden, droht Deutschlands Formel-1-Routinier nun sogar die Arbeitslosigkeit.

Die Weiß-Blauen haben angekündigt, sich mit Anstand aus der Königsklasse verabschieden zu wollen.

Doch was kommt dann? Heidfeld hat mit seinen 32 Jahren 161 Formel-1-Rennen auf dem Buckel, ist aber keineswegs schon im Rentenalter.

Im Interview mit Sport1.de vor dem Rennen in Spa (Qualifying, Sa. 13.45 Uhr LIVE) spricht Heidfeld über Alternativen in der Formel 1, seine Ziele für den Rest der Saison und das geplatzte Comeback seines Landsmannes Michael Schumacher.

Sport1.de: Herr Heidfeld, macht Sie die Performance von Valencia zuversichtlich, dass sich das Team - auch mit den frei werdenden Ressourcen, die für 2010 eingeplant waren - noch steigern kann?

Nick Heidfeld: Ganz wichtig ist, dass die Entwicklung für die Saison 2009 so weiter geführt wird und alle geplanten Updates kommen. Es ist entscheidend, das Entwicklungstempo der anderen Teams mitzugehen, und ich hoffe, dass wir mit unserem für Singapur geplanten Update einen größeren Schritt machen können als die Konkurrenz. Ich kann mir allerdings kaum vorstellen, dass BMW nun Geld ausgeben wird, das man ohne den Rückzug 2010 nicht ausgegeben hätte.

Sport1.de: Sie wollten 2009 um den WM-Titel mitfahren, doch der F1.09 ist alles andere als siegfähig. Wie gehen Sie mit der Enttäuschung darüber um?

Heidfeld: Wer den Formel-1-Sport kennt, der weiß, dass man nicht planen kann, im Folgejahr in einem Siegerauto zu sitzen. Deshalb sage ich auch immer, wenn ich nach meinen Zielen gefragt werde, dass ich das maximal Mögliche herausholen will. Was auch immer das sein mag. Es war meine Hoffnung, dass der F1.09 ein Siegerauto sein würde. Aber aus Erfahrung habe ich es nicht vorausgesetzt. Dass wir nach drei erfolgreichen Jahren so weit von unserem Saisonziel entfernt sind, ist ärgerlich, aber ich kann damit umgehen.

Sport1.de: Mit Spa steht ein absoluter Klassiker vor der Tür. Was verbinden Sie mit der Strecke - und hoffen Sie auf einen Coup wie 2008?

Heidfeld: Man kann kaum davon ausgehen, dass sich so eine Situation wie 2008 wiederholen wird. Es war eines meiner schönsten Rennen, als ich kurz vor Rennende auf Regenreifen gesetzt habe und schlussendlich Zweiter geworden bin. Spa ist eine tolle Rennstrecke. Sie ist lang, sehr schnell und spektakulär. Mit der in diesem Jahr neuen Generation Autos fahren wir hier zum ersten Mal mit mittlerem Abtrieb. Bislang sind wir alle Strecken mit High Downforce gefahren. Ich bin gespannt, wie sich das auf die Leistungsverhältnisse auswirkt.

Sport1.de: Sie sind optimistisch, in der Formel zu bleiben. Wie ist der Stand der Dinge? Würde Sie auch ein Cockpit bei einem kleineren oder einem der neuen Teams reizen?

Heidfeld: Mein Ziel ist es, in einem konkurrenzfähigen Auto zu sitzen. Dafür arbeiten wir im Moment und führen Gespräche. Es gibt nichts, was ich dazu in diesem Moment sinnvoller Weise nach außen sagen könnte.

Sport1.de: BMW wird nun wieder vermehrt mit der DTM in Verbindung gebracht. Könnten Sie sich vorstellen, BMW in den Tourenwagenbereich zu folgen oder überhaupt in einer anderen Serie zu starten?

Heidfeld: Mein Augenmerk liegt derzeit ausschließlich auf der Formel 1. Ob BMW mit der DTM liebäugelt, weiß ich nicht. Da müsste man besser Mario Theissen fragen.

Sport1.de: Michael Schumachers Comeback ist zunächst einmal geplatzt. Wie haben Sie den ganzen Trubel um seine Person erlebt, und glauben Sie, er kommt noch einmal zurück?

Heidfeld: Es war in gewisser Weise lustig. Eigentlich sollten vier Wochen Pause sein, stattdessen war alles Mögliche los, über allem stand der Rummel um Michael. Es ist schade, dass er seine Teilnahme aus gesundheitlichen Gründen absagen musste. An Spekulationen über seine zukünftigen Pläne beteilige ich mich nicht.

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